Die gute Nachricht verkündete Uwe Neuhaus am Mittwoch kurz nach 11 Uhr. „Er hat jetzt zwei Trainingseinheiten mitgemacht , einmal hat er ein kleines Ziehen verspürt. Seinem Einsatz steht aber nichts im Wege“, sagte der Trainer des 1. FC Union. Er – damit ist kein Geringerer gemeint als Torsten Mattuschka, der Kapitän des Berliner Fußball-Zweitligisten. Knapp zwei Wochen ist es her, dass sich der 31-Jährige im Spiel beim VfL Bochum eine schmerzhafte Innenbanddehnung im rechten Knie zugezogen hatte. Am Donnerstag im Duell beim FC Ingolstadt (18 Uhr, Sky und im LIVE-Ticker von Morgenpost Online ) wird Mattuschka sein Comeback geben – so das Knie denn hält und sich das Ziehen nicht doch verstärkt.

Bereits eine Woche nachdem er sich die Blessur zugezogen hatte, war Mattuschka schon wieder im Wäldchen hinter dem Stadion an der Alten Försterei mit Fitnesscoach Dirk Keller unterwegs. Eine Spezialschiene hatte sein Knie während der individuellen Laufeinheit am vergangenen Sonnabend, als der Rest der Mannschaft sich die Niederlage gegen 1860 München aus den Beinen lief, noch stabilisiert. Dass er inzwischen wieder mit seinen Teamkollegen üben kann und dies offenbar mit nahezu hundertprozentigem Einsatz, trägt nicht wenig zur Motivation bei.

„Es ist ein gutes Gefühl“, sagte Mattuschka, „Ab und zu tut es noch weh, aber ich kann wieder gegen den Ball hauen.“ In den restlichen Einheiten bis zum Spiel in Ingolstadt soll noch der eine oder andere Härtetest darüber Aufschluss geben, ob das Knie auch in Zweikämpfen hält. „Damit ich vom Kopf richtig frei bin“, erklärte Mattuschka.

Mattuschka als Dreh- und Angelpunkt

Diese Sicherheit ist für den Spielführer der Eisernen unabdingbar, um die Leistung abliefern zu können, die man sich bei Union von ihm erhofft und die er auch von sich selbst erwartet. Mattuschka steht im Union-Spiel für Leidenschaft und Kampf, aber auch für Übersicht und Stärke bei ruhenden Bällen. Wie wichtig er für die Köpenicker Kicker ist, zeigte sich gerade erst wieder in der zweiten Halbzeit in Bochum oder zuletzt gegen 1860 München, wo er gefehlt hatte.

Kaum Tempowechsel, und im Mittelfeld zu wenig Gegenwehr waren die Folgen. Nicht umsonst nennt Trainer Neuhaus Mattuschka seinen „Dreh- und Angelpunkt“, der die Bälle „geschickt und gut verteilt“. Auch seine Ballverluste halten sich in Grenzen. Diese Voraussetzungen, ein Spiel zu lenken, erfüllen Mattuschkas mögliche Ersatzleute wie Chinedu Ede oder auch Tijani Belaid nicht. Gerade dieses Duo interpretiert die Rolle des offensiven Mittelfeldspielers doch eher in seiner ureigensten Form, wodurch die Defensivarbeit schon ein wenig leidet.

Während Mattuschkas Rückkehr dem Trainer eine Last von den Schultern nimmt, wird er auf der rechten Seite jedoch weiter auf Christopher Quiring verzichten müssen. Der quirlige Mittelfeldspieler fällt auch in Ingolstadt wegen seines Muskelfaserrisses vom Bochum-Spiel „definitiv aus“, wie Neuhaus am Mittwoch bestätigte. Patrick Zoundi dürfte wie schon gegen München Quirings Platz im Mittelfeld übernehmen.