Abräumer

Markus Karl ist bei Union Berlin der Große

Wenn Union Berlin am Freitag bei der Spitzenmannschaft von Eintracht Frankfurt antritt, wird Markus Karl erneut eine Schüsselrolle spielen. Der 25-Jährige glänzt in dieser Saison im defensiven Mittelfeld mit Übersicht und gelungenen Vorstößen.

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„1,92 Meter.“ Bei der Frage nach seiner Größe lässt er keinen Zweifel aufkommen. „Es stand zwar mal 1,93 Meter im Personalausweis, aber ich bin 1,92 Meter groß“, sagt Markus Karl. Das wäre also schon mal geklärt, wobei man korrekterweise von Körperlänge anstelle von Größe sprechen sollte. Eine Größe will Karl im Team des 1. FC Union erst noch werden. Wer den bisherigen Saisonverlauf des Berliner Fußball-Zweitligisten verfolgt hat, wird aber erkannt haben: Der 25-Jährige ist auf dem besten Weg dorthin.

Bereits als „Karl der Große“ tituliert, wird der defensive Mittelfeldspieler mehr und mehr zur Schlüsselfigur im Spiel der Köpenicker. Das bringt zum einen die Position mit sich, die im modernen Fußball enorm an Bedeutung gewonnen hat. Der sogenannte Sechser soll nicht nur als Abfangjäger vor der Abwehr fungieren, zugleich obliegt es ihm, Gegenangriffe zu initiieren. Zum anderen zählt Karl zu jenen Spielertypen, die die Qualität mitbringen, beide Aufgaben zufriedenstellend zu erfüllen. Trainer Uwe Neuhaus: „Karl macht richtig gute Arbeit.“ Wohl wissend, dass er am heutigen Freitag im Duell bei Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt (18 Uhr, Sky live und hier im Live-Ticker von Morgenpost Online ) wieder auf ihn setzen kann.

Der so Gelobte verkörpert momentan das Selbstvertrauen, das Union in den vergangenen Wochen gesammelt hat. „Wir fahren mit relativ wenig Druck nach Frankfurt“, sagte Karl. Ein Sieg ist Pflicht für den Top-Aufstiegskandidaten vom Main. Bei Union sind drei Punkte erhofft, aber sicherlich nicht fest eingeplant angesichts der Offensivkraft der Hessen. Alexander Meier (6), Mohamadou Idrissou (5) und Theofanis Gekas (3) haben allein 14 der 23 Treffer erzielt, „wenn man dann noch bedenkt, wen sie auf der Bank haben mit Karim Matmour, Matthias Lehmann und Rob Friend, die haben alle schon in der Bundesliga gespielt“, sagte Neuhaus.

Und hier kommt Markus Karl ins Spiel. „Wir haben uns als Mannschaft besser gefunden und stehen hinten bedeutend besser“, erklärte er, warum die Leistungskurve in den vergangenen Wochen stetig nach oben ging. Die anfänglichen Schwierigkeiten mit der Raute im Mittelfeld – der bevorzugten Neuhaus-Spielweise – sind inzwischen überwunden. Karl, zu Saisonbeginn vom FC Ingolstadt gekommen, erklärte: „In Ingolstadt haben wir immer mit zwei Sechsern gespielt.“ Durch diese zusätzliche Absicherung durfte der Mittelfeldmann bei den Donaustädtern wesentlich offensiver denken und spielen als bei Union. Nun muss er das Hauptaugenmerk auf die Defensivarbeit legen. Karl spricht von „Automatismen, die man sich erarbeiten muss“, und davon, dass er erst in die neue Rolle reinwachsen musste. Inzwischen „arbeiten wir in der Defensive besser zusammen, sprechen auf dem Platz auch viel mehr“, sagte Karl. Er hebt damit auch den Teamgeist hervor, der im Kader herrsche. „Der Trainer gibt jedem das Gefühl, dass er wichtig ist“, so Karl. Er fühlt sich sichtlich wohl bei Union, auch weil er sich in Berlin bereits gut eingelebt hat. „Ich bin rundum zufrieden“, sagte er ohne zu zögern. „Allgemein sind die Menschen hier sehr offen“, dass mache die Sache einfacher. Und wenn dann noch Erfolg hinzukommt, „wird es umso leichter“.