Drei Spiele in Folge nicht verloren, dabei sieben Punkte geholt. Teilweise wurde der Sieg des 1. FC Union beim MSV Duisburg sogar als Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt bezeichnet. So weit will es Uwe Neuhaus nun nicht kommen lassen. „Es war ein wichtiger Sieg, schon vom Kopf her. Dass man sieht, dass der Abstand wieder größer wird“, sagte der Trainer. Neun Punkte lagen zwischenzeitlich sogar zwischen seiner Mannschaft und dem Relegationsplatz der Zweiten Liga. Nun geht Union mit einem Sieben-Punkte-Polster in das letzte Saisondrittel. Morgenpost Online nennt vier Gründe, warum die Berliner praktisch schon den Klassenerhalt so gut wie sicher haben.

• Konkurrenzfähigkeit Lange hat es gedauert, bis sich der Satz, den Neuhaus mit fast schon wöchentlicher Beharrlichkeit in der Hinrunde heruntergebetet hat, endlich auch von der Realität bestätigt wird. „Wenn alle Spieler gesund sind, sind wir absolut konkurrenzfähig“, hatte der Trainer immer wieder betont, vor allem in jenen Wochen, in denen ihm sechs oder noch mehr Spieler wegen Krankheit oder Verletzungen gefehlt haben. Nun, da Neuhaus fast aus dem Vollen schöpfen kann, ist Union sogar in der Lage, bei einem Aufstiegsaspiranten nicht nur mitzuhalten, sondern auch zu gewinnen. Sicherlich auch begünstigt durch die guten Platzverhältnisse in Duisburg, gelang es den Berlinern, den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen. Die Duisburger konnten nur reagieren statt agieren. Der Trainer selbst lobte die „guten Ballstaffetten“ seiner Mannschaft. Unter dem Strich blieben 90 Minuten, in denen die Köpenicker teilweise sogar spielerisch überlegen waren. Umso ärgerlicher, dass in Christoph Menz (leichter Muskelfaseriss) gleich wieder ein Spieler ausfällt. Patrick Kohlmann (Prellung des Schienbeinkopfes) hingegen wird wohl gegen 1860 München spielen können.

• Torschützen Paul Thomik, John Jairo Mosquera, Torsten Mattuschka, Christian Stuff, Santi Kolk, Chinedu Ede – die acht Union-Tore der Rückrunde verteilen sich auf sechs Schützen. Bis auf den Torwart sind alle Mannschaftsteile dabei vertreten. Auch die Art der Treffer war höchst unterschiedlich. Ob Standardsituation, Kopfball, Fernschuss oder direkt vor dem Kasten – ein Stereotyp, wie die Köpenicker Kicker zum Erfolg kommen, gibt es nicht. Das macht sie für die gegnerischen Abwehrreihen derzeit unberechenbar.

• Ausdauer Osnabrück hat es beim 3:3 zu spüren bekommen. Auch Duisburg oder zuvor Hertha BSC: Die Unioner sind konditionell in der Lage, über die volle Distanz hohes Tempo zu gehen. Das hilft, Rückstände aufzuholen oder Führungen zu verteidigen. Der gerade erst vor kurzem wieder absolvierte Laktattest belegt, wie wichtig Trainer Neuhaus den Fitnesszustand seiner Spieler nimmt.¯

• Historie Immer wieder ist von 40 Punkten die Rede, die Union zum Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt holen will. Doch die vergangenen beiden Spielzeiten belegen: Seit der Einführung der Relegationsspiele mit der Dritten Liga reichen bereits 37 Zähler zum definitiven Ligaverbleib. Acht Punkte aus elf Spielen – das sollte für Union machbar sein, zumal in den nächsten vier Runden drei Heimspiele anstehen, darunter die Partie gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Bielefeld. Doch die Warnung des Trainers folgt postwendend. „Durchpusten ja, Erfolge genießen sicherlich auch, aber weiter konzentriert arbeiten“, fordert Neuhaus: „Die nächsten vier Spiele werden keine Selbstläufer. Wenn wir gegen 1860 München am Freitag verlieren, stehen wir auswärts wieder unter Druck. Das Spielchen wird sich nicht ändern, bis wir die 40 Punkte erreicht haben.“ Legt man die vergangenen Auftritte zu Grunde, ist Union auf dem besten Weg dahin.