Es gibt dieses Gerücht nun schon seit einigen Tagen, und es hält sich hartnäckig: Angeblich soll der 1. FC Union Interesse an Patrick Zoundi von Fortuna Düsseldorf bekundet haben. Der Nationalspieler aus Burkina Faso soll sogar schon zu Verhandlungen bei den Köpenickern vorgesprochen haben. Zumindest von den Eckdaten her passt der 29-Jährige ins Schema: Zoundi bekommt in Düsseldorf keinen neuen Vertrag und wäre somit ablösefrei. Sein Berater wollte sich nicht dazu äußern, und so kann über den Wahrheitsgehalt dieser Meldungen nur spekuliert werden.
Das ist in dieser Phase der Saison nun nicht ungewöhnlich, doch die Freude eines Spielers dürften diese Vermutungen ein wenig trüben: Christopher Quiring, der sich seit drei Partien einen festen Stammplatz in Unions Startformation erkämpft hat und genau wie Zoundi auf der rechten Außenbahn spielt. „Ich bin froh, dass ich die letzten Spiele von Anfang an bestreiten durfte“, sagt der 20-Jährige. Dabei dürfte er ruhig etwas selbstbewusster auftreten, schließlich leitet er gerade zusammen mit Verteidiger Christoph Menz (22) den Umbruch hin zum eigenen Nachwuchs ein, dem Quiring entstammt.
So gesehen war es eine echte Wende, die da zuletzt stattfand: Den einen Helden, Karim Benyamina, der den Unionfans seit Jahren ans Herz gewachsen war, musste der Anhang verabschieden. In Quiring hat aber gleich der nächste Spieler zumindest das Potenzial, in seine Fußstapfen zu treten. Er ist schnell, spritzig und sich für keinen Zweikampf an der Seitenlinie zu schade. Er rackert und rennt bis zum Umfallen, auch gegen Energie Cottbus am Sonntag zeigte er seinen Gegnern mit einem 50-Meter-Solo die Hacken – bis er nur durch ein Foul aufgehalten werden konnte. So gesehen war es nur folgerichtig, dass ihm gegen Cottbus sein erstes Zweitliga-Tor gelang „Ich habe einfach draufgehalten und bin erleichtert, dass ich vor so einer großen Kulisse ein Tor geschossen habe“, sagt er.
Dabei sah es lange Zeit nicht danach aus, als könnte Quiring noch einmal eine ernsthafte Rolle spielen. Er absolvierte zwar eine ordentliche Vorbereitung, danach war er zunächst immerhin Einwechselspieler. Dann aber verschwand er für längere Zeit in der zweiten Mannschaft – Trainer Uwe Neuhaus sagte, dass er mit seinen Trainingsleistungen nicht einverstanden war. Ein Gespräch mit seinem Trainer nahm sich der Youngster zu Herzen. „Er sagte mir, dass es zurzeit nicht reicht“, erzählt Quiring: „Ich habe dann natürlich versucht, es im Training und bei Einsätzen in der zweiten Mannschaft besser zu machen.“ Seitdem läuft es wieder, seine Passgenauigkeit beträgt starke 75 Prozent.
Allerdings ist auch Quiring klar, dass der Verein auf seiner Position wohl aktiv werden wird. Der Vertrag mit dem bisherigen Stammspieler Paul Thomik wurde nicht verlängert, und nur mit einem Talent wird der Klub wohl kaum in den Kampf um den Klassenerhalt einsteigen wollen. So gesehen würde eine Verpflichtung Zoundis durchaus Sinn machen. Quiring kann das am Ende an sich egal sein – ruft er seine Leistungen von zuletzt ab, wird er seine Einsätze so oder so bekommen.
mkl















