Wahrscheinlich musste es so sein. Die ganze Saison in der Zweiten Fußball-Bundesliga lief nicht rund für den Karlsruher SC. Warum sollte dann im letzten Spiel alles reibungslos funktionieren, wo der Klub gerade eine Serie von sieben Partien ohne Sieg aufgebaut hat? Eigentlich war der 15. Platz der Badener im Spiel gegen den 1. FC Union so gut wie nie gefährdet. Gerade in der zweiten Halbzeit erarbeiteten sich die Karlsruher eine Chance nach der anderen. Trotzdem mussten sie am Ende zittern, nachdem Union-Kapitän Torsten Mattuschka (86.) per Freistoß den Anschluss erzielt hatte. Ein Tor der Berliner noch, und der KSC hätte in die Relegation gemusst. Ein Tor fiel aber nicht mehr, es blieb beim 3:2 (2:1) und der KSC in der Liga.
Für Oberhausen gilt das nicht, Rot-Weiß verlor bei Energie Cottbus 1:3 (0:1) und steigt ab, während der VfL Osnabrück nach dem 1:0 (1:0) beim FC Ingolstadt nun in der Relegation auf den Drittliga-Dritten Dynamo Dresden trifft (Hinspiel am Freitag). „Wir sind nur der Außenseiter“, sagte Dynamo-Trainer Ralf Loose, aber „nun besitzen wir den Ehrgeiz, dass Unmögliche möglich zu machen“. Am anderen Ende der Zweitliga-Tabelle sicherte sich der VfL Bochum, der zum Abschluss der Saison 3:1 (1:0) gegen den MSV Duisburg gewann, den dritten Rang und trifft in der Relegation zur Bundesliga auf Borussia Mönchengladbach (Hinspiel am Donnerstag).
Union-Trainer Uwe Neuhaus wurde nach der Partie gebeten, ein kurzes Fazit der Saison zu ziehen. Unabhängig davon, dass das Ziel, der Klassenerhalt, erreicht worden ist, sagte der Trainer: „Es war okay, aber nicht besonders. Es wäre mehr möglich gewesen.“ Diese Beschreibung passte auch ganz gut zum Spiel in Karlsruhe. Die Berliner waren mit einer ordentlich dezimierten Truppe angereist, gleich sieben Spieler fehlten. In der Innenverteidigung kam so in Boné Uaferro ein 19-Jähriger zu seinem ersten Zweitligaeinsatz von Beginn ab. Zuvor war er lediglich einmal eingewechselt worden. Die wenige Erfahrung merkte man ihm an, er war nervös und leitete das 1:0 des KSC durch Andrei Cristea per Fehlpass ein (3.). Zur Pause wurde er durch Maurice Rapp ersetzt, auch 19 und völlig unerfahren.
Trotzdem gelangen den Berlinern in der ersten Hälfte durchaus auch gute Spielzüge, John Mosquera vollendete eine Flanke von Paul Thomik mit dem Kopf zum 1:1 (15.). Nach der Pause, in die Union durch einen Freistoßtreffer von Delron Buckley (31.) mit einem Rückstand ging, aber war das Spiel von vielen Passfehlern bestimmt. Der KSC hingegen bewegte sich schnell zum Tor und hatte dort viel Raum. Doch nur Cristea nutzte ihn (60.).
Auf Platz elf beendeten die Köpenicker damit die Saison, einen Rang besser, jedoch zwei Punkte schlechter als in der Vorsaison und zudem mit einem schwächeren Torverhältnis. Gerade die letzten beiden Aspekte stören Trainer Neuhaus. „Wir brauchen qualitativ gute Spieler“, blickte er auf die neue Spielzeit voraus. Zumal Unions Bester in dieser Saison, der defensive Mittelfeldspieler Dominic Peitz, den Klub verlässt. Er orientiert sich nach oben und schließt sich wohl Bundesliga-Aufsteiger Augsburg an.
BMO





