Gegner Hoffenheim

Heftige Sturmwarnung für Hertha und Westend

Herthas Gegner Hoffenheim reist mit geballter Offensiv-Power nach Berlin. Innenverteidiger Stark warnt: „Sie sind unberechenbar“.

Foto: HMB Media/Oliver Zimmermann / picture alliance / HMB Media

Berlin.  Niklas Stark widerspricht. „Von großer Krise würde ich nicht reden“, sagt Herthas Abwehrchef über den kommenden Gegner TSG Hoffenheim, „solche Phasen hat man einfach im Lauf einer Saison.“ Bei den Kraichgauern war es zuletzt allerdings umgekehrt – unter dem jungen Erfolgscoach Julian Nagelsmann (30) wirkte meist die ganze Saison wie ein Lauf. Aktuell kämpft die einstige Durchstarter-Truppe jedoch gegen das Mittelmaß. Die jüngste Bilanz: nur ein Punkt aus vier Spielen, noch kein Sieg im Jahr 2018, Tabellenplatz neun. „Unberechenbar sind sie trotzdem“, warnt Stark.

Wie recht er mit dieser These hat, zeigte sich am vergangenen Wochenende in München. Dort fegten die Hoffenheimer in den ersten zwölf Minuten über den FC Bayern hinweg und führten schnell mit 2:0, ehe das Imperium zurückschlug. Defensiv war das TSG-Team letztlich überfordert – am Ende stand ein 2:5 –, die Qualitäten im Angriff sind jedoch unbestritten.

Spitzenklubs heiß auf TSG-Angreifer

Bei Hertha wissen sie nur zu gut, was am Sonnabend im Olympiastadion (15.30 Uhr) auf sie zukommt. Stark wurde mit den Hoffenheimer Angreifern Serge Gnabry und Nadiem Amiri U21-Europameister; Linksverteidiger Marvin Plattenhardt gewann mit Kerem Demirbay den Confed-Cup. Weil die Gäste mit Mark Uth zudem über einen enorm treffsicheren Vollstrecker verfügen, warnt Innenverteidiger Stark: „Nicht nur wir ganz hinten, sondern auch die Reihe davor muss sehr gut arbeiten.“

Für das Toreschießen sind vor allem Uth (26) und Gnabry (24) zuständig, die auch gegen die Bayern trafen. Zehn Mal schon hat Uth in dieser Saison gejubelt. Bemerkenswert: Kein deutscher Spieler traf in der Bundesliga häufiger, und keiner benötigte weniger Versuche (25). „Was die Abschlussqualität angeht, gehört Mark zu den Top Fünf der Liga“, sagt Nagelsmann. Bundestrainer Joachim Löw beobachtet den Linksfuß daher mit erhöhtem Interesse.

Mit Lob für Gnabry tut sich Nagelsmann hingegen schwer. „Man muss ihm immer mal wieder einen Arschtritt verpassen“, sagt der Coach. An Gnabrys Erfolgsquote gibt es allerdings nichts zu bemängeln. Seit dem Ende seiner Verletzungspause war er in neun Spielen an sechs Toren direkt beteiligt.

Bei den Berlinern drängt Kapitän Ibisevic in die Startelf

Dass Nagelsmann sich perspektivisch von seiner hochveranlagten Sturm-und-Drang-Abteilung verabschieden muss, gilt als sicher. Gnabry dockt in der nächsten Saison endgültig beim FC Bayern an, Uth wechselt zu Schalke 04. Amiri (21) wurde zuletzt mit RB Leipzig in Verbindung gebracht, Demirbay (24) mit Borussia Dortmund. Kurzfristig bereitet dem Trainer einzig Uth leichte Sorgen. Während sich Demirbay und Amiri wieder fit meldeten, klagt der Torjäger über Wadenprobleme, ein Einsatz in Berlin ist fraglich. Ob es reicht oder nicht: In Westend wird am Sonnabend ein starker Sturm aufziehen.

Wer in der Offensive der Berliner wirbeln soll, ist derweil noch unklar. Mit Davie Selke, der in den jüngsten fünf Spielen als alleinige Spitze auflief, ging Dardai nach dem 0:0 in Bremen hart ins Gericht. Der Stürmer habe seine Position nicht gehalten. Als Alternative steht Kapitän Vedad Ibisevic bereit, ein ausgewiesener Wandspieler, der gegen seinen Ex-Klub besonders motiviert sein dürfte. Im Training durfte der Bosnier schon in der A-Elf proben.

Melden Sie sich an für den neuen Immerhertha-Newsletter der Berliner Morgenpost unter www.morgenpost.de/herthanewsletter