Bundesliga

Hertha erkämpft gegen Ingolstadt ein 1:0

Mit einem 1:0 gegen Ingolstadt hat sich Hertha in der Spitzengruppe der Tabelle festgesetzt. Der Siegtreffer fiel schon in der 11. Minute.

Mitchell Weiser (links) traf zum 1:0 für Hertha. Neben im Salomon Kalou

Mitchell Weiser (links) traf zum 1:0 für Hertha. Neben im Salomon Kalou

Foto: Stefan Puchner / dpa

Ingolstadt.  Als der Schlusspfiff nach einer gefühlten Ewigkeit von viereinhalb Minuten Nachspielzeit ertönte, da hatten nur Trainer Pal Dardai und Co-Trainer Rainer Widmayer Kraft zum Jubeln. Die Mannschaft von Hertha BSC war zu erschöpft. Sie hatte am Sonnabendabend zwar kein sonderlich gutes Spiel gegen den Aufsteiger FC Ingolstadt gezeigt. Aber sie hatte leidenschaftlich gekämpft. Und so stand am Ende ein 1:0 (1:0) durch das Tor von Mitchell Weiser (11. Minute) – das erste des Ex-Münchners für Berlin.

In der Tabelle sichert sich Hertha dank des zweiten Auswärtssieges Rang fünf und hat nun 17 Punkte auf dem Konto. „Die 17 Punkte haben wir in der Tasche. Die kann uns keiner mehr nehmen“, freute sich Herthas Manager Michael Preetz. Dass es aber kein wirklicher Hingucker war, sagte nicht nur der 48-Jährige sondern auch die Spieler: „Heute waren wir nicht so gut wie zuletzt. Am Ende geht es im Fußball aber um Punkte, und die haben wir“, sagte der Siegtorschütze Weiser. Ähnlich sah es Mittelfeldspieler Per Skjelbred: „Es war ein schweres Spiel für uns. In der zweiten Halbzeit war Ingolstadt viel besser. Aber okay, 1:0 heißt drei Punkte“, sagte der 28-Jährige.

Dardai hatte angekündigt, sein Team so torgefährlich wie möglich auszurichten. Kein einfaches Unterfangen, schließlich fehlte mit Vedad Ibisevic der torgefährlichste Berliner aufgrund einer Rotsperre. Dardai hielt trotzdem Wort, beorderte Alexander Baumjohann und Valentin Stocker in die Startelf. Für Baumjohann war es der erste Einsatz von Beginn an nach zwei Kreuzbandrissen und seit 546 Tagen; Stocker indes verdrängte nach drei Spielen als Reservist Tolga Cigerci.

Baumjohann gibt nach 546 Tagen sein Startelf-Comeback

Für die erste Offensivaktion zeichnete sich dann aber ausgerechnet ein nomineller Verteidiger verantwortlich: Weiser schoss eine verunglückte Kopfballabwehr der Ingolstädter nach gut zehn Minuten flach links ins Netz. Herthas erster Torschuss des Spiels war zwar noch abgefälscht, aber sei’s drum: 1:0.

Mit seinem zweiten Bundesligator führte der 21-Jährige den Spielverlauf ad absurdum. Bis dahin hatten einzig die Ingolstädter Offensivdrang bewiesen – die ersten fünf Minuten glichen einem Sturmlauf. Das ist insofern bemerkenswert, als Ingolstadt die zweitbeste Verteidigung der Liga stellt, gleichzeitig aber die wenigsten Tore aller 18 Mannschaften geschossen hat. Das Team von Trainer Ralf Hasenhüttl schien wild entschlossen, das zu ändern. Es war schon ein merkwürdiges Duell, das sich beide Teams lieferten. Hohe Laufbereitschaft, viele Grätschen, kompromisslose Tacklings: Was die 15.000 Zuschauer in Ingolstadt zu sehen bekamen, hätte sich bestens geeignet, um den Begriff „Kampfspiel“ zu erklären. Von der „Spielkultur“, die sich Dardai erhofft hatte, war in den ersten 45 Minuten nicht viel zu sehen.

Das lag allerdings weniger an den Unzulänglichkeiten der Berliner als vielmehr am aggressiv auftretenden Aufsteiger. Immer wieder preschten die Ingolstädter bis weit in Herthas Hälfte vor, um die Gäste an einem geordneten Spielaufbau zu stören. Ein Plan, der aufging. Die Innenverteidiger Fabian Lustenberger und Sebastian Langkamp hatten große Mühe, eine Anspielstation im Mittelfeld zu finden. Nicht selten mussten lange Bälle herhalten, die prompt beim Gegner landeten. Außer einem Schuss von Vladimir Darida, der den Ball aus 18 Metern knapp am linken Pfosten vorbeijagte, blieb Hertha in der ersten Hälfte harmlos. Immerhin: Auch Hertha gewährte seinem Widersacher aus dem Spiel heraus keine klare Chance. Gefährlich wurde es lediglich nach Standards. Die Berliner hatten allerdings Glück, dass Schiedsrichter Sascha Stegemann ein Handspiel von Per Skjelbred im eigenen Strafraum (40.) übersah.

Der eingewechselte Hegeler trifft das leere Tor nicht

Wie sehr Hertha die Führung – nüchtern betrachtet ein Zufallsprodukt – in die Karten spielte, zeigte sich nach der Pause. Ingolstadt schnürte die Hauptstädter streckenweise in der eigenen Hälfte ein, Mathew Leckie (58.), Romain Bregerie (60.), Markus Suttner (63.) und Tomas Pekhart waren nah dran am Ausgleich, verfehlten aber knapp. Und Hertha? Hielt dem Druck auf teils wackligen Beinen stand – und konterte. Der eingewechselte Jens Hegeler hätte nach 78 Minuten alles klarmachen können, schob den Ball aber nicht nur freistehend an Torwart Özcan, sondern auch am rechten Pfosten vorbei. „Wahrscheinlich hat er seine langen Beine in der Situation nicht in den Griff gekriegt“, sagte Preetz. Am Ende hielt auch der starke Torwart Rune Jarstein den Sieg fest, als er in der Nachspielzeit einen Schuss von Pascal Groß parierte. „Für mich war das heute ein Arbeitssieg“, sagte Dardai.