Vor DFB-Pokal-Spiel

Noch keine Spur vom Schützen auf Herthas Teambus

Nach dem Schuss auf den Hertha-Bus ist der Täter noch immer flüchtig. Der Mann hatte in Bielefeld von einem Motorrad aus gefeuert.

Auf dem Weg ins Stadion: Pal Dardai steigt aus  dem Bus, auf den am Vortag geschossen wurde

Auf dem Weg ins Stadion: Pal Dardai steigt aus dem Bus, auf den am Vortag geschossen wurde

Foto: dpa

Bielefeld/Berlin. Die Aufregung um ihn herum war ziemlich groß. Aber Stephan Behrendt, 55, blieb so gelassen wie man nur sein kann, wenn am Vorabend auf einen geschossen wurde.

Wie vor jedem Spiel aß der Fahrer des Mannschaftsbusses von Hertha BSC am Montagmorgen gemeinsam mit den Profis Frühstück und später Mittag. Auch ein Gespräch mit dem Arzt der Berliner gab es. Am Nachmittag aber fuhr Behrendt die Mannschaft knapp 25 Kilometer vom Teamhotel in Harsewinkel zum Stadion von Arminia Bielefeld, wo sie im DFB-Pokal antrat (siehe Artikel rechts). Als wäre nichts geschehen.

Bei Hertha hatten sie vorsichtshalber einen zweiten Busfahrer angefordert, denn es war ja etwas geschehen, etwas bisher in Deutschland nicht dagewesenes. Am Sonntag hatte ein Motorradfahrer auf den Mannschaftsbus geschossen – genau auf Kopfhöhe des Chauffeurs. Behrendt, der das Team gerade vom Bielefelder Bahnhof abholen wollte, blieb nur unverletzt, weil das Projektil die Windschutzscheibe nicht durchschlug. Zuvor, so die Bielefelder Polizei am Montag, habe der Motorradfahrer Behrendt überholt, die Faust und den Mittelfinger gezeigt. Herthas Manager Michael Preetz war entsetzt: „Für mich ist das die Tat eines einzelnen Irren. Wir sind sehr daran interessiert, dass der Täter schnell gefasst wird“, sagte er.

Das ist Stand Montagabend noch nicht geschehen. Der Täter ist weiter flüchtig. Die Polizei hat die Ermittlungen eingeleitet, auch eine Ermittlungskommission „Hertha“ bestehend aus sechs Beamten aus den Sektionen Verkehr und Kriminalität wurde eingerichtet. Aber: „Der Täter ist noch nicht gefasst. Wir hoffe, dass wir am Dienstag mehr sagen können“, so ein Sprecher der Bielefelder Polizei. Der Tatverdächtige soll auf einem schwarzen Motorrad in schwarzer Kleidung und mit silbernen Helm geflüchtet sein.

Völlig unklar ist noch das Motiv der Tat? Handelte es sich um einen gezielten Anschlag auf Hertha? Die Polizei hatte die Sicherheitsmaßnahmen vor dem Spiel erhöht, fuhr in der Nacht auf Montag Streife vor dem Teamhotel und eskortierte den Mannschaftsbus mit Streifenwagen und Motorrädern zum Stadion. Die Spieler, so hieß es von Hertha, konnten sich dennoch konzentriert auf die Partie vorbereiten.