Es war wieder einmal ein Fest der Farben blau und weiß. Hertha BSC gastierte am Sonnabendmittag beim Karlsruher SC. Ein Duell, in dem es um mehr als Fußball geht. In einer riesigen Choreografie in den gemeinsamen Vereinsfarben feierten die Fans beider Klubs ihre Freundschaft. Verschiedene Spruchbänder und Bilder, unter anderem vom verstorbenen Hertha-Präsidenten Kay Bernstein, transportierten die große Symbolik dieses Mittags in Baden-Württemberg.

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Sportlich gesehen war dabei für den Berliner Fußball-Zweitligisten die Herausforderung, diese in allen Bereichen überschäumende Freundlichkeit nicht mit auf das Feld zu lassen. So war es vergangene Saison zweimal passiert, diesmal aber war Hertha bestens eingestellt. „Es war wieder grandios mit der Fan-Freundschaft, aber zum Glück haben wir es diesmal auf dem Platz nicht so angenommen“, sagte Kapitän Toni Leistner nach dem etwas überraschenden 3:1 (1:1) beim KSC.

Hertha BSC bringt dem Karlsruher SC die erste Niederlage bei

Zum ersten Mal in dieser Saison gelang den Berlinern damit ein Sieg gegen eine höher platzierte Mannschaft, Karlsruhe war noch ungeschlagen. „Es war klar, dass wir leiden müssen“, sagte Herthas Coach Cristian Fiél deshalb im Nachgang über die Partie.

Im Vergleich zum schwachen Auftritt gegen Eintracht Braunschweig (ebenfalls 3:1) brachte er zwei neue Spieler in die Startformation. Deyovaisio Zeefuik kehrte nach seiner Gelbsperre zurück, außerdem bekam Florian Niederlechner seine lang ersehnte Chance von Beginn an. Pascal Klemens und Derry Scherhant rotierten auf die Bank.

Ibrahim Maza verletzt sich bei seinem Treffer

Systematisch bedeutete das die Rückkehr zur Viererkette, Zeefuik verteidigt hinten links. Im Mittelfeld zeigte sich derweil wieder die Fiélsche Asymmetrie, um das Zentrum zu überladen. Michal Karbownik, Kevin Sessa und Ibrahim Maza bekamen dort ständig Unterstützung von Michael Cuisance, der vom rechten Flügel aus einrückte. Karlsruhe konnte damit nicht umgehen, sodass der Franzose in der Nähe seiner Heimatstadt Straßburg das Berliner Angriffsspiel dirigieren konnte, wie er wollte.

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Schon die erste gefährliche Aktion münzte Hertha in den Führungstreffer um. Cuisance bediente Maza mit einem zauberhaften Steckpass, der 18-Jährige vollendete trocken per Direktabnahme (9.). Dieses Tor hatte jedoch einen hohen Preis: Maza verletzte sich beim Schuss am rechten Knie, er konnte nicht mal über seinen Treffer jubeln. Der Youngster versuchte nach einer ersten Behandlung noch weiterzuspielen, musste kurz darauf aber doch ausgewechselt werden.

Maza verletzte sich schon 2023 schwer am gleichen Knie

So wurden böse Erinnerung an seine schwere Meniskus-Verletzung aus dem Sommer 2023 wach, dort war ebenfalls das rechte Knie betroffen. Maza hatte damals als Jugendspieler im Trainingslager der Profis groß aufgetrumpft und wurde dann durch die lange Ausfallzeit empfindlich in seiner Entwicklung zurückgeworfen.

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Hertha spielte dieser Widrigkeit zum Trotz weiter gut, Pascal Klemens kam für Maza in die Partie. Die Berliner brachten dann jedoch selbst den Gegner ins Spiel, Rückkehrer Zeefuik verursachte mit einem stümperhaften Foul gegen Fabian Schleusener einen Elfmeter.

Zeefuik trifft für Hertha kurz nach der Halbzeit

Den setzte Marvin Wanitzek zwar noch an den Pfosten (30.), genau wie einen Freistoß kurz vor der Pause (45+2.). Kurz vor der Halbzeit fiel dann aber doch noch der Ausgleich. Marton Dardai hatte in einem Kopfballduell mit Budu Zivzivadze keine Chance, sodass Karlsruhes Topstürmer zum 1:1 einnetzen konnte (45+3.).

Nach einem wirklich guten Auftritt ging Hertha also etwas bedröppelt in die Kabine. Dort sammelten die Berliner jedoch neuen Mut, der schon früh im zweiten Durchgang in der erneuten Führung resultierte. Zeefuik beförderte eine Cuisance-Ecke mit dem Schienbein über die Linie, 2:1 (49.).

Trainer Cristian Fiél: „Du brauchst ein Quäntchen Glück“

„Wir haben zur richtigen Zeit die Tore geschossen“, sagte Fiél, denn seine Mannschaft legte wenig später noch nach. Anders als nach dem 1:0, wo die Berliner mehrere gute Möglichkeiten vergaben. Jetzt belohnte sich Stürmer Niederlechner für seine gute Leistung und erzielte nach einem Steilpass von Jonjoe Kenny per Lupfer das 3:1 (58.).

Karlsruhe wehrte sich durchaus und hatte noch einige Gelegenheiten. „Du brachst aber auch einfach das Quäntchen Glück, dann kannst du hier gewinnen“, bilanzierte schließlich ein zufriedener Trainer Fiél. Hertha geht nach zwei Siegen in Serie nun mit Rückenwind ins Pokalspiel gegen den Bundesligisten 1. FC Heidenheim (Mittwoch, 18 Uhr, Olympiastadion). Ob aber Edeltalent Maza dann auch dabei ist, ist nach diesem Spiel äußerst fraglich.

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