Fabian Reese verbeugte sich ein letztes Mal. Vor der Ostkurve, vor den Fans von Hertha BSC, zum Abschluss einer Saison, die alles andere als glücklich für den Berliner Fußball-Zweitligisten und seinen Leistungsträger gelaufen ist. Die aber immerhin noch ein Happy End bekam. Vor dem letzten Duell dieser Spielzeit am Sonntag gegen Hannover 96 verkündete der Offensivkünstler das, wovon kaum einer zu träumen gewagt hatte.

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Es wirkte so unspektakulär für die Botschaft, die er überbrachte. Nach dem Aufwärmen, auf dem Weg in die Kabine, kurz ein Mikrofon angeklemmt, zwei Schritte auf den Rasen und die Worte: „Liebe Hertha-Familie, wir alle haben denselben Traum und deshalb möchte ich euch heute mitteilen, dass ich bleibe. Für Hertha, für euch, für uns, für die Stadt Berlin!“

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Bei Hertha BSC findet Fabian Reese alles, was er braucht

Bis 2030 hat der 27-Jährige seinen Vertrag verlängert, soll nach Informationen der „Bild“ 150.000 Euro pro Monat verdienen, plus Prämien. Ein finanzieller Kraftakt für die Berliner, die damit aber ihre Ambitionen untermauern, nicht mehr tatenlos zuzusehen, wie die Besten nach kurzer Zeit wieder abwandern.

Als Reese seine Verlängerung kurz vor dem Anpfiff live kundtat, tobte das mit 66.997 Zuschauern besetzte Olympiastadion. Bei der Verlesung der Aufstellung wenig später bekam der Offensivkünstler noch ein „Fußballgott“ mit auf den Weg – so laut und deutlich wie noch nie. Nach Abpfiff wurde er von der Ostkurve noch mal extra gewürdigt.

„Ich habe mit einigen gesprochen, habe mich auch sehr geehrt gefühlt, dass ich in viele Länder und Ligen zu Top-Mannschaften hätte gehen können“, gab Reese einen Einblick in die vergangenen Wochen. „Wertschätzung, Zuspruch, Liebe, Dankbarkeit, das alles finde ich hier.“

Berliner bleiben Letzter der Heimtabelle

Für Sportdirektor Benjamin Weber waren es schweißtreibende Wochen, die am Samstagabend mit dem Durchbruch im Verhandlungspoker ein positives Ende nahmen. Für die Kaderplanung und für das Finale dieser Spielzeit. „Wir wollten den Moment vor fast 70.000 Zuschauern nutzen in dem Wissen, dass wir keine gute Saison gespielt haben“, erklärte Weber. „Wir konnten in den Heimspielen nicht für viel Euphorie sorgen und da wollten wir im Vorfeld einen positiven Start und ein Ende dieser Saison setzen.“

Auch der letzte Auftritt vor den eigenen Fans endete nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte. 1:1 (1:1) gegen Hannover 96, insgesamt nur vier Siege, fünf Remis und acht Niederlagen. Bedeutete in der Endabrechnung: letzter Platz in der Heimtabelle. Das Erschreckende: Im Olympiastadion gelangen dem Team nur 20 Treffer.

Doch beim letzten Saisonspiel geriet auch dieser Aspekt zur Fußnote. Weil der Reese-Coup alles überstrahlte. Und natürlich hatte es sich der Mann des Tages nicht nehmen lassen, diesen für ihn und für Hertha besonderen Tag mit einem Tor zu krönen. Sein Kopfballtreffer nach Vorlage von Jonjoe Kenny war der Ausgleich (37.) in einer Partie, in der es um nichts mehr ging. Während oben und unten in der Tabelle noch gekämpft wurde, einigte man sich in Berlin auf ein schiedlich, friedliches Remis. Hannover 96 war nach neun Minuten durch Nicolo Tresoldi in Führung gegangen.

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Auch Ibrahim Maza wird vor der Ostkurve gefeiert

Doch bei der all der Freude über die Vertragsverlängerungen von Reese, Toni Leistner und Deyovaisio Zeefuik, die in dieser Woche ebenfalls finalisiert wurden, waren auch die Abschiede. Die von Jonjoe Kenny, Smail Prevljak und Andreas Bouchalakis. Der von Geschäftsführer Thomas E. Herrich, der seinen Posten zum Saisonende aufgibt.

Besonders emotional wurde es aber bei Florian Niederlechner und Ibrahim Maza. Der eine geht zu 1860 München, der andere zu Bayer Leverkusen. Beide werden fehlen – das machten auch die Reaktionen der Fans deutlich. Maza wurde vor und nach dem Spiel mit Sprechchören bedacht, ging Richtung Ostkurve und bedankte sich.

Maza will Hertha BSC in der Bundesliga wiedertreffen

„Ich bin unglaublich dankbar und froh, aber auf der anderen Seite auch unglaublich traurig“, sagte der 19-Jährige hinterher. „Ich bin dankbar für den unglaublichen Support, die Liebe, die Wertschätzung.“ Sein letztes Spiel für seinen Herzensverein war auch deshalb noch mal besonders, weil Maza gegen seinen besten Freund Noel Aseko spielte.

„Das war noch mal schön zum Abschluss. Ich hatte Unterricht mit ihm, wir waren zusammen auf der Schule“, erklärte Herthas Toptalent. Für ihn geht der Weg jetzt bei Champions-League-Klub Leverkusen weiter. Wann er seine Berliner Weggefährten in der Bundesliga wiedertrifft? „Übernächstes Jahr!“ Mit den jüngsten Vertragsverlängerungen ist das kein unwahrscheinliches Szenario.

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