Wimbledon 2013

Die Finalistinnen Lisicki und Bartoli im direkten Vergleich

Sabine Lisickis Aufschlag ist eine Waffe, Marion Bartoli ist dagegen flink unterwegs auf dem Court. Die Morgenpost hat die Erfolge, Wirkung und Ticks der beiden Wimbledon-Finalistinnen verglichen.

Foto: GLYN KIRK CARL COURT / AFP

Der Kopf

Sabine Lisicki wurde nach der Mittleren Reife Profi. Mit klarem Ziel, unbeirrbar fokussiert auch auf dem Platz. Als sie in Dallas mal mit falschem Namen vorgestellt wurde, lachte sie nur.

Bei Marion Bartoli wurde in der Schule ein Intelligenzquotient von 175 attestiert. Bartoli ärgert sich, dass sie es verriet: „Die Leute machen sich nur lustig.“ Der Boulevard nennt sie „Madame Einstein“.

Die Schläge

Sabine Lisickis Aufschlag ist eine Waffe, der schnellste in Wimbledon erreichte 196 Stundenkilometer, die Gegnerin hat nur sieben Zehntelsekunden zum Return. Schlägt auch im Feld hart und schlauer als früher.

Bartolis bester Aufschlag bislang 169 km/h, der zweite gilt als Schwachpunkt. Gute Platzaufteilung und flink unterwegs, aber Ausdauerprobleme. Schlägt Vor-und Rückhand wie ihr Vorbild Monica Seles beidhändig.

Die Außenwirkung

Immer mit einem Lächeln, Londons Publikumsliebling. Sabine Lisicki hat bei Facebook 240.000 Fans, Bartoli nur 15.000. Vermarkter ist Marktführer IMG, der Sponsorverträge mit Nike und Longines aushandelte.

Als Marion Bartoli mehrere Jahre ohne Ausrüstervertrag war, meckerte sie: „Ich bin vielleicht nicht blond genug.“ Dafür schenkte ihr der von ihr angehimmelte Bond-Darsteller Pierce Brosnan nach einem Sieg mal Blumen.

Die Erfolge

Sabine Lisicki gewann drei Turniere, zuletzt im August 2011 in Dallas. Verdiente mehr als 2,2 Millionen Euro an Preisgeld. Verlor von bislang vier Spielen gegen Bartoli nur eins (2008), bezwang sie zuletzt in Wimbledon 2011.

Marion Bartoli erzielte bislang sieben Turniersiege, zuletzt 2011 in Eastbourne auf Rasen. Verlor 2007 im Wimbledon-Finale gegen Venus Willams 4:6, 1:6. Die 28-Jährige verdiente in 13 Profi-Jahren 6,6 Millionen Euro Preisgeld.

Die Ticks

Sabine Lisicki marschiert immer mit Disco-Musik von David Guetta („Play hard“) ins Stadion ein. Betritt nach Pausen aus Aberglauben niemals die Linien. Twittert in allen Lebenslagen mit Sportkollegen wie Dirk Nowitzki oder Manuel Neuer.

Marion Bartoli hielt in der Players Lounge ein Nickerchen vorm Halbfinale. Zappelt auf dem Platz aber unentwegt und imitiert Schläge, was schon manchen Gegner entnervte. Wartet auch mal provokant an T-Linie auf Aufschlag des Gegners.

Das Umfeld

Lisickis Eltern sind stets dabei, Vater Richard hörte 2013 als Trainer auf. Wim Fissette (Belgien) ist nach zwei Fehlversuchen der richtige Coach. Ihre Beziehung zu Schwimmer Benjamin Starke soll beendet sein.

Bartoli nabelte sich gerade von Vater Walter ab. Thomas Drouet ist schon der dritte Trainer dieser Saison, er wurde vor Wochen vom Vater eines Spielers verprügelt. Ex-Profi Amelie Mauresmo berät zudem.

Die Zahlen des Turniers

Asse: Lisicki 39 - Bartoli 12

1. Aufschlag: Lisicki 302 von 481 (63 Prozent) - Bartoli 227 von 375 (61 Prozent)

Doppelfehler: Lisicki 20 - Bartoli 27

Unerzwungene Fehler: Lisicki 130 - Bartoli 89

Gewinnschläge: Lisicki 201 - Bartoli 113

Quote Netzangriffe: Lisicki 92 von 122 (75 Prozent) - Bartoli 49 von 65 (75 Prozent)

Wettquote bei bwin: Lisicki 1:1,42 - Bartoli 1:2,75

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