Hertha BSC

Stocker und Haraguchi – Zeit für einen Aufbruch

Herthas frustrierte Joker Valentin Stocker und Genki Haraguchi spielen am Sonnabend beim Turnier in Bielefeld auch um ihre Zukunft.

Wollen sich für andere Arbeitgeber anbieten:

Wollen sich für andere Arbeitgeber anbieten:

Foto: Michael Hundt / Matthias Koch / imago/Matthias Koch

Berlin.  Viele Chancen kommen nicht mehr. Optimistisch betrachtet, können Herthas Valentin Stocker und Genki Haraguchi bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar noch vier Mal auf sich aufmerksam machen. Das würden sie nur allzu gern. Beide verfügen ja über Verträge, die im Sommer auslaufen, und beide kamen in der abgelaufenen Hinserie kaum zum Einsatz. Noch wichtiger: Beide wollen unbedingt mehr spielen – nicht zuletzt, um ihre WM-Chance zu wahren. In Berlin aber erhalten andere den Vorzug. Die Hoffnung auf Erlösung richtet sich mehr und mehr auf einen Vereinswechsel.

Torhüter Kraft verletzt sich im Training

Die erste Gelegenheit, um Werbung in eigener Sache zu betreiben, erhalten Stocker (28) und Haraguchi (26) an diesem Sonnabend beim Vorbereitungsturnier in Bielefeld. Dort treffen die Berliner zunächst auf Bundesligakonkurrent Köln (15.30 Uhr, Sky), danach entweder auf Gastgeber Arminia oder Hannover 96. „Vor dem Rückrundenstart in Stuttgart ist das für uns die einzige Möglichkeit, um unter Wettkampfbedingungen zu testen“, betont Hertha-Trainer Pal Dardai. Für Stocker und Haraguchi geht es um mehr als das. Sie spielen um ihre Zukunft.

Aus 22 Akteuren wird Dardai in Bielefeld zwei Teams bilden, wobei Torwart Thomas Kraft nach einer leichten Trainingsverletzung von Jonathan Klinsmann ersetzt wird. Jeder Spieler soll 60 Minuten zum Einsatz kommen – so lange wie es Stocker, der fast zwei Monate verletzt ausfiel, in dieser Bundesligasaison noch nie vergönnt war.

Im Training gibt sich der Schweizer momentan so angriffslustig wie lange nicht, sucht Eins-gegen-eins-Situationen und den Abschluss, zeigt seine Dribbelstärke und Torgefahr. „Er hat sehr gute Offensivaktionen“, hat auch Dardai beobachtet, kündigte aber zugleich an, dass er Stocker in Bielefeld im defensiven Mittelfeld aufbieten werde. Die eigenen Stärken dort zur Geltung zu bringen, dürfte schwierig werden.

Bislang mangelt es an Interessenten

Illusionen macht sich Stocker nicht. Er weiß, dass Dardai andere Spieler präferiert, schnellere vor allem. „Ich versuche, mich weiter aufzudrängen“, sagt er, „etwas anderes bleibt mir ja nicht.“ Und ein Wechsel? „Ja klar“, sagt Stocker mit gequältem Lächeln, „und wenn es einen Interessenten gibt, werden sich die handelnden Parteien auch sicher schnell einig.“ Das Problem ist nur: Bislang hat sich nach Informationen dieser Zeitung niemand um seine Dienste bemüht.

Selbiges gilt für Haraguchi, der über die Feiertage in einem Fitnesscamp in Japan gearbeitet hat. Ein Abgang des Flügelspielers gilt dennoch als wahrscheinlicher, weil Haraguchi – anders als Stocker – in seinem Nationalteam zu den Hoffnungsträgern zählt. Spielpraxis benötigt aber auch er dringend. Nationaltrainer Vahid Halilhodzic setzt nur auf Profis, die in ihren Klubs spielen. Bis auf einen sehenswerten Alleingang gegen einen derangierten FC Bayern gelang Haraguchi 2017 jedoch nicht viel, dementsprechend dürftig blieb auch bei ihm die Nachfrage. Ausgang offen.