Wimbledon

Sabine Lisicki – So lief das Match im Liveblog

Die Hoffnungen des ganzen Landes ruhten auf Sabine Lisicki, doch am Ende verliert die Berlinerin das Finale von Wimbledon mit 1:6, 4:6 gegen eine starke Marion Bartoli aus Frankreich.

Foto: Dennis Grombkowski / Getty Images

Das war unser Liveblog zum Wimbledon-Finale 2013. Bis zum nächsten Mal.

16.55 Uhr: Ein Danke an Sabine

Auch wenn das heute nicht so lief, wie sich vor allem viele Berliner das gewünscht hätten, muss Sabine Lisicki an dieser Stelle ein großes Kompliment gemacht werden. Ihr symphatisches Auftreten in London ist um die Welt gegangen, sportlich hat sie unter anderem mit ihrem Sieg gegen die Weltranglistenerste Serena Williams echte Höhepunkte des bisherigen Sportjahres geliefert.

Lisicki hat dafür gesorgt, dass der Tennissport, wenn auch nur für ein paar Tage, wieder so gefragt war wie zu Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf. In Berlin sprechen sie von WTA-Turnieren, die sie in die Hauptstadt holen wollen, und fast hätte sogar die ARD mal wieder Tennis gezeigt.

Lisicki ist erst 23 Jahre alt, Zeit für einen großen Titel hat sie noch reichlich. Bleibt zu hoffen, dass ihr Sport diesen Schwung mitnimmt und der legendäre Tennis-Manager Ion Tiriac bald nicht mehr sagen kann: „Die drei beliebtesten Sportarten in Deutschland sind Fußball, Fußball und Fußball.“

16.46 Uhr: Viel Ehre, viel Geld

Stolz reckt Bartoli den Venus-Rosewater-Teller in die Kameras, die Trophäe aus Sterlingsilber, verziert mit mythologischen Figuren und einem Durchmesser von 48 Zentimetern. Für die Französin ist es der erste Grand-Slam-Titel ihrer Karriere.

Ein Wimbledon-Sieg bringt Ruhm und Ehre – und man hat den Rest seines Lebens einen Anspruch auf Tickets. Vor allem aber ist er gut für den Geldbeutel. Bartoli erhält für ihren Triumph umgerechnet 1,87 Millionen Euro, Lisicki bekommt immerhin die Hälfte. Zum Vergleich: In ihrer bisherigen Karriere hat Lisicki rund zwei Millionen Euro erspielt. Bartoli kommt auf 6,6 Millionen.

Insgesamt schütten die Veranstalter dieses Jahr 26,2 Millionen Euro an die Spieler aus – eine Steigerung von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

16.42 Uhr: „Kompliment an Marion“

Mit feuchten Augen schreitet Lisicki zum Mikrofon, um vor dem gesamten Publikum zu sprechen: „Ich war übermannt von der Situation“, sagt sie, um gleichzeitig Bartoli zu gratulieren. Wer sie kennt, weiß, dasss sie niemals aufgibt, deshalb überraschen die Worte danach nicht: „Ich bin sicher, dass ich noch mal die Chance bekommen werde, hier um den Titel zu spielen.“

16.36 Uhr: Ende eines kleinen Sommermärchens

Lisicki sitzt auf ihrer Bank und sieht aus, als ob sie gleich in Tränen ausbrechen müsse. Experten, Umfeld, Wettanbieter: Fast alle hatten auf die Berlinerin gesetzt. Doch Bartoli hat verdient gewonnen, im ersten Satz war Lisicki komplett abgemeldet, im zweiten kam die Aufholjagd zu spät.

16.32 Uhr: Sabine Lisicki verliert das Finale von Wimbledon

Aus, vorbei. Mit einem Ass beim vierten Matchball gewinnt Marion Bartoli das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon. Sie schlägt die Hände vor den Mund, dann läuft sie zum Netz, um Lisicki zu umarmen.

16.28 Uhr: Nur noch 4:5!

Das ist so langsam wieder die alte Lisicki! Die Deutsche macht jetzt Druck, lässt Bartoli laufen und holt die wichtigen Punkte. Noch ein Break, und alles ist wieder offen in diesem zweiten Satz.

16.26 Uhr: Es ist noch nicht vorbei

Lisicki holt sich das Break, nur noch 3:5! Der psychologische Vorteil für die Berlinerin wird langsam größer.

16.21 Uhr: Lisicki wehrt drei Matchbälle ab

Warum nicht vorher so? Mit einem Ass verkürzt Lisicki auf 2:5. Dreimal hätte Bartoli hier alles klar machen können. Vielleicht kommt jetzt die Wende, es wäre nicht die erste furiose Aufholjagd von Lisicki bei diesem Turnier.

16.17 Uhr: Die letzte Chance?

In Rekordtempo hot Bartoli das 5:1. Wenn jetzt kein Wunder geschieht, war es das.

16.15 Uhr: London klatscht für Lisicki

Es ist ja kein Geheimnis: Die Zuschauer in Wimbledon hoffen auf einen Sieg von Lisicki. „Doris Becker“, „Boom Boom Bine“, „Super Sab“: An liebevollen Spitznamen mangelt es nicht. Lisicki fühlt sich von der Menge bereits „adoptiert“, wie sie sagt.

Bartoli hingegen hoffte vorab, dass das Publikum sich fair verhalten würde. Sie sei verdient in dieses Finale eingezogen hat sie fast ein bisschen trotzig angemerkt. Allerdings hat sie die Zuschauer auch ein bisschen vergault: Im Viertelfinale gab es von ihr viel Gemecker, weil trotz Nieselregens nicht unterbrochen wurde. So etwas mögen sie in London gar nicht.

16.13 Uhr: Es wird eng

Jetzt liegt Lisicki mit 1:4 hinten. Erst ein Aufschlagspiel hat sie durchgebracht. Die 23-Jährige wirkt ziemlich verunsichert. Wenn sie mal die Faust ballt, schaut das fast schon verzweifelt aus. Immer wieder blickt sie rüber zur Box, wo unter anderem die Eltern Richard und Elisabeth sowie Bundestrainerin Barbara Rittner sitzen.

16.06 Uhr: Bartoli hält ihr Service

Jetzt muss Lisicki mal langsam den Schalter umlegen. Bartoli bringt ihren Aufschlag durch und führt mit 3:1.

16 Uhr: Lisicki wieder hinten

Und als hätten wir es beschworen, gibt Lisicki mal wieder ihren Aufschlag ab. 1:2, Bartoli liegt erneut in Führung.

15.59 Uhr: Bartoli einfach stark

Man muss auch anerkennen: Marion Bartoli macht das richtig gut hier. Sie macht kaum Fehler und dominiert das Spiel von der Grundlinie.

Wie Lisicki ist Bartoli das Ergebnis des Engagements ihres Vaters. Doch während es in der Familie Lisicki (zumindest nach außen hin) stets harmonisch zugeht, ist das Verhältnis von Marion und Vater Walter nicht immer entspannt. Im Februar trennte sie sich von ihm als Trainer und spielte anschließend zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder für ihr Nationalteam. Davor war dies nicht möglich, da laut Regularien die Eltern der Spieler nicht mit zur Vorbereitung reisen dürfen. Inzwischen wird sie von dem Franzosen Thomas Drouet trainiert.

Ebenfalls wissenswert: In ihrer Jugend erzielte die 28-Jährige bei einem IQ-Test das sagenhafte Ergebnis von 175 – mehr als Albert Einstein. Schlafen ist ihre Leidenschaft – eine halbe Stunde vor dem Halbfinale gegen Kirsten Flipkens machte sie seelenruhig ein Nickerchen. Ein weiteres Hobby: malen.

15.58 Uhr: 1:1 – Das gibt es nicht

Lisicki hat drei Breakchancen und nutzt keine einzige. Stattdessen verschlägt sie mal wieder eine einfache Vorhand. Das war die Chance, sich im zweiten Satz abzusetzen.

14.46 Uhr: 1:0 für Lisicki!

Es geht doch, will man fast sagen. Lisicki geht im zweiten Satz gleich in Führung.

15.43 Uhr: Höhepunkt einer mäßigen Saison

Für beide Spielerinnen war 2013 bisher ein durchwachsenes Jahr. Lisicki stand zwar bei den WTA-Turnieren in Memphis und Pattaya City im Finale, musste aber auch Erstrundenniederlagen bei wichtigen Events wie den Australian Open und in Miami einstecken. Im Fed Cup gegen Serbien im April zog Bundestrainerin Barbara Rittner für das Einzel Mona Barthel vor, allerdings wurde Lisicki im entscheidenden Doppel eingesetzt, das Deutschland gewann und dadurch in die Weltgruppe aufstieg.

Für Bartoli lief es auch nicht immer rund. Vor Wimbledon hat sie bei keinem Turnier mehr als zwei Spiele in Folge gewonnen. Bei ihrem Heimturnier, den French Open, war in Runde drei Endstation, genau wie bei Lisicki.

Auch durch Wimbledon kommen beide aber insgesamt auf eine positive Matchbilanz 2013. Lisicki: 26 Siege bei zwölf Niederlagen, Bartoli 23:13. Auf Rasen haben beide in diesem Jahr erst ein Spiel verloren.

>>> Interaktive Grafik: Wimbledon - der Weg von Sabine Lisicki ins Finale <<<

15.41 Uhr: Lisicki verliert den ersten Satz

Kurz und schnörkellos holt sich Bartoli Durchgang Nummer eins in nur 28 Minuten. Bei Lisicki scheint dieses Finale Nervenflattern zu verursachen, sie wirkt vollkommen von der Rolle. Die Pause jetzt wird ihr hoffentlich gut tun.

15.39 Uhr: Jetzt wird es eng

Bartoli gewinnt das fünfte Spiel in Folge – 5:1 im ersten Satz. Bei Lisicki kommt nicht viel zusammen: Der erste Aufschlag, ihr Grundlinienspiel, dazu viele unerzwungene Fehler. Da muss mehr kommen!

15.28 Uhr: 1:4 – Entscheiden die Nerven?

Jetzt führt Bartoli schon mit 4:1. Natürlich hat die Französin die größere Erfahrung. Sie ist seit 13 Jahren Profi, Lisicki erst seit sieben. Zudem kennt die Französin das Gefühl, im Finale von Wimbledon zu stehen: 2007 unterlag sie Venus Williams 4:6, 1:6.

Doch Lisicki hat in London schon unglaubliche Nervenstärke bewiesen. Im Achtel- und Halbfinale lag sie im letzten Satz mit 2:4 beziehungsweise 0:3 hinten und konnte das Match noch drehen.

15.27 Uhr: Das nächste Break gegen Lisicki

Und wieder gibt Lisicki ihren Aufschlag ab. Bartoli macht viel Druck – bei Lisicki kommen zu wenig erste Aufschläge ins Feld. 1:3.

15.22 Uhr: 1:2 – Lisicki in Rückstand

Bartoli holt sich Spiel Nummer drei mit einem Ass und führt. Trotzdem ist die Partie bislang sehr ausgeglichen.

15.19 Uhr: Bartoli gleicht aus

Chance vertan, Marion Bartoli nutzt ihren zweiten Break-Ball zum 1:1-Ausgleich.

15.17 Uhr: Eine Frage der Taktik

Am Ende wird es auch darauf ankommen, wie beide sich auf das Spiel der jeweils anderen einstellen. Lisicki hat mit Trainer Wim Fissette natürlich eine Bartoli-Analyse vorgenommen. Das Spiel der Französin beschreibt sie mit einem Wort: „aggressiv“.

Die Vorteile der Berlinerin liegen vor allem in Vorhand und Aufschlag. Bartoli, die die Vorhand sehr eigenwillig beidhändig spielt, hat bei diesem Schlag weniger Reichweite. So wird Bartoli wohl versuchen, Lisicki auf ihrer Rückhand zu attackieren und zu Fehlern zu zwingen.

15.15 Uhr: Da ist das erste Break

Lisicki nimmt Bartoli gleich den Aufschlag ab, 1:0 für die Berlinerin. Bartoli wehrt zunächst zwei Break-Bälle ab, doch Lisicki punktet im dritten Versuch, dank zweier Doppelfehler der Französin. Ein starker Auftakt!

15.10 Uhr: Es geht los!

Bartoli serviert, jetzt heißt es: Daumen drücken!

15.08 Uhr: Der harte Weg ins Finale

Laut Papier hat Bartoli dieses Finale souveräner erreicht: Keinen einzigen Satz hat sie bislang abgegeben. Ihre härteste Gegnerin war die Weltranglisten-17. Sloane Stephens aus den USA, die sie im Viertelfinale mit 6:4, 7:5 besiegte.

Lisicki traf gleich in Runde eins auf die French-Open-Siegerin von 2010, Francesca Schiavone, die sie überraschend deutlich mit 6:1, 6:2 bezwang. Es folgten weitere Duelle gegen absolute Top-Spielerinnen wie Samantha Stosur (Weltranglistenplatz 13), Agnieszka Radwanska (4) und natürlich Serena Williams (1), in denen die 23-Jährige jeweils über drei Sätze gehen musste.

Bilanz: Der Weg ins Finale war für Lisicki definitiv härter. Die durchschnittliche Weltranglistenplatzierung ihrer Gegnerinnen betrug Rang 22. Die von Bartolis nur 64.

15.04 Uhr: Lisicki hat die besseren Werte

Obwohl Bartoli als Weltranglisten-15. um neun Plätze besser platziert ist als Lisicki, sprechen die Zahlen bei diesen Turnier bislang eindeutig für die Deutsche. In fast allen wichtigen Statistiken hat sie die Nase vorn:

Lisicki kommt insgesamt auf mehr Asse (39:12), mehr direkte Gewinnschläge (201:113), eine höhere Quote beim ersten Aufschlag (63%:61%), den schnelleren Aufschlag (Spitzenwert in Wimbledon 196km/h, Bartoli:169km/h) und weniger Doppelfehler (20:27). Lediglich die Zahl der unerzwungenen Fehler spricht für Bartoli (201:89).

15 Uhr: Die Spielerinnen betreten den Platz

Lisicki hat bereits angekündigt, an ihrer täglichen Routine nichts zu ändern: „Aufstehen, ein gutes Frühstück, aufwärmen, auf das Spiel vorbereiten.“ Wenn sie auf den Platz läuft, will sie den Song „Play Hard“ ihres Lieblingsmusikers David Guetta über ihren Kopfhörer hören. Play Hard – dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Nette Geste: Beide Spielerinnen erhalten einen mächtigen Blumenstrauß vorab. Natürlich in den Farben vom Wimbledon: grün und lila.

14.57 Uhr: Führung im direkten Vergleich

Im direkten Duell führt Lisicki mit 3:1. Das letzte Spiel gegen Bartoli gewann die Berlinerin 2011, im Viertelfinale von Wimbledon. Aber wie heißt es so schön: Jedes Spiel fängt bei null an.

14.53 Uhr: Höhepunkt einer mäßigen Saison

Für beide Spielerinnen war 2013 bisher ein durchwachsenes Jahr. Lisicki stand zwar bei den WTA-Turnieren in Memphis und Pattaya City im Finale, musste aber auch Erstrundenniederlagen bei wichtigen Events wie den Australian Open und in Miami einstecken. Im Fed Cup gegen Serbien im April zog Bundestrainerin Barbara Rittner für das Einzel Mona Barthel vor, allerdings wurde Lisicki im entscheidenden Doppel eingesetzt, das Deutschland gewann und dadurch in die Weltgruppe aufstieg.

Für Bartoli lief es auch nicht immer rund. Vor Wimbledon hat sie bei keinem Turnier mehr als zwei Spiele in Folge gewonnen. Bei ihrem Heimturnier, den French Open, war in Runde drei Endstation, genau wie bei Lisicki.

Auch durch Wimbledon kommen beide aber insgesamt auf eine positive Matchbilanz 2013. Lisicki: 26 Siege bei zwölf Niederlagen, Bartoli 23:13. Auf Rasen haben beide in diesem Jahr erst ein Spiel verloren.

14.48 Uhr: Ein ungewöhnliches Finale

Nur die wenigsten Experten hätten vorher wohl auf die Konstellation Lisicki-Bartoli gesetzt. Erst dreimal in der 136-jährigen Geschichte von Wimbledon hat eine Spielerin außerhalb der Top 10 das Turnier gewonnen. Das letzte Mal, dass eine Spielerin ohne zuvor gewonnenen Grand-Slam-Titel in London triumphierte, war 1998: Jana Novotna besiegte Nathalie Tauziat.

14.46 Uhr: Lisicki hochkonzentriert und trotzdem locker

Um elf Uhr hat die Berlinerin im an das Gelände vom Wimbledon angrenzenden Aorangi Park ihr letztes Training absolviert. Rund 35 Minuten Bälle schlagen, keine große Sache. Den zahlreichen Beobachtern präsentierte sie sich hochkonzentriert, aber dennoch locker und gelöst.

14.41 Uhr: ARD-Angebot abgelehnt

Stellen Sie sich vor, Sabine Lisicki wird Wimbledon-Siegerin, und kaum jemand sieht es live im Fernsehen. Für viele Tennis- und Sport-Fans wird das am Samstag Realität. Das Damen-Endspiel wird live, aber verschlüsselt vom Bezahlsender Sky übertragen. Live-Bilder im Free-TV gibt es nicht. Der Pay-TV-Sender mit seinen 3,4 Millionen Abonnenten hat eine ARD-Anfrage – angeblich in Höhe von 500.000 Euro – abgelehnt. Bei Morgenpost online sind Sie trotzdem live dabei.

14.38 Uhr: Gute äußere Bedingungen

In London herrschen 26 Grad Celsius, es ist etwas bewölkt, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 20 Prozent. Aber keine Sorge: Bei Regen wird nicht unterbrochen, sondern einfach das Dach über dem Centre Court ausgefahren.

14.35 Uhr: Good afternoon!

Das Warten hat bald ein Ende. In einer halben Stunde wird Sabine Lsicki den heiligen Rasen von Wimbledon betreten, um den ersten Grand-Slam-Titel seit 14 Jahren nach Deutschland – und ihre Heimatstadt Berlin zu holen.