Bundesliga

Herthas Niklas Stark empfiehlt sich für höhere Aufgaben

Gegen Schalke erzielte Herthas Niklas Stark sein erstes Bundesligator. Nun träumt er von weiteren Treffern - und von Brasilien

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Es war schon ein interessantes Wechselspiel, das sich da in den Katakomben des Olympiastadions bot. Herthas Niklas Stark schob seinen 1,90 Meter langen Körper nach dem 2:0 (1:0) gegen Schalke 04 von einem Fernsehteam zum nächsten und schien gar nicht mehr aufhören können zu grinsen.

Sobald der Innenverteidiger aber vor die Kamera trat, das Mikro unter der Nase, wich die Freude in seinem Gesicht einer nüchternen Seriosität. Wie auf Knopfdruck wirkte das, und erst das Vereins-TV fing es dann doch noch ein, das gelöste Lachen des Premierentorschützen.

Gegen Gelsenkirchen absolvierte der 20 Jahre alte Stark sein 37. Spiel in der Bundesliga. Es wird ihm in guter Erinnerung bleiben: Sein Tor zum 2:0 (65.) war nicht nur sein erstes für Hertha, sondern nach zwei Zweitligatreffern für Nürnberg das erste in der höchsten deutschen Spielklasse überhaupt.

Abgeklärt wie ein Routinier

Nach einer „perfekten Ecke“ von Vladimir Darida war er im Strafraum „ganz frei zum Kopfball“ gekommen, ließ der Berliner Sommerzugang die Szene Revue passieren. Das Spielgerät senkte sich kurz darauf passgenau ins lange Eck. „Ich glaube, das war ein wichtiger Treffer“, fügte er noch an. „Danach hatten wir mehr Luft und konnten unsere Konter ausspielen.“

Zum vierten Mal hintereinander stand Stark gegen Schalke in Herthas Startelf. Noch immer vertritt er den verletzten Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss) und sorgt seither dafür, dass der Abwehrchef weit weniger vermisst wird als anfangs befürchtet. Auf dem Papier ist seine Zweikampfstatistik zwar ausbaufähig – auch gegen Schalke gewann er nur 38 Prozent seiner direkten Duelle. In den entscheidenden Momenten aber war Stark zur Stelle, überzeugte mit Robustheit und gutem Stellungsspiel.

Bemerkenswert ist dabei vor allem seine Abgeklärtheit. Nicht nur vor den Kameras, auch auf dem Rasen scheint er spielerisch umschalten zu können – zwischen der nötigen Lockerheit und voller Konzentration. „Du darfst den Spaß nicht verlieren“, betonte er unlängst im Gespräch mit der Morgenpost.

Der 20-Jährige will zu Olympia

Seinen Marktwert hat Stark seit seinem Profi-Debüt vor knapp drei Jahren kontinuierlich gesteigert. Aktuell ist er mit 2,5 Millionen Euro bewertet. Gemanagt wird er von der Spieleragentur SportsTotal, die auch Mario Götze, Toni Kroos oder Benedikt Höwedes vertritt. Von den Sphären der drei Weltmeister ist Stark gewiss noch weit entfernt. Aber: Sein Potenzial ist gewaltig. Viel beibringen, sagt Hertha-Coach Pal Dardai, könne er Stark inzwischen nicht mehr.

Ein Stück weit auf den Spuren von Götze, Kroos und Co. wandeln, könnte Stark schon in diesem Sommer. Dann stehen die Olympischen Spiele in Rio an, dem Ort des deutschen WM-Triumphs 2014. „Wenn ich bei Hertha meine Leistungen abrufe und spiele, werde ich schon dabei sein“, sagt Stark mit der ihm eigenen Gelassenheit.

Horst Hrubesch, dem Trainer der U-21-Auswahl des DFB, wird sein Tor gegen Schalke nicht entgangen sein.