Seinem großen Ziel ist Rune Jarstein (33) ein Stück näher gekommen. Herthas Torwart hatte zuletzt erklärt, am liebsten bis zum biblischen Sportleralter von 40 Jahren im Tor des Berliner Bundesligisten stehen zu wollen. Ob es tatsächlich soweit kommt, lässt sich heute noch nicht sagen, aber Jarstein bekommt in den kommenden Jahren die Möglichkeit, näher an diese Marke heranrücken zu können. Am Donnerstag gab Hertha die Vertragsverlängerung bekannt, ohne nähere Details zu nennen. Angeblich ist das Arbeitspapier aber bis zum 30. Juni 2021 datiert. „Rune ist ein fantastischer Rückhalt unserer Mannschaft. Für uns war es folgerichtig, den Vertrag zu verlängern, weil wir uns vorstellen können, dass er seinen Stellenwert für Hertha noch einige Jahre erhalten wird“, sagt Manager Michael Preetz.
Jarstein zählt innerhalb der Mannschaft zu den absoluten Säulen und ist die unumstrittene Nummer eins. Laut Preetz gehört der Norweger „zu den besten Torhütern der Bundesliga“. Wie groß das Vertrauen in dessen Fähigkeiten ist, zeigt allein, dass Hertha in Nils Körber und Marius Gersbeck zwei sehr talentierte junge Torhüter besitzt und durchaus einen Schnitt auf der Position hätte machen können. Gersbeck und Körber müssen sich also noch weiter gedulden, wenn ihre Zukunft überhaupt in Berlin liegt.
Lustenberger und Torunarigha könnten ausfallen
Jarstein jedenfalls zeigt bisher keinerlei altersbedingte Leistungsabfälle. Im Gegenteil, die aktuelle Saison zählt zu seinen besten. Mehrfach rettete er den Berlinern wichtige Punkte, sodass Hertha vor dem Spiel am Sonnabend im Olympiastadion gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr, Sky) weitestgehend sorgenfrei dasteht. Neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz bei noch fünf ausstehenden Spielen sind ein gutes Polster.
Ein Nachlassen kann sich das Team von Trainer Pal Dardai trotzdem nicht erlauben, vor allem nicht vor eigenem Publikum. Das gilt es zu versöhnen nach zuletzt drei Heimspielen ohne eigenen Treffer. Im Jahr 2018 sind die Berliner daheim noch sieglos. „Wir müssen die ersten fünfzehn bis zwanzig Minuten ausnutzen. Für uns wird es enorm wichtig sein, die Torchancen zu nutzen“, so Dardai. Gegen Freiburg und Wolfsburg war das zuletzt das Problem. Nachdem in der Anfangsphase der Ball nicht über die Linie wollte, verflachten Herthas Angriffsbemühungen mit zunehmender Spielzeit. „Wir haben schon komplette Halbzeiten verschenkt“, sagt Dardai.
Herthas Trainer hofft auf die missliche Lage des Gegners, der als Tabellenletzter ums sportliche Überleben in der Liga kämpft und am Donnerstag bekannt gab, dass der Vertrag von Trainer Stefan Ruthenbeck über den Sommer hinaus nicht verlängert wird. „Für Köln ist es die letzte Chance, das muss man ein bisschen ausnutzen“, sagt Dardai, der wohl auf zwei Defensivkräfte verzichten muss. Jordan Torunarigha verletzte sich im Spiel der U23 gegen Cottbus (0:2), Fabian Lustenberger kämpft seit dem Spiel in Mönchengladbach mit Knieproblemen. Die Defensive war bisher Herthas Prunkstück, was gegen Köln so bleiben soll. Auch ohne Lustenberger und Torunarigha. Schließlich hat Hertha noch Torhüter Jarstein.


