Natürlich wurde er mit Applaus empfangen. Schließlich hat man auch an der Alten Försterei nicht vergessen, dass es Trainer Berti Vogts gewesen ist, der dem deutschen Fußball den bislang letzten Titel bescherte: die Europameisterschaft 1996. Am Dienstagabend war Vogts als Coach der Nationalmannschaft Aserbaidschans in Köpenick. Nur 2102 Zuschauer wollten den Vergleich zwischen dem deutschen Gruppengegner für die EM 2012 und ihrem 1. FC Union miterleben. Sie bekamen immerhin ein 1:0 (1:0) des Berliner Zweitligisten zu sehen.
Natürlich waren vor dem „Länderspiel“ auch die Hymnen zu hören, zunächst – wie es sich gehört – die der Gäste, dann war in einer Kurzform die Union-Hymne von Nina Hagen dran. Die Gegengerade sowie die Tribünen auf der Seite des Gästeblocks waren komplett leer. Ein durchaus skurriler Rahmen für diese Begegnung.
Union-Trainer Uwe Neuhaus gab gegen den 117. der Fifa-Weltrangliste vor allem den jüngeren Spielern eine Chance, sich zu zeigen. Verteidiger Maurice Trapp, der 90 Minuten spielte, durfte dabei ebenso ran wie zur zweiten Halbzeit Bone Uaferro in der Innenverteidigung und Steven Skrzybski im Angriff. Nach einer Stunde kam auch noch Philip Malinowski zum Zug. Wirklich in Szene setzen konnten sie sich jedoch nicht, dafür erwiesen sich die Aseris als zu harmlos. Lediglich Afran Ismayilov (27.) und Vurghun Huseynov (28.) sorgten kurz für ein wenig Gefahr, für beide war Torwart Jan Glinker Endstation. Auch Marcel Höttecke, der Glinker nach der Pause ersetzte, durfte sich gegen Ismayilov auszeichnen (79.).
So blieb es Union vorbehalten, für den einzigen Treffer zu sorgen. Chinedu Ede erkämpfte sich den Ball hinter der Mittellinie und passte ihn John Jairo Mosquera in den Lauf. Der Kolumbianer, der zuvor schon zwei Riesenchancen vergeben hatte, ließ Torwart Andriy Popovich von der Strafraumgrenze keine Chance (33.).



