Bundesliga

Valentin Stocker - Das nicht erfüllte Versprechen

Valentin Stocker kehrt von Hertha BSC ablösefrei in die Schweiz zurück: „Für mich ist es eine unglaubliche Befreiung“

Sein letzter Auftritt im Hertha-Trikot:  Valentin Stocker (Nr. 14) beim Wintercup in der Partie gegen Hannover 96

Sein letzter Auftritt im Hertha-Trikot: Valentin Stocker (Nr. 14) beim Wintercup in der Partie gegen Hannover 96

Foto: Friso Gentsch / dpa

Berlin. Am Vormittag war klar, dass das Kapitel von Valentin Stocker (28) in Berlin vorzeitig enden würde. „Valentin ist in Basel, um seine Zukunft zu klären“, erklärte Hertha-Trainer Pal Dardai die Abwesenheit des Offensivspielers. Am Nachmittag wurde Vollzug gemeldet. „Valentin hat in seiner Zeit bei uns immer alles für Hertha BSC gegeben und der Mannschaft mit wichtigen Toren geholfen“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz. „Zuletzt kam er – auch aufgrund von Verletzungen – nicht mehr so zum Zug, wie er sich das selbst erhofft hat. Deshalb sind wir seinem Wunsch nach einer Veränderung ­nachgekommen und wünschen ihm alles Gute.“

Beim FC ­Basel begrüßte Sportdirektor Marco Streller Rückkehrer Stocker: „Vali ist ein fantastischer Spieler, der im ­Mittelfeld auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist. Er wird uns dank seiner großen Erfahrung und seiner Qualitäten weiterbringen.“

Wichtige Tore in 2014/15

Stocker hatte bereits von 2007 bis 2014 in Basel gespielt. Bei Hertha hingegen war der Offensivspieler seit ­längerer Zeit ein nicht erfülltes Versprechen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die erste Saison die beste von Stocker sein sollte: Nach Anlaufschwierigkeiten unter Trainer Jos Luhukay war der damalige Königstransfer (für knapp vier Millionen Euro verpflichtet) mit drei Toren und neun Vorlagen ein wichtiger Spieler für den schwer ­erkämpften Klassenerhalt.

Doch Trainer-Nachfolger Pal Dardai tat sich schwer, eine passende Position für den Offensivspieler zu finden. Manchmal wurde er links auf der Außenbahn eingesetzt, manchmal im zentralen Mittelfeld.

Eine Knieverletzung warf den Schweizer zurück

Stocker erarbeitete sich einerseits Torchancen, war dann aber nicht immer der eiskalte Verwerter, wie etwa Salomon Kalou. Manchmal fehlte es Stocker an Schnelligkeit, manchmal an Klarheit in seinen Aktionen, um dauerhaft Stammspieler zu werden.

Am Ende stehen für Stocker nach dreieinhalb Jahren in Deutschland 68 Spiele und acht Tore in der Statistik. In dieser Saison konnte sich Stocker überhaupt nicht mehr durchsetzen, eine Knieverletzung samt Operation im November warf ihn zudem zurück.

Stocker bedankt sich bei Hertha

Stockers Vertrag wäre am 30. Juni ausgelaufen. Das vorzeitige Ende soll nun allen Beteiligten helfen. „Für mich ist es eine unglaubliche ­Befreiung“, sagte Stocker in einem Interview des FC Basel. Zudem bedankte er sich bei den ­Hertha-Fans „die mich in den ­Jahren in Berlin immer unterstützt haben“. Er bedankte sich auch bei seinem Ex-Verein: „Hertha hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Sie haben gesagt: Wenn du das machen willst, dann mach’ das.“

Der FC Basel will mit Stocker, der seine alte Rückennummer, die 14, erhält, die Lücke schließen, die der Verkauf von Renato Steffen an den VfL Wolfsburg gerissen hat. Stocker unterschrieb dem Vernehmen nach einen Vertrag bis 2021 und hofft auf viel Spielzeit, um noch auf den Zug zur WM in Russland aufspringen zu können. Die Schweiz ist qualifiziert. Stocker (36 Länderspiele) war zuletzt nicht berücksichtigt worden, nachdem er bei Hertha nicht mehr ­eingesetzt wurde.

Hertha spart das Stocker-Gehalt

Zudem wartet mit dem FC Basel ein sportliches Highlight: Der Schweizer Meister trifft im Achtel­finale der Champions League auf ­Manchester City (13. Februar/7. März)

In Berlin entspannt sich durch den Abgang von Stocker die Kader-Lage ein wenig. Statt 32 Spielern hat Trainer Dardai nun 31 in der Bundesliga-Rückrunde bei Laune zu halten, die am Sonnabend beim VfB Stuttgart beginnt. Hertha kassiert keine Ablöse, spart aber knapp eine Million Euro an Gehalt, das Stocker bis zum Sommer zugestanden hätte.

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