1. FC Union

Jetzt arbeiten die Eisernen an ihrer Physis

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Marcel Stein

Die eklatante Auswärtsschwäche, seit 16 Spielen hat der 1. FC Union nicht mehr gewonnen, wird langsam zum Menetekel des Vereins. Die ganze Arbeit blieb unbelohnt. Die Eisernen wirken derzeit wie jemand, der ständig dem Glück hinterher rennt, es aber nicht zu fassen bekommt.

Viel haben sie gar nicht falsch gemacht. An sich war das meiste, was die Spieler des 1. FC Union am Sonntag auf dem Platz zeigten, sogar genau das, was der Trainer von ihnen sehen wollte. Der erhoffte Effekt aber, der wollte sich trotzdem nicht einstellen. Das Fußballteam aus Köpenick war gut, ja, erneut jedoch nicht gut genug, um im Zweitligaduell bei 1860 München einen Punkt mitzunehmen. „Es tut schon weh, das mitanzusehen“, sagt Trainer Uwe Neuhaus. Gerade, wenn die eklatante Auswärtsschwäche, seit 16 Spielen hat Union nicht mehr gewonnen, langsam zum Menetekel des Vereins wird.

Dafür war die Atmosphäre beim Training am Montag allerdings noch recht entspannt. Was nicht selbstverständlich ist. Union befindet sich auf Rang 15, also im Abstiegskampf, Niedergeschlagenheit wäre eher zu erwarten gewesen. Weil man alles versucht hat und feststellen musste, dass selbst das nichts nutzt. Das zu verarbeiten, dürfte kein einfacher Prozess werden. „Andersherum wäre es aber noch schlimmer“, sagt Neuhaus, „dann würden wir uns den Kopf zerbrechen und uns fragen, ob die Qualität reicht und ob wir zweitligatauglich sind.“

Nach dem Spiel in München stellen sich diese beiden Fragen für den Trainer nicht. Seine Mannschaft war wach, aggressiv, lange auch dominant. Union investierte viel in die Partie, viel mehr als in die Auswärtsspiele zuvor. „Insgesamt war ich schon mit jedem einzelnen zufrieden“, so Neuhaus. Sein Team spielte nicht wie ein Absteiger. Aber ihm widerfuhr genau das, was zu solchen Teams passt. „Du machst einen Fehlpass, die schießen einmal aufs Tor, und es steht 1:0. So ist es halt, wenn man unten steht“, sagte Kapitän Torsten Mattuschka. Die ganze Arbeit blieb unbelohnt. Union wirkt derzeit wie jemand, der ständig dem Glück hinterher rennt, es aber nicht zu fassen bekommt.

In der Vereinsgeschichte finden sich dafür genug Parallelen. Vielleicht sagt Präsident Dirk Zingler auch deshalb: „Zu Union gehört auch das Durchstehen schwieriger Phasen.“ Für den Trainer ist es nun in der Länderspielpause wichtig, die Zweifel zu zerstreuen, die sich bei dem einen oder anderen trotz des guten Auftritts in München breit machen werden. Er muss die Profis darauf vorbereiten, dass es nach der erneuten Niederlage nicht einfacher werden wird für sie. An erster Stelle auf dem Plan für die nächsten Tagen steht nun, viel an der Physis zu arbeiten. „Weil das die Hauptsache im Abstiegskampf ist“, sagt Abwehrspieler Daniel Göhlert.

Zwar hat der Abstand Unions zum Mittelfeld der Tabelle noch keine dramatischen Formen angenommen. Die nicht enden wollende Auswärtsschwäche sorgt allerdings in den nächsten Partien für zusätzlichen Druck, da der Klub umso mehr auf die Punkte aus den Heimspielen angewiesen ist. Diese nach der Pause gegen den euphorischen Aufsteiger und Tabellendritten Aue zu holen, wird schwer genug. Danach liegen aber gleich zwei Auswärtspartien vor den Köpenickern, erst in Augsburg, dann in Bielefeld. Diese Spiele könnten Unions Weg weisen.

München immerhin hat gezeigt, dass die Berliner nicht ganz daneben liegen. Nur wenig fehlte, ein bisschen Glück. „Wir müssen uns dieses Quäntchen erarbeiten. Dann bin ich mir sicher, dass wir unten rauskommen“, sagte Mattuschka, der sich wie Ahmed Madouni trotz der Situation auch ein bisschen freuen konnte. Die beiden wurden am Montag 30 Jahre alt.