1. FC Union

Youngster Quiring wird zum Publikumsliebling

Flink, mutig, angriffslustig: So mischt der 20-jährige Christopher Quiring die Zweite Liga auf. Mit vier Treffern ist er Unions bester Torschütze. Doch nicht nur deshalb hat er sich in die Herzen der Fans gespielt.

Ein wenig ungläubig schaute er schon in die Runde, als er mit der Zahl vier konfrontiert wurde. „Sicherlich habe ich davon geträumt, dass es jedoch wirklich so weit kommt, hätte ich aber auch nicht gedacht“, sagte Christopher Quiring. Der quirlige Mittelfeldspieler des 1. FC Union steht in einer nicht ganz unbedeutenden Statistik dort, wo man eher einen Stürmer des Berliner Fußball-Zweitligisten, John Jairo Mosquera oder Simon Terodde etwa, erwartet hätte. Nichts da, es ist der 20-jährige Quiring, der mit vier Treffern in der Torjägerliste des Bundesliga-Unterhauses steht und damit bester Schütze der Köpenicker Kicker ist, neben dem Brasilianer Silvio natürlich, der ebenfalls schon viermal getroffen hat.

Bei Union galt zuletzt das Motto: Jugend forsch. Auch weil Christoph Menz, wenn auch mit seinen 22 Jahren schon länger bei den Profis dabei, wieder einmal unterstrich, dass Trainer Uwe Neuhaus auf ihn zählen kann, wenn er gebraucht wird. So wie zuletzt beim 2:0 gegen den Karlsruher SC , als Menz in der Innenverteidigung ran musste – und gleich einmal 90 Prozent seiner Zweikämpfe für sich entschied. „Er hat seine Sache gut gemacht“, urteilte Neuhaus.

Beweglicher Flügelflitzer

Gleiches hätte der Coach natürlich auch über Quiring sagen können. Wird der Flügelflitzer losgelassen und den Vorzug vor Patrick Zoundi erhält, geht auf der rechten Seite die Post ab. Dass er sich nun auch wieder als Torschütze feiern lassen durfte, ist sicher auch einer großen Portion Glück geschuldet – KSC-Keeper Dirk Orlishausen faustete den Ball gegen Quirings Rücken, von wo das Spielgerät ins Tor prallte. Doch dass der 1,72-Meter-Mann in vorderster Front zu finden war, ist kein Zufall. „Quiring ist immer viel in Bewegung, versucht immer, im richtigen Moment am richtigen Ort zu stehen“, lobte Neuhaus seinen Schützling.

Seine Spielweise – flink, mutig, immer angriffslustig – sorgt jedenfalls dafür, dass er bei den Fans von Spiel zu Spiel an Sympathien gewinnt. Zumal er ähnlich wie auch Christoph Menz den Sprung aus der eigenen Nachwuchsabteilung zu den Profis geschafft hat, was für weitere Pluspunkte beim treuen Anhang sorgt. Mehr und mehr entwickelt sich Quiring zum Publikumsliebling, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren.

Immerhin hat Quiring Selbstbewusstsein genug, um mit seiner Körpergröße zu kokettieren. Also hält er mit einem Augenzwinkern für seinen vierten Saisontreffer folgende Erklärung parat: „Durch meine Größe denkt man vielleicht: Ach, den lassen wir einfach stehen.“ Getreu der Maxime: An hohe Flanken in den Strafraum kommt der doch ohnehin nicht ran. Wenn es dann doch eingeschlagen hat, dann ist es der Gegner, der ein wenig ungläubig dreinschaut. So wie zuletzt die Spieler des Karlsruher SC.