Die Serie sollte endlich enden. Und vielleicht war ja das 0:0 gegen Fortuna Düsseldorf am Sonnabend der erste kleine Schritt in die richtige Richtung. Bislang jedoch bleibt es dabei: Der 1. FC Union kann gegen das Spitzenquartett der Zweiten Liga nicht gewinnen.
Egal ob gegen Fürth, Eintracht Frankfurt, St. Pauli oder nun Düsseldorf – „es hat immer ein kleines Stück gefehlt“, sagte Trainer Uwe Neuhaus: „Aber wir arbeiten daran, dieses Quäntchen aufzuholen.“ Es genügt ein Studium der Duelle gegen die vier Aufstiegskandidaten, um festzustellen, was Union noch fehlt, um ganz oben mithalten zu können.
Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zum Beispiel. Knapp vier Monate nach jenem 0:4 gegen Fürth trauert man noch den vergeben Chancen nach. Das Spiel hätte auch 5:5 ausgehen können, heißt es immer wieder. Doch Union, das wurde gegen Fürth erstmals in dieser Saison deutlich, fehlt ein echter Torjäger. Weder John Jairo Mosquera noch Simon Terodde, der nach seiner Knieverletzung – erlitten Anfang Oktober – immer noch nicht wieder fit ist, konnten das Problem abstellen. Weitere Punktverluste in Duisburg oder Aue waren die Folge. Fürth hingegen unterstrich am Sonntag mit dem 4:0 gegen den FSV Frankfurt eindrucksvoll seine Ambitionen auf die Bundesliga.
Was Erfahrung ausmacht, bereits in der Eliteklasse gespielt zu haben, und die „Qualität, von der Bank nochmal nachladen zu können“ (Neuhaus), zeigte sich gegen Frankfurt (1:3) und St. Pauli (0:2). Vor allem bei der Eintracht „haben wir keine Sonne gesehen“, erinnert sich Verteidiger Christoph Menz nur ungern. „Da sind viele Spieler dabei, die schon höherklassig gespielt haben und dadurch mehr Erfahrung mitbringen“, sagte Menz weiter. Qualitäten, die Union auch in der Alten Försterei kennenlernen musste. Kaum ein Gegner hat sich so leicht an den Strafraum kombinieren dürfen wie die Hamburger Kiezkicker Ende Oktober. Solche Qualitäten sieht man bei den Unionern noch zu selten.
Ein Lehrbeispiel in Sachen Taktik gab es nun gegen Düsseldorf, zumindest in einigen Phasen des Spiels. Als es der Fortuna nicht gelang, gefährlich vor das Union-Tor zu kommen, verlegten sich die Rheinländer ebenfalls darauf, den Gegner weit vom eigenen Kasten fernzuhalten. Schon an der Mittellinie hatte Düsseldorf eine flache Raute aufgestellt, um das Offensivspiel der Berliner im Keim zu ersticken. Eine sehr laufintensive, aber auch sehr wirkungsvolle Variante. „Dabei hilft natürlich auch, dass bei Düsseldorf die Stammelf meist durchspielen konnte“, erklärte Neuhaus. Das Zusammenspiel kann so mehr und mehr perfektioniert werden. Union jedenfalls musste das Spielgerät meist quer oder zurücklegen in Ermangelung einer adäquaten Anspielmöglichkeit.
„Unsere Platzierung spiegelt schon unseren derzeitigen Leistungsstand wider“, sagte Christoph Menz. Union ist Tabellenachter, hat gute 22 Punkte auf dem Konto. Das Spitzenquartett der Liga ist den Köpenickern jedoch mit mindestens zehn Punkten enteilt.





