Dimitri Owtscharow hat eine Sensation im Halbfinale des olympischen Tischtennis-Turniers verpasst. Der 23-Jährige musste sich in der Vorschlussrunde dem Topfavoriten und Weltmeister Zhang Jike aus China mit 1:4 geschlagen geben, hat im kleinen Finale (14.30/15.30) aber noch die Chance auf den Gewinn der Bronzemedaille. Dort trifft der Weltranglistenzwölfte am Donnerstagnachmittag (14.30 Uhr/15.30 Uhr) auf den Verlierer des zweiten Halbfinals zwischen Vize-Weltmeister Wang Hao (China) und Chuang Chih-Yuan (Taiwan).

Ein Sieg würde die zweite olympische-Einzelmedaille für Deutschland nach Bronze 1996 in Atlanta durch den den heutigen Bundestrainer Jörg Roßkopf bedeuten. Rekordeuropameister Timo Boll (Düsseldorf) war überraschend früh im Achtelfinale ausgeschieden.

Auf der Tribüne jubelten der WM-Dritte Timo Boll, die anderen deutschen Team-Mitglieder sowie die recht große Fan-Kolonie Owtscharow zu. Sie war zahlen- und stimmenmäßig den Chinesen ebenbürtig. Die Niederlage des Deutschen konnte aber auch durch die Unterstützung nicht verhindert werden. Der Chinese mit dem Spitznamen „Tibetischer Kampfhund“ gab sich keine Blöße.

In den ersten beiden Sätzen agierte Owtscharow zu nervös. Erst im dritten Satz wurde der in Russland spielende Tischtennis-Profi besser. Er konnte nun mehr Offensivaktionen setzen. Der 24-jährige Chinese ließ aber nicht mehr als einen Satzgewinn Owtscharow zu. Zhang Jike spielte deutlich besser als im bisherigen Turnierverlauf und zog ins Endspiel ein.

Egal, was noch in London passiert, eine einzigartige Auszeichnung hat „Dima“, so sein Spitzname, allen Tischtennis-Spielern voraus: Sein Markenzeichen, der Rückhandaufschlag aus der tiefen Hocke, belegte 2008 in einer Top-50-Liste der besten Erfindungen im Time-Magazin den 36. Platz. Seine Hand, so hieß es zur Begründung, tanze dabei, und die unheimliche Bewegung verblüffe den Gegner.

sid/dpa/sei