Bundesliga

Warum der HSV von Herthas Peter Pekarik nur träumen kann

Herthas Peter Pekarik steht wie kein zweiter im Berliner Kader für Konstanz. Auch zu Trainerwechseln hat der Slowake eine klare Meinung

150 Pflichtspiele für Hertha, 17 Mal Kapitän: Peter Pekarik

150 Pflichtspiele für Hertha, 17 Mal Kapitän: Peter Pekarik

Foto: Soeren Stache / picture alliance / Soeren Stache

Berlin.  Peter Pekarik hat so seine Zweifel. Ein Trainerwechsel wie bei Herthas heutigem Gegner Hamburger SV „kann einer Mannschaft zwar einen neuen Impuls geben“, sagt der Slowake, „aber wenn man zu häufig den Coach wechselt, ist das schwierig. Das bringt nicht unbedingt mehr Sicherheit und Routine.“ Pekarik weiß, wovon er spricht. In seinen vier Jahren in Wolfsburg tauschte der VfL sechs Mal den Trainer und blieb trotzdem erfolglos.

Als Mister Zuverlässig enorm wertvoll

Sicherheit und Routine – dafür steht Pekarik (31) im Berliner Kader wie keine Zweiter. Auch in Hamburg, wo die Berliner um 15.30 Uhr antreten, wird der Rechtsverteidiger wieder Herthas Abwehr stabilisieren. „Wir haben die beste Defensive der Liga“, sagt er nicht ohne Stolz, „besser als die Bayern.“ Gemessen an den Gegentoren stimmt das sogar. In der laufenden Rückrunde kassierte Hertha (sechs) bislang weniger Treffer als der Rekordmeister (sieben). Pekarik hat daran entscheidenden Anteil. Während er in der ersten Saisonhälfte häufig dem offensiver ausgerichteten Mitchell Weiser den Vortritt lassen musste, stand er zuletzt sieben Mal in der Startelf.

„Peter ist mit seinen stabilen Leistungen zu unserem Mister Zuverlässig geworden“, sagte Manager Michael Preetz, nachdem der Nationalspieler seinen Vertrag im Februar verlängert hatte. Nach Fabian Lustenberger und Thomas Kraft ist Pekarik inzwischen der dienstälteste Profi im Kader. „Hertha gehört mittlerweile zu meiner Familie“, sagt er.

Sinnbild des Berliner Spiels

So sehr er Berlin als „zweites Zuhause“ schätzt, so eindimensional ist jedoch seine Spielweise. Pekarik ist ein „Safety first“-Akteur, einer, der gut steht und keine Fehler macht, offensiv aber kaum Akzente setzt. Bis zu seinem ersten Bundesligator brauchte er 151 Einsätze. Als er im März 2017 gegen Hoffenheim endlich traf, führte Trainer Pal Dardai an der Seitenlinie einen kleinen Freudentanz auf.

Ansonsten sorgt Pekarik allerdings selten für echte Begeisterung. Wenn man so möchte, ist er das Hertha-Spiel in Person: defensiv beachtlich, nach vorn aber ausbaufähig. Er selbst kann damit leben. „Man muss doch nur nach Köln oder Wolfsburg schauen“, sagt er, „oder im Vorjahr nach Leverkusen oder Schalke.“ Leistungseinbrüche wie bei den genannten Klubs sind bei ihm nicht zu erwarten. Für Pekarik ist Konstanz die größte Tugend. Eine Qualität, von der sie beim Hamburger SV nur träumen können.