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Trotz verpasster Europa-Quali ist Dardai stolz auf sein Team

Die Berliner verloren in Hannover, haben keine Chance auf die internationalen Plätze zu rutschen.

Trainer Pal Dardai ist stolz auf die Leistung seiner Spieler

Trainer Pal Dardai ist stolz auf die Leistung seiner Spieler

Foto: pa

Berlin. Nach der letzten verspielten Chance auf Europa will Pal Dardai die Kopf-Blockade seines Teams in wichtigen Spielen mit neuen Methoden beseitigen. "Wir müssen die Konsequenzen aus dieser Saison ziehen", sagte der Coach nach dem 1:3 (0:3) bei Hannover 96. "Vielleicht müssen wir mehr mit einem Mentaltrainer arbeiten, vielleicht brauchen wir mehr Lockerheit, vielleicht muss ich noch lockerer werden."

Wie schon beim 2:2 gegen den FC Augsburg kam der Berliner Fußball-Bundesligist bei den Niedersachsen überhaupt nicht ins Spiel, schaffte durch Davie Selke in der 73. Minute nur noch das 1:3. "Das ist eine Kopfsache, eine mentale Sache, daran müssen wir arbeiten", bewertete Dardai den erneuten schlechten Start ins Spiel. Als Zehnter hat der Hauptstadtclub vor dem letzten Spieltag gegen RB Leipzig am Samstag nun keine Möglichkeit mehr, doch noch in die Europapokalplätze zu rutschen.

Als vergebene Möglichkeit auf eine erneute Europapokal-Teilnahme wollte Dardai die Saison allerdings keinesfalls werten. "Das ist der größte Quatsch, wir hatten sie nie in der Hand", sagte er am Sonntag. Mit Blick auf entsprechende Überschriften fügte er hinzu: "Ich verstehe eine solche Diskussion nicht, das ist Manipulation."

Zutreffend ist seine Analyse, dass die Berliner bis auf den ersten Spieltag nie unter den Top-Sieben der Liga standen und nie in ernsthafte Abstiegsgefahr gerieten. Im Saisonfinale bot sich allerdings aufgrund Patzern der Konkurrenz mehrfach die große Chance, doch noch in den Kampf um die internationalen Ränge einzugreifen. "Die Enttäuschung, nicht in Europa dabei zu sein, hält sich in Grenzen", sagte Fabian Lustenberger, der durch die muskuläre Verletzung von Niklas Stark kurz vor Anpfiff in die Innenverteidigung gerutscht war.

Der Club hatte einen Platz unter den besten Zehn als Saisonziel ausgegeben. Er spüre dennoch kein "Graue-Maus-Image", betonte Dardai auf eine entsprechende Frage. "Das ist ein Image, das die Berliner Zuschauer und Journalisten aufgebaut haben. Wir sind ein richtig guter, stabiler Fußballverein."

Youngster Jordan Torunarigha behält derweil vorerst einen schweren Stand bei seinem Coach. Nach öffentlicher Kritik an seiner Reservistenrolle über soziale Netzwerke war der 20 Jahre alte Verteidiger nicht in den Kader für das Hannover-Spiel berufen worden. "Er hat vor der Mannschaft noch nichts gesagt, darauf warte ich noch», sagte Dardai. «Wenn Jordan das so meint, dann ist er ein Einzelspieler."

Es sei ein "Eigentor", wenn ein 20-Jähriger derartige Aussagen mache. Kein Spieler habe bislang geschafft, sich in die Aufstellung "reinzuquatschen", betonte Dardai.

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