Zweite Liga

Union hofft auf das Ende der Durststrecke

Sechs Monate wartet Union Berlin mittlerweile auf drei Auswärtspunkte. Gegen die starke Eintracht aus Braunschweig stehen Trainer Uwe Neuhaus immerhin Marc Pfertzel und Ahmed Madouni für die Mission Auswärtssieg zur Verfügung.

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Selbstverständlich kann sich Uwe Neuhaus noch an seinen ersten Auftritt als Trainer des 1. FC Union bei Eintracht Braunschweig erinnern. Es war im August 2007, als sich die damaligen Regionalligisten ein denkwürdiges Spiel lieferten, an deren Ende die Berliner einen Sieg verbuchen konnten – 5:3 nach zweimaligem Rückstand (0:2 und 2:3). Auch der bislang letzte Auftritt im Stadion an der Hamburger Straße ein Jahr später in der Dritten Liga ging mit 2:0 an Union. Ein gutes Omen auch für das Gastspiel am Freitag (18 Uhr, Sky live und hier im Live-Ticker von Morgenpost Online )? „Es wäre schön, wenn es so wäre“, sagte Neuhaus. Erst recht im Hinblick auf die magere Auswärtsbilanz: Seit April (2:0 in Oberhausen) warten die Köpenicker auf die volle Punktausbeute.

Ausgerechnet beim Überraschungsaufsteiger soll nun die Durststrecke enden. „Wir fahren jedenfalls nicht mit vollen Hosen dahin“, stellte Neuhaus klar. Jedoch mit einer großen Portion Respekt. „Braunschweig hat eine gute Mannschaft, sie ist sehr zweikampfstark“, sagte Stürmer Silvio. Neuhaus warnt vor allem vor dem Offensivdrang der Eintracht. „Die stehen immer mit fünf, sechs Mann im gegnerischen Strafraum“, analysierte der Coach. Auch die 22 Punkte, je zur Hälfte daheim und auswärts geholt und gleichbedeutend mit Rang sechs in der Tabelle, belegten, „dass die Mannschaft weiß, was sie kann“.

Im Offensivverhalten des Gegners sieht man bei Union jedoch auch die Chance, endlich mal wieder mit einem Dreier im Gepäck zurückkehren zu können. So wurde in den vergangenen Tagen vor allem daran gearbeitet, schnell Lösungen zu finden, um den Raum zu nutzen, den die Braunschweiger bieten werden. Ein Vorhaben, das zuletzt gegen den FC St. Pauli (0:2) gründlich misslang.

Dass mit Marc Pfertzel der etatmäßige rechte Außenverteidiger seine Angina überwunden hat und wieder einsatzbereit ist und auch Ahmed Madouni (leicht verschnupft) seinen Platz in der Innenverteidigung wieder einnehmen wird, trägt zum Optimismus der rot-weißen Reisegruppe bei.

Sorgenkind bleibt damit nur John Jairo Mosquera. „Wir werden wahrscheinlich auf Mosquera verzichten müssen. Er ist im leichten Lauftraining, konnte aber schon seit einigen Wochen nicht durchgehend trainieren“, erklärte der Trainer. „Das geht zu Lasten des Selbstbewusstseins. Man weiß nie, was im Spiel passiert.“ Der Kolumbianer hatte sich gegen St. Pauli den rechten Oberschenkel gezerrt. Lange Antritte, wie sie für das Konterspiel in Braunschweig nötig sein werden, sind derzeit praktisch unmöglich. Halil Savran könnte Mosquera als zweite Spitze ersetzen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Brasilianer Silvio allein in vorderster Front aufläuft.