Futsal

Ex-Herthaner spielt mit Liria Berlin im Meisterschaftsfinale

Der einstige Hertha-Spieler macht eine zweite Karriere. Beim Futsal spielt er am Sonnabend um den Titel. Nicht sein einziger Erfolg.

Lennart Hartmann (mit Decke) mal im Dress von TeBe Berlin, das er in der Saison 2014/15 trug. Jetzt spielt er beim VSB Altglienicke in der sechsten Liga

Lennart Hartmann (mit Decke) mal im Dress von TeBe Berlin, das er in der Saison 2014/15 trug. Jetzt spielt er beim VSB Altglienicke in der sechsten Liga

Foto: imago sportfotodienst / imago/Sebastian Wells

Hamburg.  Während Hertha BSC am 20. April mit einem Heimsieg gegen Borussia Dortmund erstmals seit 1979 wieder ins DFB-Pokalfinale einziehen möchte, kämpft der FC Liria Berlin an diesem Sonnabend (19 Uhr) in Hamburg um die Deutsche Meisterschaft – im Futsal.

Gegen den Titelverteidiger Hamburg Panthers ist die Mannschaft aus Treptow nur Außenseiter. „Die Hamburger sind international erfahren und haben uns vor allem taktisch einiges voraus“, meint Lennart Hartmann. „Individuell brauchen wir uns aber nicht zu verstecken. Ärgern wollen wir sie schon.“

Hartmann spielt erst seit ein paar Jahren Futsal – die vom Weltverband Fifa offiziell anerkannte Variante des Hallenfußballs, ohne Banden, mit einem sprungreduzierten Ball und Sonderregeln, die das Spiel schnell und attraktiv machen.

Jüngster Bundesligaspieler der Hertha-Historie

Erst seit dieser Saison ist er beim FC Liria, mit dem er prompt das Endspiel erreichte. „Futsal ist wie auf mich zugeschnitten“, erzählt er. Hartmann bringt alles mit, worauf es bei dieser Disziplin ankommt: Das schnelle Umschalten zwischen Abwehr und Angriff, das Spiel auf engstem Raum und eine exzellente Technik.

Der 25-Jährige galt mal als Riesentalent. Am 17. August 2008 debütierte er in der Bundesliga für Hertha – mit 17 Jahren, vier Monaten und 14 Tagen ist er bis heute der jüngste Bundesligaspieler in der Hertha-Historie und der achtjüngste überhaupt. Im selben Jahr wurde er mit der Fritz-Walter-Medaille als zweitbester Nachwuchsspieler ausgezeichnet.

Bis zur U19 spielte Hartmann auch in der Junioren-Nationalmannschaft, doch der Durchbruch als Profi blieb verwehrt. Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Von Hertha wechselte er 2011 zu Alemannia Aachen, von dort zu Babelsberg 03, Berliner AK, Tennis Borussia Berlin und zuletzt Ende Januar zum Berlin-Ligisten VSG Altglienicke in die sechste Liga.

Für Futsal-Nationalteam nominiert

Er studiert mittlerweile Jura, die Kicker-Karriere schien abgeschlossen. Futsal war zunächst nur Freizeitbeschäftigung, doch bald wurde mehr daraus. „Der Futsal gibt mir neue Motivation. Ich kann davon auch für draußen unglaublich viel mitnehmen“, sagt Hartmann, der Futsal und Fußball parallel betreibt.

Er spielt in der Halle auf dem Flügel, auf der sogenannten Ala-Position, und ist in dieser Rolle sogar für die neu gegründete Futsal-Nationalmannschaft nominiert worden. Mit Durim Elezi und Pavlos Wiegels wurden zwei weitere Berliner vom FC Liria berücksichtigt, die ebenfalls gute Chancen haben, bei den ersten beiden Länderspielen Ende Oktober und Anfang November mit dabei zu sein.

Es wird eine Reise ins Ungewisse: „Ich habe keine Ahnung, was uns dort erwartet“, sagt er. „Meine internationale Erfahrung beschränkt sich bislang auf die Futsal-Übertragungen bei Eurosport.“