Es sind die letzten Nachwehen der Mitgliederversammlung, die bei Hertha BSC beseitigt werden. Am Donnerstag bekam der Aufsichtsrat des Berliner Fußball-Zweitligisten einen neuen Vorsitzenden. Nach dem Rücktritt von Klaus Brüggemann wird Torsten-Jörn Klein den Vorsitz übernehmen. Darauf einigten sich die verbliebenen drei Mitglieder auf einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstag.
„Natürlich freue ich mich sehr, wieder mehr Verantwortung für unseren Verein übernehmen zu dürfen“, erklärte Klein, der dem Kontrollgremium schon von 2018 bis 2022 vorstand. „Ich werde dies mit größtem Engagement ausfüllen, denn mir ist bewusst, dass auch ich eine Mitverantwortung an unserer aktuellen problematischen Lage trage. Jetzt geht es darum, diesen harten Weg gemeinsam und geschlossen zu gehen.“
Klein ist seit über 25 Jahren Vereinsmitglied bei Hertha BSC
Mit dem Eingeständnis der Mitverantwortung reagiert Klein auf die Vorwürfe von Klaus Brüggemann (64), der am 15. Oktober kurz vor der Mitgliederversammlung zurückgetreten war und in einem Brief an die Mitglieder scharfe Kritik an seinem Gremiumskollegen geübt hatte. Klein, einst Vorstand von Gruner+Jahr und mittlerweile Inhaber und Geschäftsführer eines Digitalunternehmens in Hamburg, sei an fast allen maßgeblichen Entscheidungen, die Hertha an den Abgrund geführt hätten, beteiligt gewesen.
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Der 59-Jährige ist seit mehr als 25 Jahren Vereinsmitglied, gehört seit 2004 ununterbrochen dem Aufsichtsrat an, wurde sechsmal von den Mitgliedern wiedergewählt und ist damit einer der wenigen, der nach Jahren des Umbruchs auf allen Vereinsebenen noch übrig ist.
Scott Körber bleibt Stellvertreter
Zusammen mit Scott Körber (52/Vorsitzender des Sportausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus), der weiterhin als Stellvertreter fungieren wird, und Andreas Schmidt (50/ehemaliger Hertha-Profi) wird das Gremium nun zu dritt weitermachen, bis zur nächsten turnusmäßigen Wahl im Mai 2026. Laut Satzung ist eine vorzeitige Nachwahl erst nötig, wenn die Zahl der Mitglieder unter drei fällt.
Dass nur noch ein Trio übrig ist, hängt damit zusammen, dass sich zusammen mit Brüggemann auch Renate Döhmer zurückgezogen hat. „Ich danke zunächst den beiden zurückgetretenen Aufsichtsratsmitgliedern Klaus Brüggemann und Renate Döhmer für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement bei Hertha BSC“, ließ Präsident Kay Bernstein wissen, „und wünsche den drei verbliebenden Mitgliedern im Aufsichtsrat volle Konzentration für die anstehenden Aufgaben im Interesse von Hertha BSC.“
Der Aufsichtsrat will wieder mit einer Stimme sprechen
Im Interesse von Hertha BSC – ganz ohne persönliche Eitelkeiten, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Nach der Mitgliederversammlung im Mai 2022 hatte sich Brüggemann in einer Kampfabstimmung zum Vorsitzenden wählen lassen, obwohl er derjenige gewesen war, der auf der MV nicht die meisten Stimmen der Mitglieder bekam. Ein Umstand, der immer wieder zu Unstimmigkeiten und Uneinigkeit im Gremium führte.
Das soll nun der Vergangenheit angehören. Der Aufsichtsrat will wieder mit einer Stimme sprechen. Damit der Fokus wieder auf das Wesentliche gelenkt wird – das Wohlergehen von Hertha BSC. Und auf das Sportliche. Am Sonnabend sind die Berliner im Heimspiel gegen den SC Paderborn gefordert (13 Uhr, Sky) und stehen dabeinach dem 1:3 in Nürnberg wieder unter Druck.


