Zweite Liga

Union feiert Mosquera und das 2:1 gegen Aachen

Zum Auftakt der Rückrunde in der 2. Fußball-Bundesliga hat der 1. FC Union in der Alten Försterei Alemannia Aachen mit 2:1 geschlagen. Für den sechsten Saisonsieg der Eisernen sorgten Mosquera und Thomik.

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Paul Thomik kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Geduldig beantwortete der Mittelfeldspieler des 1. FC Union alle Fragen, egal, ob eine TV-Kamera auf ihn gerichtet war oder die zahlreichen Aufnahmegeräte. „So viele Tore schieße ich ja nicht“, sagte der 25-Jährige, „und schon gar nicht mit links.“ Am Freitagabend schoss er eins, das erste in der Rückrunde für den Köpenicker Klub, sein erstes im 13. Spiel für Union überhaupt. Und Thomik bereitete den zweiten Treffer der Berliner beim 2:1 (1:0) gegen Alemannia Aachen zudem mustergültig vor. Es war ein Sieg, der hochverdient gewesen ist und den Trainer Uwe Neuhaus ebenso zufrieden kommentierte: „Nach diesem Spiel kann man schon von einem richtig guten Start in die Rückrunde sprechen.“

Richtig gut, weil die Berliner den Kontrahenten über 90 Minuten nicht zur Entfaltung kommen ließen. Laufbereitschaft, Tempo, Zweikampfverhalten – „dadurch haben wir den Gegner beeindruckt“, sagte Neuhaus. Nichts war zu sehen vom in der Hinrunde so oft gelobten schnellen Offensivspiel der Aachener. Was sicher auch daran lag, dass Union mit den Begebenheiten besser zurecht gekommen ist. „Vielleicht hätten wir auch lieber im Matsch trainieren sollen“, murrte Alemannia-Kapitän Benjamin Auer ebenso frustriert wie enttäuscht. Die Frage, ob sich die Vorbereitung im heimischen Winter mehr auszahlen wird oder ob es nicht besser gewesen wäre, wie die Aachener die kurze Pause in wärmeren Gefilden zu überbrücken, hat Union eindeutig beantwortet. „Wir waren mit den Bedingungen besser vertraut“, bestätigte Thomik.

Diese Vertrautheit dokumentierte sich wie folgt: Im entscheidenden Moment waren die Hausherren immer einen Schritt eher am Ball. Dabei kassierten sie – und das ist in einem solchen Kampfspiel nicht selbstverständlich – keine Gelbe Karte, Aachen hingegen zwei. Statt sich in unnötigen Zweikämpfen zu verstricken, spielte Union mit einfachen, aber erfolgreichen Mitteln. Konsequent in der Defensive, dazu meist lange Bälle auf das Sturmduo John Jairo Mosquera und Halil Savran. „Was die beiden da vorn gearbeitet haben, war richtig gut“, nötigte die Leistung der Berliner auch Aachens Trainer Peter Hyballa Respekt ab. Die 12347 Zuschauer hatten in der Alten Försterei jedenfalls ihren Spaß.

Jubel gab es bereits vor dem Anpfiff. Für Torsten Mattuschka, der nach vier Spielen Pause wegen einer Virusinfektion wieder dabei sein konnte, bis nach 73 Minuten „die Puste alle war“, so der Union-Kapitän. Für Michael Parensen, der erstmals seit Ende September wieder die linke Seite beackern durfte. Und für Christoph Menz, der dem 1. FC Union die Treue halten wird. Gestern verlängerte der 22-jährige Verteidiger seinen Vertrag bei den Köpenickern bis Juni 2013, der Kontrakt ist gültig sowohl für die Zweite Liga als auch für die Bundesliga. „Wenn ein Spieler im Verein groß wird und es schafft, sich bei den Profis durchzusetzen, ist das der schönste Lohn für die Nachwuchsabteilung“, sagte Teammanager Christian Beeck. Menz kam vor zehn Jahren vom 1. FC Magdeburg an die Alte Försterei, gestern absolvierte er seinen 15. Einsatz im 18. Spiel der Saison.

Traumtor von Thomik

Und er hielt seinem „Vordermann“ Thomik weitestgehend den Rücken frei für Offensivaktionen. So konnte Thomik in der 21. Minute, von Mattuschka mit Übersicht in Szene gesetzt, nahe des Strafraums auftauchen, nach innen ziehen und mit einem herrlichen Schuss aus 20 Metern in den Winkel vollenden. Alemannia-Torwart David Hohs hatte keine Chance, auch wenn er vielleicht ein wenig zu weit vor seinem Tor gestanden hatte. Das Tor, so Trainer Neuhaus, „war zu diesem Zeitpunkt überfällig“. Und es gab seinem Team noch mehr Selbstvertrauen. Mosquera (25., Aachens Junglas rettet auf der Linie), erneut Thomik (35.), Menz (36.) – eine höhere Führung wäre nicht nur möglich, sie wäre auch verdient gewesen.

„So mussten wir aber immer auf der Hut sein“, sagte Neuhaus. Auch weil nach dem Wechsel beste Möglichkeiten nicht genutzt wurden (Peitz /48., Mosquera /55., Parensen/60.) – das alte Manko der Berliner. Erst als Thomik mit einem intelligenten Steilpass Mosquera bediente, und der Schuss des Kolumbianers, noch leicht abgefälscht, die Lücke zwischen Hohs und rechtem Pfosten ins Tor fand, beruhigten sich die Nerven der Unioner ein wenig (63.). Dass Aachens Marco Höger in der dritten Nachspielminute noch einen Elfmeter verwandelte, nachdem Benjamin Auer von Daniel Göhlert gefoult worden war, war nicht mehr als ein Schönheitsfleck, der niemandem die Feierlaune mehr vermiesen konnte. Schon gar nicht Paul Thomik.