Zweite Bundesliga

Neuer Rasen soll Union wieder mehr Glück bringen

Der Rasen des Stadions An der alten Försterei hat in den vergangenen Tagen sehr gelitten. Deshalb muss jetzt ein neuer her. Und mit ihm kommen hoffentlich auch Punkte für den 1. FC Union – sonst droht der Abstieg.

Foto: dpa / dpa/DPA

Das Grauen hat ein Ende, zumindest in absehbarer Zeit. Übernächste Woche, zwischen dem Heimspiel-Doppelpack gegen Aufstiegsaspirant FC Augsburg (12. März) und Schlusslicht Arminia Bielefeld (20. März), soll das Stadion an der Alten Försterei nun einen neuen Rasen bekommen. Endlich, möchte man hinzufügen, denn die Bedingungen beim 1. FC Union waren in den vergangenen Wochen alles andere als Zweitliga-würdig.

Bis dahin ist Durchhalten angesagt. „Unter den derzeitigen Witterungsbedingungen ist ein Austausch noch nicht möglich. In zwei Wochen sieht das hoffentlich anders aus. Bis dahin nehmen wir die Bedingungen an und werden das Beste daraus machen“, schwor Teammanager Christian Beeck die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus noch einmal ein. Bis man jedoch endlich wieder vom grünen Rasen sprechen kann, müssen sich die Unioner noch anderweitig behelfen. Durch intensive Pflegearbeiten zum Beispiel. Und dass die Köpenicker Meister der Improvisation sind, haben sie über die vergangenen Monate und Jahre hinlänglich bewiesen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die neue Spielfläche noch rechtzeitig kommt, damit Union in den Heimspielen wieder auf den Erfolgsweg zurückfindet. Die Gefahr, dass sich Ähnliches wiederholen könnte wie in der vergangenen Spielzeit, ist absolut gegeben. Vor einem Jahr hatten die Berliner in der Rückrunde eine Durststrecke von acht Partien ohne Sieg durchzustehen. Dass der Klub nicht noch in akute Abstiegsgefahr geriet, lag an der guten Vorarbeit. 33 Punkte hatte Union damals auf seinem Konto, war als Tabellenachter im gesicherten Mittelfeld. Doch der Zwölf-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz schmolz schnell auf die Hälfte zusammen.

Nun stehen die Köpenicker bei 29 Zählern mit einem Sechs-Punkte-Polster da. Kaum auszudenken, wie tief Union wieder in den Abstiegskampf rutschen würde, gingen die beiden Partien bei Erzgebirge Aue am Sonntag ( hier im Live-Ticker von Morgenpost Online )und danach gegen Augsburg verloren. „Wir sind uns alle bewusst, dass wir noch nichts erreicht haben“, sagte Daniel Göhlert. Wohl wissend, wie sich eine Negativserie jetzt auf den Saison-Endspurt auswirken würde.

Die Frage ist: Zu welchen Leistungen sind die Unioner noch fähig? Dass sie die Qualitäten besitzen, um wieder in ein Spiel zurückzufinden und diese Partie auch mit etwas Zählbarem, sprich Punkten, zu beenden, ist bekannt. Zu wissen, dass man sich steigern kann, ist nicht hoch genug einzuschätzen, vor allem wenn es um den Klassenerhalt geht. Doch wie sieht es im umgekehrten Fall aus, wie reagiert die Mannschaft, wenn sie – wie gegen die Münchner Löwen geschehen – sehr gut anfängt, am Ende aber doch ohne Punkte da steht? Wenn es also kaum noch Steigerungsmöglichkeiten gibt?

Der Trainer jedenfalls ist sich sicher, dass es keinen größeren Knacks in seinem Team gegeben hat. „Man kann ja besser spielen“, sagte Neuhaus, „weil man effektiver und konsequenter vor dem Tor agieren kann.“ Möglichkeiten nach oben gebe es immer. Dass er die Seinen in den vergangenen Tagen Torschussübungen absolvieren ließ, mag hier mehr dem normalen Trainingsbetrieb als der Konsequenz aus dem 1860-Spiel geschuldet sein. Gebrauchen kann es die Mannschaft nach den zuletzt gezeigten Abschlussschwächen aber allemal.

Zumal sich die Personalsituation just vor den Wochen der Wahrheit wieder verschärft hat. Donnerstag fehlte Kapitän Torsten Mattuschka wegen Magen-Darm-Problemen ebenso beim Training wie Michael Parensen, den Probleme am Schienbeinmuskel plagen. Darüber hinaus musste Santi Kolk die Vormittagseinheit nach einer Stunde wegen Schmerzen in der Hüfte abbrechen, Innenverteidiger Göhlert schaffte es immerhin bis kurz vor Ende des Vormittagstrainings, ehe seine Leiste nicht mehr mitspielen wollte. „Wir haben drei Spieler, wo es zumindest Fragezeichen gibt“, sagte Neuhaus. Nur bei Parensen ist der Coach ziemlich sicher, dass es für einen Einsatz gegen den Überraschungsaufsteiger im Erzgebirgsstadion reichen wird.

Wird es also wie im vergangenen Jahr das große Zittern geben beim 1. FC Union? „Ich hoffe nicht“, sagte Uwe Neuhaus. Doch wie immer in solchen Situationen schickt der Trainer gern noch ein paar mahnende Worte hinterher: „Wir sollten uns die Situation immer vor Augen halten.“