1. FC Union

3000 Fans reisen mit den Eisernen nach Aue

Auch wenn Union-Manager Beeck nur vom "kleinen Ost-Derby" spricht, werden bis zu 3000 Anhänger die Reise zum Spiel ins gut 300 Kilometer entfernte Aue in Sachsen antreten. Trotzdem sind die Köpenicker Außenseiter.

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Die Partie ist ausverkauft. Zumindest geht man bei Erzgebirge Aue, dem Gegner des 1. FC Union, fest davon aus. Knapp 14.000 Tickets sind bereits abgesetzt, bis zu 3000 Union-Anhänger werden erwartet, am heutigen Sonntag stehen nur noch wenige Restkarten für das 16.000 Zuschauer fassende Erzgebirgsstadion zur Verfügung. Der Rahmen für ein „kleines Ost-Derby“, wie Christian Beeck, Teammanager des Berliner Fußball-Zweitligisten, die Partie (ab 13.30 Uhr bei Sky und im Live-Ticker von Morgenpost Online ) nennt, sind gegeben.

Fakt ist: Die Köpenicker werden ob der Heimstärke der Auer (zehn der bislang zwölf Partien wurden gewonnen) mit Respekt antreten, aber nicht in Ehrfurcht erstarren. Mut schöpft die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus ausgerechnet aus den vergangenen Auftritten in der Fremde. Denn nachdem Union den Ruf des gern gesehenen Gastes, weil Punktelieferant, über Monate nicht hat ablegen können, stützt man sich nun auf die beiden Siege bei Klassenprimus Hertha BSC (2:1) und Aufstiegsaspirant MSV Duisburg (1:0). „Aue wird sicherlich ein harter Brocken, doch in den letzten Auswärtsspielen haben wir bewiesen, zu welchen Leistungen wir fähig sind“, sagte Beeck.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Union seine Heimspiele als Grundlage für den Klassenerhalt nehmen wollte, aber nur dank seiner Punkteausbeute in den Gastspielen sich dem Saisonziel Schritt für Schritt nähert. Dies kann wieder gelingen, denn die Konkurrenz hat den Berlinern durchaus in die Karten gespielt. Der SC Paderborn ging sang- und klanglos mit 0:5 gegen Energie Cottbus unter, der Karlsruher SC spielte nur 1:1 beim VfL Bochum, und bereits am Freitag waren sowohl Oberhausen (1:1 bei 1860 München) als auch Osnabrück (0:2 gegen Fürth) sieglos geblieben. Soll heißen: Selbst bei einer Niederlage in Aue bliebe den Unionern ein Fünf-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz. Kein ausreichendes, aber doch ein beruhigendes Polster für den Saisonendspurt.

Was nichts daran ändert, dass Union als Außenseiter im Lößnitztal antreten wird. Allein die Worte des Trainers machen deutlich, was alles passen muss, um im Erzgebirge nicht aussichtslos zu sein. „Wir müssen versuchen, eine gute Mischung zwischen zweikampfstarken, auch kopfballstarken, robusten, aber auch zielstrebigen, torgefährlichen und mental starken Spielern zu finden“, sagte Neuhaus also. Wenn es weiter nichts ist…

Was er in seiner Aufzählung noch vergessen hat, ist das Attribut „gesund“. Zwar trainierten Torsten Mattuschka (nach Magen-Darm-Problemen), Daniel Göhlert (Leistenprobleme) und Santi Kolk (Hüftschmerzen) wieder mit. Ob es für einen Einsatz reicht, wird sich aber erst am Sonntag entscheiden. Bei Kapitän Mattuschka ist die Frage, wie viel Kraft ihm die Magen-Darm-Probleme geraubt haben. Bei Innenverteidiger Göhlert steht Neuhaus sogar vor einem Rätsel: „Es ist überraschend, dass bei der Untersuchung weder ein Faserriss noch eine Zerrung festgestellt wurden. Wir werden aber kein Risiko eingehen.“ Sollte Göhlert passen müssen, steht Ahmed Madouni bereit.