Bei Hertha BSC stand deshalb gestern zunächst ein hartes und konzentriertes Training auf dem Plan. Hatte Markus Babbel die Seinen am Mittwoch noch per Fahrrad zum Frühstücken geschickt, ließ er sie am Donnerstag im internen Testspiel antreten. Das Resultat gefiel ihm offenbar so gut, dass er den Profis für den Nachmittag unverhofft freigab. „Das war ein richtig gutes Spiel“, bilanzierte Babbel, „da macht es Sinn, das zweite Training ausfallen zu lassen.“ Verzichten musste er ohnehin auf seinen Stammtorwart Maikel Aerts, der wegen einer Erkältung einige Tage aussetzten muss. „Ich denke nicht, dass es länger dauert“, beruhigte Babbel.
In Abwesenheit von Aerts und bis zu neun Nationalspielern machen derzeit vor allem die Nachwuchstalente von sich reden. „Wir schauen in der Pause gezielt nach unten, denn ich weiß, dass dort hochkarätige Talente spielen“, sagte Babbel. So erhalten in diesen Tagen vor allem Alfredo Morales, Marvin Knoll, Abu Bakarr Kargbo und Shervin Radjabali-Fardi ihre Chance. Offenbar haben sie in der U23 genau das getan, was Babbel von ihnen dort verlangte: Anlauf auf die erste Mannschaft nehmen. Und das Training mit den Profis soll kein Einzelfall bleiben: Wer sich empfiehlt, darf bleiben, verspricht der Trainer. Dafür haben seine Talente nun also noch eine gute Woche Zeit.
Union befeuert Konkurrenzkampf
In Köpenick arbeiten die Unioner dieser Tage vor allem an der Physis. Dabei nimmt Christian Beeck die Spieler gehörig in die Pflicht. „Für seine körperliche Fitness ist jeder Spieler selbst verantwortlich“, mahnte der Teammanager des Tabellenfünfzehnten. Und: „Jeder Spieler steht auch in der Pflicht, das im Spiel entsprechend umzusetzen“, sagte Beeck weiter. Das Absolvieren von Übungseinheiten mit angezogener Handbremse wird keineswegs geduldet.
Und um den Druck auf das Stammpersonal weiter zu erhöhen, testen die Unioner am Freitagabend gegen sich selbst. Auf der Anlage des Köpenicker SC in der Wendenschloßstraße müssen die Profis zweimal eine Stunde ran, zunächst gegen die eigenen Oberliga-Amateure, danach auch noch gegen die eigenen A-Junioren. „Wir wollen die Konkurrenzsituation damit weiter anfeuern“, verdeutlichte Beeck. Zudem ein deutliches Signal dafür, dass die sportliche Leitung trotz des leichten Aufwärtstrends bei den Zweitliga-Kickern mit dem Gezeigten längst noch nicht zu frieden ist. Wie kann sie auch nach nur fünf Punkten aus sieben Partien.
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