Wechsel

Sebastian Langkamp verlässt Berlin in Richtung Bremen

Hertha BSC hat sich am letzten Tag des Wintertransferfensters von Sebastian Langkamp getrennt. Der Verteidiger wechselt an die Weser.

Wundert sich wohl selbst über seinen plötzlichen Abschied aus Berlin: Sebastian Langkamp

Wundert sich wohl selbst über seinen plötzlichen Abschied aus Berlin: Sebastian Langkamp

Foto: Guido Kirchner / picture alliance / Guido Kirchne

Berlin.  Wenn ein Profi am letzten Tag der Transferperiode beim Training fehlt, lässt das aufhorchen. So auch bei Herthas Sebastian Langkamp, den man am Mittwochvormittag vergeblich auf dem Schenckendorffplatz suchte. „Basti hat einen privaten Termin“, sagte Chefcoach Pal Dardai knapp, verriet damit aber nur die halbe Wahrheit.

Wie zunächst die Bremer „Bild“ berichtete, sei der 30 Jahre alte Innenverteidiger auf dem Weg zum Medizincheck bei Werder Bremen. Am Abend folgte die offizielle Bestätigung: Langkamp wechselt von der Spree an die Weser, unterschreibt beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten einen Vertrag bis 2020. Hertha erhält nach Morgenpost-Informationen eine Ablöse in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Langkamps Vertrag in Berlin lief noch bis 2019.

„Es hat sich nun sehr kurzfristig für ihn eine neue Perspektive ergeben, die wir intensiv besprochen haben. Sebastian hat große Verdienste in der Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Spielzeiten. Deshalb sind wir seinem Wunsch nach einer Veränderung nachgekommen und wünschen ihm für die Aufgaben in Bremen alles Gute“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz.

Fast viereinhalb Jahre Herthas Abwehrchef

2013 hatte Hertha den 1,91-Meter-Mann ablösefrei vom FC Augsburg geholt. Langkamp galt als Wunschspieler des damaligen Hertha-Trainers Jos Luhukay – schon beim FCA hatte sie erfolgreich zusammengearbeitet. Die Erwartung enttäuschte Langkamp nicht. Wenn er nicht verletzt war, zählte er meist zum Stammpersonal. Insgesamt kam er in seinen viereinhalb Spielzeiten in Berlin auf 121 Pflichtspiele, ein Tor und eine Vorlage.

Auch unter Pal Dardai zählte Langkamp weiterhin zur ersten Garde, war Teil des Mannschaftsrates und Vizekapitän. Durch seine Kopfballstärke und seine Zuverlässigkeit war er bis vor Kurzem Herthas Abwehrchef, geriet zuletzt aber ins Hintertreffen. In den jüngsten vier Bundesligaspielen fand sich Langkamp in ungewohnter Rolle wieder – auf der Bank. Ein Umstand, der zu seinem Wechsel beigetragen haben wird.

Kein Vorbeikommen mehr an Niklas Stark

Dass Dardai den Rechtsfuß für zu langsam hielt, war kein Geheimnis. Auch mit Langkamps Spielaufbau haderte der Coach, zumal er mit U21-Europameister Niklas Stark (22) über eine vielversprechende Alternative verfügt.

Nun also gehen der nicht ganz gewöhnliche Profi und der Klub getrennte Wege. In Bremen soll Langkamp Werder im Abstiegskampf helfen. In Berlin wird er – so Stark und Fabian Lustenberger gesund bleiben – nicht akut fehlen. In guter Erinnerung bleibt er trotzdem.

„Ich hatte eine wirklich gute und spannende Zeit in Berlin und habe mich in dieser Stadt und vor allem bei Hertha BSC sehr wohl gefühlt“, sagte Langkamp: „Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein alles Gute für die Zukunft.“

Profi-Vertrag für Sidney Friede

Hertha stattete derweil ein weiteres Eigengewächs mit einem Profi-Vertrag aus: den 19 Jahre alten Sidney Friede. „Sidney war in unseren U-Mannschaften immer ein Leistungsträger und hat schon länger mit den Profis trainiert. Er hat dabei einen guten Eindruck hinterlassen und sich diesen Vertrag verdient. Wir trauen ihm zu, die nächsten Schritte bei uns zu gehen“, sagte Manager Michael Preetz.

Der vom Mittelfeldspieler zum Innenverteidiger umgeschulte Friede ist nach Maximilian Mittelstädt, Jordan Torunarigha, Arne Maier, Julius Kade, Florian Baak und Palko Dárdai der nächste Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der zu den Profis aufrückt.