Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft, die am Freitag beginnt, bringt ökonomisch einen beträchtlichen Gewinn für Berlin. Die Volkswirte der Investitionsbank Berlin haben die wirtschaftlichen Effekte der Veranstaltung mit einer Simulationsrechnung überschlagen. Sie gehen demnach von einem zusätzlichen Bruttoinlandsprodukt über die nächsten Jahre bis 2013 von 110 Millionen Euro, fast 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen und einem Plus im Landeshaushalt von 21,6 Millionen aus. Das Land Berlin haftet für ein mögliches Minus der Veranstalter mit maximal 20 Millionen Euro.

Das Szenario, das die IBB als „realistisch“ veröffentlichte, geht von einer Besucherzahl von 750.000 aus. Allein 2009 würde sich durch deren Ausgaben für Hotels, Gastronomie und Shopping sowie durch die Ausgaben für Caterer, Event-Organisatoren, Sicherheitsfirmen, Schreibdienste, Kultureinrichtungen und andere Dienstleister die Einnahmen um 58 Millionen Euro erhöhen. Die Auswirkungen der WM seien aber auch noch bis 2013 messbar, so die IBB-Volkswirte. Setze man die Zahl der Besucher mit 500.000 an, werde ein wirtschaftlicher Effekt von 75,4 Millionen Euro erzeugt. Bei einer optimistischen Schätzung mit einer Million Gästen steigt die Wirtschaftsleistung um 174 Millionen.

Hinzu komme der Werbewert. TV-Bilder aus Berlin gehen in 190 Länder. Vier Milliarden Zuschauer werden die Wettkämpfe im Fernsehen verfolgen.

Der Senat sieht sich gut für die WM gerüstet. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) rechnet mit einem „reibungslosen Verlauf“. Der öffentliche Nahverkehr soll trotz anhaltender Einschränkungen bei der S-Bahn sichergestellt werden. Laut Körting gibt es „keinen einzigen Hinweis“ auf Terroranschläge von Islamisten. Trotz der zahlreichen Besucher geht Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) nicht von vermehrten Schweinegrippe-Infektionen aus.

Heinrich Clausen, Chef des Organisationskomitees, geht zudem davon aus, dass die Stadt nicht finanziell einspringen muss. Er will die Zahl der verkauften Tickets von bisher 320.000 noch deutlich erhöhen. „Wir gehen davon aus, dass wir unser Ziel erreichen, 400.000 Tickets zu verkaufen“, sagte Clausen. „Damit würden wir finanziell im Soll liegen. Insgesamt gibt es 545.000 Eintrittskarten für die neun Wettkampftage im Olympiastadion.