Berlin

Weiser bricht sich kleinen Zeh und droht auszufallen

Hertha gehen allmählich die Rechtsverteidiger aus

Berlin.  Eigentlich hätte man an dieser Stelle ein paar anerkennende Sätze über Mitchell Weiser lesen sollen. Nun aber redet niemand mehr über die gute Leistung des 21-Jährigen bei seinem Startelfdebüt für Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart (2:1). Niemand erzählt die Geschichte, wie Weiser dem zuvor viel gelobten und viel umworbenen Stuttgarter Flügelspieler Filip Kostic derart eng auf den Füßen stand, dass der Serbe irgendwann entnervt und vor allem gelbrot-gefährdet ausgewechselt wurde. Und niemand erwähnt die lausbubenhafte Vorarbeit Weisers zum 1:0 durch Genki Haraguchi. Thema ist nur, dass sich das, was Weiser gegen Stuttgart gezeigt hat, sehr wahrscheinlich gegen Wolfsburg am Sonnabend nicht wiederholen wird.

Denn der Flügelspieler, der gegen den VfB als Rechtsverteidiger auflief, hat sich am Sonnabend den kleinen Zeh am rechten Fuß gebrochen. Das ist nicht nur schmerzhaft für Weiser, sondern auch ziemlich ärgerlich für seinen Trainer Pal Dardai. Der Ungar hat ja selbst mal ein paar Spiele als Profi gemacht. Gefragt, ob man mit einer solchen Verletzung eine Woche später trotzdem spielen könne, sagte Dardai: „Schwierig. Es geht, aber es ist nicht schön.“

Noch wollen sie bei Hertha die Möglichkeit nicht ausschließen, dass der Ex-Münchner, im Sommer ablösefrei vom FC Bayern geholt, vielleicht doch gegen Wolfsburg spielen wird können. Das liegt auch daran, dass Dardai so langsam das Personal auf der Rechtsverteidigerposition ausgeht. Weiser war ja schon der Aushilfskellner für Peter Pekarik, der aufgrund seiner Verlässlichkeit Gewohnheitsrecht in der Viererkette rechts hat. Pekarik fällt mit einer Schulterverletzung länger aus. Wie lange, das entscheidet sich an diesem Montag, wenn der Slowake sich in Heidelberg bei einem Spezialisten untersuchen lässt.

Was aber, wenn auch Weiser tatsächlich passen muss? Alternative Nummer drei, die Dardai in der Vorbereitung hinten rechts testete, heißt Shawn Kauter. Doch der 19 Jahre alte Nachwuchsspieler steht mit einer Innenbandverletzung im Knie ebenfalls länger nicht zur Verfügung. Eine Notlösung könnte Defensivallrounder Niklas Stark sein. Beim 1. FC Nürnberg, von dem ihn Hertha vor drei Wochen verpflichtet hatte, half der 20-Jährige öfter als Außenverteidiger aus – allerdings auf links. Eine andere Variante wäre Linksverteidiger Johannes van den Bergh. Aber auch der müsste die Seite wechseln.