Weihnachtssingen

Christopher Quiring ist Unions bester Sängerknabe

15.000 Union-Fans schmettern wieder kurz vor Heiligabend in der Alten Försterei Weihnachtslieder und feiern Christopher Quiring. Der Youngster ist Aufsteiger des Jahres, Gewinner der Hinrunde und Publikumsliebling.

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Natürlich wird er am Freitagabend in der Alten Försterei sein. Es werden schließlich 15.000 Zuschauer erwartet, und bei solch einer Kulisse macht es doch erst richtig Spaß. Am heutigen Freitag wird Christopher Quiring ab 19 Uhr allerdings nicht auf dem Rasen seinen Dienst tun, er wird wie all die anderen Fans und Mitglieder des 1. FC Union auf den Rängen stehen. Das traditionelle Weihnachtssingen steht an, zum neunten Mal seit 2003 , als sich erstmals 1989 Unioner am Mittelkreis des Spielfeldes einfanden.

Bei „O du fröhliche“ und „O Tannenbaum“ werden sie sich auf das Weihnachtsfest einstimmen und das Jahr Revue passieren lassen. Quiring wird dies besonders gern tun. Hat der 21-Jährige doch Monate wie ein schöner Traum hinter sich. 18 Einsätze und fünf Tore stehen für ihn zu Buche. Aufsteiger des Jahres, Gewinner der Hinrunde, Publikumsliebling – all das trifft auf den Youngster zu. Und all das hört er nicht so gerne. „Ich bleibe da ruhig, warum soll ich jetzt so einen großen Aufriss machen“, sagt Quiring. Sein Blick geht zu Boden. So als habe er etwas angestellt.

Das hat er auch: Mit seiner unbekümmerten, forschen und im positiven Sinne rotzfrechen Art hat er sich in die Stammelf des Zweitligisten gespielt. Und in die Herzen der Fans. „Ich hätte das selber nicht für möglich gehalten“, sagt Quiring, „ich wollte versuchen, überhaupt erst in den Kader zu kommen, erst mal beachtet zu werden.“ Das gelang ihm in der Vorbereitung im Sommer so eindrucksvoll, dass er sich gegen Zugang Patrick Zoundi durchsetzte. Allerdings wurde der ehemalige Düsseldorfer von einer Malaria-Erkrankung zurückgeworfen. Doch auch als Zoundi wieder fit war, blieb der Platz auf der rechten Außenbahn für Quiring reserviert. „Er macht einen guten Job“, erkennt selbst Zoundi die Leistung Quirings an.

Aus dem eigenen Nachwuchs

Und der bleibt auf dem Boden, mit beiden Beinen. „Was mich auszeichnet, sollen andere beurteilen“, sagt Quiring. Und gibt dann doch ein wenig von dem preis, was ihn so wertvoll macht: „Jeder weiß, dass ich über das Läuferische ins Spiel komme. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich keinen Respekt hätte vor Gegenspielern. Aber mein Vorteil ist, dass ich mir nicht so einen großen Kopf mache.“ Rausgehen und Spaß auf dem Platz haben, so könnte Quirings Devise lauten. „Man bekommt ja als junger Spieler immer gesagt, man muss sich ran kämpfen, man muss dranbleiben. Das macht man auch, wird aber vielleicht nicht immer so belohnt, wie man es sich erhofft“, erzählt Quiring: „Dadurch, dass viele Spieler zu früh den Sprung nach oben wollen, bekommen sie Probleme.“

Weil er in der eigenen Nachwuchsabteilung ausgebildet wurde, kann Quiring seinem Klub vielleicht einmal Transfererlöse verschaffen. Quiring als Tafelsilber der Köpenicker? „Mal abwarten, dafür ist noch ein bisschen Zeit. Es liegt an mir selber“, sagt er. „Ich bin erst mal froh, so wie es jetzt ist“, sagt er. Über die nahe Zukunft weiß er allerdings genau Bescheid: „Am 23. Dezember bin ich hier.“ Beim Weihnachtssingen, so wie 15.000 andere Unioner auch.