Union-Transfer

Mosqueras Wechsel bringt Geld für Terrode

Durch John Jairo Mosqueras Wechsel nach China erzielt der 1. FC Union Berlin erstmals seit 2009 wieder eine Transfereinnahme. Mit den 800.000 Euro für den Kolumbianer könnten die Köpenicker Stürmer Simon Terrode längerfristig an sich binden.

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Noch am Mittwoch absolvierte er das vorletzte Training für das Spiel am Freitag beim FC Ingolstadt (18 Uhr, Sky live und hier im Live-Ticker von Morgenpost Online ). Am Donnerstag schon suchte man John Jairo Mosquera an der Alten Försterei vergeblich. Die Übungseinheit vom Mittwoch war der letzte Auftritt des Stürmers beim 1. FC Union: Der Kolumbianer wechselt mit sofortiger Wirkung in die chinesische Super League zum FC Changchun Yatai, der bis Sommer 2014 laufende Vertrag des Kolumbianers mit dem Berliner Fußball-Zweitligisten wurde aufgelöst.

Der Transfer war möglich, weil die Transferperiode in China, wo die Saison von April bis November läuft, erst am heutigen Freitag endet. Und weil Union sowie Mosquera selbst ein Angebot vom Siebten der vergangenen Spielzeit erhalten haben, das sie offenbar nicht abschlagen konnten. „Wir haben ein Ergebnis erzielt, mit dem beide Vereine und der Spieler sehr zufrieden sind“, kommentiert Nico Schäfer, kaufmännisch-organisatorischer Leiter der Lizenzspielerabteilung, den Transfer.

Union kassiert offenbar einen hohen sechsstelligen Betrag, die Rede ist von rund 800.000 Euro – eine Riesensumme für die Köpenicker, denen es damit erstmals seit der Rückkehr in den Profifußball 2009 gelingt, Transfereinnahmen zu erzielen. Zugleich wird auch die Forderung von Präsident Dirk Zingler erfüllt, endlich auch Erträge außerhalb des Spielbetriebs zu generieren.

„Ich war lange hier bei Union, aber so ist der Fußball nun mal“, sagte Mosquera: „Der Wechsel nach China ist für mich eine große Herausforderung, der ich mich stellen möchte.“ Nordöstlich von Peking trifft er zudem mit Yovanny Arrechea einen alten Bekannten aus den Tagen beim kolumbianischen Klub America de Cali wieder.

Nach Halil Savran, der in der Winterpause nach Aue gewechselt war, ist Mosquera der zweite Stürmer, den Union binnen weniger Wochen ziehen lässt. Trainer Uwe Neuhaus zeigte dennoch „vollstes Verständnis dafür, dass er die sich jetzt bietende Chance nutzen möchte“. Im Sommer 2009 war Mosquera von Werder Bremen für zwei Jahre ausgeliehen worden, vor der laufenden Saison banden die Berliner den Angreifer mit einem Dreijahresvertrag, rund 150.000 Euro Ablöse flossen dafür nach Bremen. Der Gewinn aus dem Mosquera-Geschäft kann sich für Union demnach sehen lassen.

Dass dieser Deal so kurzfristig zustande kommen konnte, liegt auch in der sportlichen Situation begründet. Zum einen hätte Neuhaus seinen Stürmer sicher nicht ziehen lassen, wenn Union entweder noch im Aufstiegsrennen oder im Kampf um den Klassenerhalt stecken würde. Zum anderen zählte Mosquera (21 Tore in 79 Zweitliga-Einsätzen für Union) nach den Verpflichtungen von Simon Terodde und Silvio mitnichten mehr zur Kategorie unverzichtbar, immer wieder musste er zwischen Bank und Stammplatz pendeln.

Zusätzlicher Nebeneffekt für Union: Der Klub hat nun Mittel zur Verfügung, um Simon Terodde vom 1. FC Köln zu verpflichten – bislang ist der Stürmer nur bis Saisonende vom Bundesligisten ausgeliehen. Was übrig bleibt, kann in den Kauf eines weiteren Angreifers investiert werden. Einen Wunsch hatte John Jairo Mosquera jedoch noch. „Ich hoffe, die Mannschaft gewinnt in Ingolstadt“, sagte der 24-Jährige.