Bundesliga

Hertha und der Geheimplan mit Maximilian Mittelstädt

Wie Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt bei seinem Startelf-Debüt für Hertha auf der rechten Mittelfeld-Seite landete.

Dicke Backen: Maximilian Mittelstädt (li.) beim Torschuss gegen den FC Bayern, Rafinha (M.) und Serdar Tasci

Dicke Backen: Maximilian Mittelstädt (li.) beim Torschuss gegen den FC Bayern, Rafinha (M.) und Serdar Tasci

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Der Name Maximilian Mittelstädt stand bei der Vorbereitung von Bayern-Trainer Pep Guardiola auf keinem Papier. Schlicht, weil der 19-Jährige noch nie in einer Bundesliga-Startelf gestanden hatte. Und weil man als gegnerischer Trainer schlecht ahnen kann, dass der Linksverteidiger der deutschen U19-Nationalelf gegen Rekordmeister FC Bayern auf der rechten Außenbahn von Hertha aufgeboten wird.

Beim FC Carl Zeiss Jena hingegen wissen sie um Mittelstädts Qualitäten. Dort hatte Mittelstädt am vorvergangenen Wochenende in der Regionalliga erstmals für Herthas U23 auf eben dieser Position gespielt – und zwei Treffer zum 5:3-Erfolg beigesteuert. Die Überraschung von Trainer Pal Dardai war seit Wochen vorbereitet. Eigentlich ist Mittelstädt links in der Abwehrkette zuhause. Auf dieser Position wurde er im vergangenen Mai Junioren-Pokalsieger mit Hertha.

Eltern, Freundin und Kumpels im Olympiastadion

„Es gab eine sehr gute Kommunikation mit Andreas Thom und Ante Covic“, sagte Dardai. U-19-Coach Thom hatte Mittelstädt erstmals Anfang April beim Nike Cup im St. George’s Park (England) auf rechts eingesetzt. Hertha wurde Turnier-Dritter, Kapitän Mittelstädt erzielte zwei Tore. Eine Woche später ging’s mit U-23-Trainer Covic nach Jena, nun gegen die Bayern.

„Das hat sich im Training abgezeichnet“, erzählte Mittelstädt, „wirklich erfahren habe ich es erst in der Besprechung.“ Er sei bis zum Anpfiff nervös gewesen. „Im Stadion von den Fans empfangen zu werden, war überwältigend.“ Eltern, Freundin und eine ­Menge Kumpels waren vor Ort. Mit dem Anpfiff jedoch, ungeachtet der Stars wie Douglas Costa, Thiago oder Mario Götze um ihn herum, „war ich voll konzentriert.“

Lob von Manager Preetz

Trainer Dardai erklärte den Vorlauf: „Maxi ist 19, da muss er ganze Spiele machen und nicht nur ein paar Minuten am Ende. Er ist torgefährlich und schlägt gute Flanken, deshalb kam die Idee, ihn auf der rechten Seite einzusetzen.“ Auch Manager Michael Preetz lobt: „Maximilian hat das sehr gut gemacht.“

Sein Vertrag läuft bis Juni 2018. Fragen, ob er nun auf einen Stammplatz hoffe, belustigten Mittelstädt: „Ich bin froh über jede Minute, die ich spielen darf.“ Sein Trainer erklärte einen weiteren Aspekt, warum er Herthas Rohdiamanten im Mittelfeld eingesetzt hatte. Anders als a uf der Position des Außenverteidigers, sagte Dardai, kann „man sich im Mittelfeld mal einen Fehler erlauben.“