Stammspieler angeschlagen

Unions Quiring ist der Gewinner der Vorbereitung

Die Blessuren häufen sich: Nach Kapitän Mattuschka drohen auch Stammspieler John Mosquera und Santi Kolk auszufallen. Das könnte die Chance für Youngster Christopher Quiring sein, der eine starke Vorbereitung spielt.

Die Sorge in seiner Stimme war deutlich hörbar. „Ich hoffe, dass es kein Muskelfaserriss ist“, sagte Uwe Neuhaus, der Trainer des 1. FC Union. John Jairo Mosquera, der Stürmer des Berliner Fußball-Zweitligisten, bereitet Neuhaus derzeit Sorgen. Bloß nicht noch ein Ausfall eines Leistungsträgers, nachdem sich schon Kapitän Torsten Mattuschka wegen einer Kreuzbanddehnung abgemeldet hat und den Punktspielstart am 15. Juli beim FSV Frankfurt wohl verpassen wird. Eine genaue Untersuchung von Mosqueras linkem Oberschenkel soll am Sonntag erfolgen.

Apropos Oberschenkel: Auch bei Santi Kolk läuft es derzeit nicht rund. Der Niederländer stand für den Test gegen Carl Zeiss Jena am Sonnabend zwar auf dem Spielberichtsbogen, jedoch nicht im Kader. Jetzt, da sich die Vorbereitung auf die Spielzeit 2011/12 dem Ende neigt, häufen sich die Blessuren bei den Köpenickern.

Da ist es gut, wenn man genug Alternativen hat. Eine davon ist Christopher Quiring. „Er ist jetzt auch links eine Option, falls wir mit einer Raute im Mittelfeld spielen“, sagte Neuhaus. Ein Einzel-Lob des Trainers, noch dazu für einen Jung-Profi, der erst in der vergangenen Saison mit zumeist Teileinsätzen auf sich aufmerksam gemacht hat – das gibt es nicht allzu oft bei den Köpenickern. So darf sich Quiring schon ein wenig als Gewinner der Vorbereitung fühlen. „Er hat sehr viel Druck gemacht über die linke Seite“, sagte Neuhaus. Die 45 Minuten gegen den Drittligisten haben sichtlich Eindruck hinterlassen. So sieht der Coach mit Quiring auf links und Chinedu Ede als möglichem Mattuschka-Ersatz „eine von vielen Varianten“, mit denen er in seine dritte Zweitliga-Spielzeit mit den Berlinern gehen könnte. Zumindest war es der Lichtblick im vorletzten Test der Unioner, in dem Neuhaus seiner Mannschaft „Probleme nach vorne“ bescheinigte.

Eine letzte Möglichkeit, die richtige Formation für den bevor stehenden Liga-Alltag zu finden, bleibt Union noch. Am Sonnabend gastiert mit Heart of Midlothian der Drittplatzierte der vergangenen Saison in der schottischen Premier League an der Alten Försterei (15 Uhr). Es wird ohne Zweifel der Härtetest schlechthin für die Unioner, die ihre bisherigen fünf Testspiele alle gewonnen haben. „Jeder Sieg ist wichtig für das Selbstvertrauen“, sagte Neuhaus. Erst recht für jemanden wie Christopher Quiring.