Zweite Liga

Union-Präsident attackiert Ex-Manager Beeck

3500 Fans kamen zum Trainingsstart des 1. FC Union in die Alte Försterei. Klub-Präsident Zingler nutzte die Gelegenheit zu einer Abrechnung mit dem geschassten Team-Manager Beeck.

Kurz vor Beginn musste die Stehplatztribüne doch geöffnet werden. Eigentlich sollten die Zuschauer auf der Sitztribüne Platz nehmen, doch die war mit ihren 1600 Plätzen dem Ansturm zum Trainingsauftakt des 1. FC Union nicht gewachsen. 3500 Fans kamen am Pfingstmontag in die Alte Försterei, so viele wie noch nie. Das brachte selbst Trainer Uwe Neuhaus (51), immerhin seit vier Jahren Trainer in Köpenick, zum Staunen: „Es war ein gutes Gefühl, aus dem Spielertunnel zu kommen, und es ist so voll. Das Interesse ist wieder da.“ Am Montag konnte auch Neuhaus einen ersten Blick auf die Mannschaft werfen, er ließ zu einem internen Spiel antreten, das Team um Torsten Mattuschka gewann 2:1.

Für den Gesprächsstoff des Tages hatte aber Präsident Dirk Zingler gesorgt. In einem Interview mit dem vereinseigenen AF-TV ging Zingler hart mit dem kürzlich entlassenen Teammanager Christian Beeck ins Gericht: „Die Aufgabe eines Teammanagers war es nicht, die sportliche Entwicklung zu kommentieren, sondern sie zu gestalten. Kommentieren ist ein Abfallprodukt, das macht 10 bis 15 Prozent aus. Aber entscheidend ist, ob ich den Sport gestalte. Der laufenden Saison voraus zu sein. Sich Gedanken zu machen, wie es weitergeht. Daran messen wir seine Tätigkeit im Verein.“ Die Schlussfolgerung: Beeck hat die Anforderungen nicht erfüllt. Auf die Frage, wer demnächst vor die Fernsehkameras tritt, erklärte Zingler: „Wer vor der Kamera steht, wird Christian Arbeit (Pressesprecher, d. Red.) entscheiden, das hat er früher entschieden. Christian Arbeit hat die Zitate von Christian Beeck geschrieben, Christian Arbeit hat entschieden, wer vor die Kamera kommt. Kommunikationspolitik bestimmt bei uns die Presseabteilung. Wir machen auch Menschen zu Medienstars, weil wir, der Verein, sie dort hinstellen.“ Der Verein müsse jetzt neue Gesichter aufbauen: „Wir hoffen, dass es positive Gesichter sind, die eine positive Entwicklung des Vereins erklären können und nicht, warum wir 3:0 verloren haben.“

Folgerichtig schob Zingler ein ambitioniertes Saisonziel nach: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz, erst Rang zwölf im ersten Jahr, jetzt elf, da wäre jetzt Rang zehn langweilig.“ Zumindest die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen. 13,2 Millionen Euro wird der Gesamtetat betragen, 6,2 Millionen entfallen auf den Sport. Das ist fast exakt genauso viel wie in der Vorsaison. Der Klub plant mit einem Zuschauerschnitt von 14.000 und mit der ersten Runde des DFB-Pokals. Beide Ziele will Union übertreffen.

Auch in einem anderen Punkt gibt Zingler inzwischen immer mehr ein hohes Tempo vor: beim Ausbau der Haupttribüne. „Das hat Vorrang noch vor dem neuen Nachwuchsleistungszentrum“, sagte der Präsident. Bleibt nur zu hoffen, dass den Verein seine Äußerungen in Richtung Beeck nicht noch teuer zu stehen kommen – in Kürze wird über einen Aufhebungsvertrag mit dem Ex-Manager verhandelt.