Es brauchte nur wenige Sekunden nach dem Abpfiff, da lagen sich die Fans auf den Rängen und die Spieler auf dem Rasen in den Armen. Es gab einen Sieg, das 2:1 (2:1) des 1. FC Union über Rot Weiss Ahlen, zu feiern. Die Berliner bleiben auch nach sieben Spielen in der Zweiten Liga weiter ungeschlagen. Und als Spitzenreiter grüßen sie vom schönsten aller Nichtabstiegsplätze, wie es Stadionsprecher Christian Arbeit bezeichnete, dem ersten Platz. „Wir freuen uns sehr. Wer hätte schon gedacht, dass wir nach sieben Spielen mit 17 Punkte da oben stehen“, sagte Trainer Uwe Neuhaus.
Die Gäste aus Westfalen erwischten den besseren Start. Was ziemlich erstaunlich war, da sie im Gegensatz zu Union unter der Woche im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth (2:3) gespielt hatten. Der Ärger über das Aus war offensichtlich verflogen, denn Ahlen zeigte sich anfangs unbeeindruckt. Nach einer vergebenen Kopfball-Chance von Bahattin Köse in der 3. Minute war es Marcel Reichwein, der das 1:0 erzielte.
Ein Tor, das die zu diesem Zeitpunkt indisponierten Gastgeber schockte – Andreas Zimmermann dagegen freute. Der 39-Jährige war vor sechs Tagen auf den geschassten Stefan Emmerling als Trainer in Ahlen gefolgt. Als Spieler gehörte der gebürtige Berliner und frühere Verteidiger übrigens den legendären „Hertha-Bubis“ an, ehe er in der Saison 1995/96 für 29 Spiele auch das Trikot von Union trug.
Guter Start für den Sponsor
Apropos Trikots. Die von Union waren erstmals in einem Pflichtspiel nach brustfreien Wochen wieder mit dem Namen eines Sponsors versehen. Denn unter der Woche hatten die Berliner mit kfzteile24 einen Nachfolger für die Firma ISP präsentiert. Die von einem Ersatzteilehersteller für Autos unterstützten Unioner nahmen nach dem 0:1 dann aber mehr Fahrt auf.
Angetrieben von dem besten Unioner Torsten Mattuschka erspielten sich die Köpenicker Feldvorteile. Mit einem Freistoß aus 20 Metern, der knapp vorbei ging, setzte Mattuschka das erste Signal (10.). Nach Vorarbeit von Michael Parensen, der sich auf der linken Seite durchgesetzt hatte, markierte Mattuschka in der 24. Minute aus 18 Metern das 1:1. Danach dominierte die Mannschaft von Neuhaus die Partie. Sie nutzte den Platz für teilweise hervorragenden Kombinationsfußball. Die beste Szene gab es in der 32. Minute, als sich Mattuschka und Bemben rechts behaupteten. Das Zuspiel nach innen wurde nur nicht in ein Tor umgewandelt, weil Marco Gebhardt bei seinem Schuss aus 16 Metern zu viel Rückenlage hatte.
Union vergibt gute Möglichkeiten
Und so mussten die 12.212 Anhänger, die ihre Mannschaft wieder einmal sangeslustig fast über die gesamte Spielzeit unterstützten, bis zur 42. Minute warten. Da erzielte Karim Benyamina – erneut hatte Parensen vorbereitet – das 2:1.
Es war sein viertes Saisontor und zugleich der 78. Treffer in einem Pflichtspiel für Union. Damit ist der Stürmer neuer Rekordtorschütze der Eisernen. Bislang hatte Jacek Mencel (77) die Rangliste angeführt. „Mir wurde gesagt, dass ich dieses Tor am besten zu Hause schießen soll. Ich bin froh, dass es geklappt hat“, sagte Benyamina.
Auch nach der Pause waren die Fronten eindeutig geklärt. Jedoch versäumte es Union, das Spiel frühzeitig für sich zu entscheiden. Sowohl Mattuschka (72.) als auch der im Abschluss etwas unglücklich agierende John Jairo Mosquera (75.) vergaben gute Möglichkeiten. Und so mussten die Fans am Ende ob der Fahrlässigkeit – der eingewechselte Kenan Sahin traf nicht einmal das leere Tor (90.) – noch ein wenig zittern. „Wir haben heute wieder einmal Moral bewiesen“, freute sich Kapitän Gebhardt, „der Erfolg ist eine Bestätigung für unsere Arbeit.“




