Niklas Stark

Bei Hertha schlägt die Stunde des Allrounders

Hertha BSC schult Zugang Niklas Stark in Wolfsburg zum Rechtsverteidiger um. Gemacht hat der vielseitige Defensivmann das noch nie.

Niklas Stark kam für drei Millionen Euro aus Nürnberg zu Hertha. Zuletzt wurde er gegen Stuttgart zum ersten Mal für die Berliner eingewechselt

Niklas Stark kam für drei Millionen Euro aus Nürnberg zu Hertha. Zuletzt wurde er gegen Stuttgart zum ersten Mal für die Berliner eingewechselt

Foto: Fotostand / Bansemer / picture alliance / Fotostand

Berlin.  Niklas Stark fällt auf bei Hertha BSC, spätestens dann, wenn er zu reden beginnt. Dann nämlich kommt sein fränkischer Zungenschlag zum Vorschein, mit gerolltem „r“ und weichgeschliffenen Konsonanten. „Es ist nicht vergehrrt, wenn man mehrrerre Positionen spielen kann“, sagte er beispielsweise am Dienstag – und lieferte damit die Antwort auf die Frage, die Fans und Journalisten derzeit umtreibt. Kann Stark, 20, die verletzten Rechtsverteidiger Peter Pekarik und dessen ebenfalls angeschlagenen Ersatzmann Mitchell Weiser vertreten?

Das wird wohl vonnöten sein. Einen Einsatz von Weiser, der sich beim jüngsten 2:1 gegen Stuttgart den kleinen Zeh brach, hält Pal Dardai jedenfalls für unwahrscheinlich. „So wie es aussieht, wird es eher nichts“, sagte Herthas Trainer.

Dardai will Nachwuchsmann Regäsel beobachten

Nach einer gelernten Vertretungskraft sucht der Ungar in seinem Kader vergebens. Er muss improvisieren. Manager Michael Preetz brachte bereits den flinken Offensivmann Genki Haraguchi und den etwas staksigen Jens Hegeler ins Spiel; laut Dardai kämen auch Tolga Cigerci und Yanni Regäsel, 19, infrage. Allerdings hat der eine, Cigerci, seit Mitte März kein Pflichtspiel mehr für Hertha bestritten, und Regäsel nur Erfahrung in Herthas U23. Dardai will sich ein Bild von dem Nachwuchsmann machen.

Wahrscheinlicher erscheint die Variante Stark, über die Dardai schon vor dem Stuttgart-Spiel nachgedacht hatte. Denn der Sommerzugang ist ein Defensivallrounder. Rechtsverteidiger, sagte Stark, habe er allerdings noch nie gespielt.

Keine Angst vor großen Namen

Dafür in Nürnberg vor seinem Wechsel nach Berlin zweimal auf links. Der Unterschied auf rechts, meinte Stark, sei marginal. Fakt ist: Der Rechtsfuß ist schnell sowie zweikampfstark. Und nun schlägt seine Stunde, nachdem er gegen Stuttgart erstmals für Hertha eingewechselt wurde.

Geholt wurde Stark allerdings als Mann fürs Zentrum – vor allem in der Innenverteidigung. Dort, sagt der U21-Nationalspieler, fühle er sich auch am wohlsten. Bedenken vor einem Einsatz auf der Außenposition hat er deswegen aber nicht, obwohl bei einer etwaigen Feuertaufe am Sonnabend (15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg große Namen auf ihn warten würden. André Schürrle, der etwas außer Form geratene, aber immer noch teuflisch schnelle Weltmeister, zum Beispiel.

Innenverteidiger John Brooks fällt gegen Wolfsburg aus

Oder Julian Draxler, noch so einer, der in Brasilien den WM-Pokal in die Luft stemmte. Er ist gerade für 36 Millionen Euro von Schalke 04 nach Wolfsburg gewechselt. „Klar hat man vor solchen Namen Respekt“, sagte Stark „aber Angst habe ich deshalb nicht.“

Personalsorgen hat Dardai aber nicht nur rechts in der Viererkette, sondern auch im Zentrum. Innenverteidiger John Brooks, der mit muskulären Problemen die Rückreise von der US-Nationalelf angetreten hatte, fällt gegen Wolfsburg aus. „Das wird wohl nichts“, stöhnte Dardai. Vielleicht wird es aber was mit Niklas Stark auf rechts.