Rückrundenstart

Sorgen um Herthas Filetstück

Zum Rückrundenstart in Stuttgart sind weder Mitchell Weiser noch Mathew Leckie richtig fit. Nicht die einzige Sorge von Trainer Dardai.

Mitchell Weiser (l.) im Zweikampf mit Sehrou Guirassy. Wie lange der Herthaner am Sonnabend gegen den VfB spielen wird, steht noch nicht fest

Mitchell Weiser (l.) im Zweikampf mit Sehrou Guirassy. Wie lange der Herthaner am Sonnabend gegen den VfB spielen wird, steht noch nicht fest

Foto: firo Sportphoto/Christian Kaspar / picture alliance / augenklick/fi

Berlin.  Wenn er sich noch mal einen perfekten Tag als Fußballer aussuchen könnte, Mathew Leckie würde wohl eine Kopie des 19. August 2017 wählen. Erstes Spiel für den neuen Klub, erster Sieg und die ersten zwei Tore. Leckie war der Held beim 2:0 des Berliner Bundesligisten gegen den VfB Stuttgart. Der Beginn eines grandiosen Spätsommers war das für den Australier, in den nächsten vier Spielen ließ er zwei weitere Treffer folgen.

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Knapp fünf Monate ist das nun her. Inzwischen ist nicht nur die Spätsommersonne ein Relikt vergangener Tage. Leckie ist seit Wochen außer Form, die ewig langen Flugreisen zur Nationalmannschaft haben seinen Körper ausgezehrt. Ob er beim Rückspiel am Sonnabend in Stuttgart (15.30 Uhr, Sky) in der Startelf steht, ist zweifelhaft. „Bei Leckie müssen wir sehen, wie die Körpersprache ist. Mal zeigt er guten Einsatz, mal nicht so guten“, sagt Trainer Pal Dardai und fordert: „Von ihm muss mehr kommen.“

Hinter Weiser bleiben Fragezeichen

Von der aktuellen Form her müsste Leckie in Stuttgart auf der Bank sitzen, aber Dardai ist auch Psychologe, ein abergläubischer noch dazu. Und dass sein Spieler im ersten Aufeinandertreffen zwei Tore schoss, spiele in seinen Überlegungen „natürlich eine Rolle“, sagt der Ungar. Gerade die rechte Seite, Herthas Filetstück, bereitet ihm dieser Tage Sorgen. Mitchell Weiser ist gerade erst seit dieser Woche wieder zurück im Training. Ob es schon reicht für einen Startelfeinsatz? „Ich muss mit ihm noch einen Dialog unter Männern führen“, sagt Dardai. „Er muss sagen, wie er sich fühlt.“ Für den genesenen Vladimir Darida könnte ein Einsatz von Beginn an auch zu früh kommen. „Ihm fehlt noch Spielpraxis“, sagt Dardai. Alexander Esswein fehlt krankheitsbedingt.

In der Hinrunde erzielte Hertha zehn Tore über rechts, das ist der drittbeste Wert der Liga. Meistens spielten Weiser und Leckie dort. Stuttgart ist über die linke Abwehrseite anfälliger als über die rechte. Aber geht es nach Dardai, sind das nur Zahlenspielereien. Der VfB sei eh eine andere Mannschaft als noch am ersten Spieltag. Allein die Rückkehr von Mario Gomez würde das Gefüge ändern. „Ein guter Stürmer. Er kann laufen und knipsen“, sagt Dardai. Genau diesen Beweis ist der Nationalstürmer zuletzt allerdings schuldig geblieben. Seine Bilanz: ein Saisontor.

Langkamp oder Lustenberger?

Darüber, wer Gomez stoppen soll, ist sich Dardai noch nicht ganz sicher. Karim Rekik fällt wegen einer Fußverletzung aus. Jordan Torunarigha ist nach seiner Roten Karte in Leipzig gesperrt. Zwei Optionen weniger also. Niklas Stark gilt als gesetzt, neben ihm wird entweder Sebastian Langkamp oder Fabian Lustenberger auflaufen. „Für Basti spricht die Kopfballstärke. Wir wissen, dass Stuttgart viele Flanken schlägt“, sagt Dardai.

Der VfB versuchte bisher 177 Mal mit Flanken zum Erfolg zu kommen, nur drei Teams in der Bundesliga waren in dieser Hinsicht noch fleißiger. Allerdings sprang dabei auch nur ein Treffer heraus. So wenig effizient ist sonst niemand. Gomez soll das ändern. Für Lustenberger spräche dagegen seine Antizipationsfähigkeit und das bessere Aufbauspiel. „So wie er das in Leipzig gespielt hat, war es sehr gut“, sagt Dardai. Hertha gewann 3:2. Ähnlich erfolgreich soll auch der Rückrundenauftakt verlaufen.