Bundesliga

Herthas Hoffnung - Aller guten Dinge sind drei

Dortmund ist für den Berliner Fußball-Bundesligisten der dritte große Gegner in Folge. Um nach den Pleiten gegen den FC Bayern und Mönchengladbach zu punkten, greift Trainer Dardai in die Trickkiste.

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Per Skjelbreds Mundwinkel wanderten prompt nach oben. „Unsere Bilanz gegen Dortmund“, sagte der Mittelfeldspieler von Hertha BSC, „ist der Wahnsinn.“ Das kann man beinahe so stehen lassen, schließlich gibt es nicht viele Teams in der Fußball-Bundesliga, die dem Champions-League-Stammgast in der jüngeren Vergangenheit derart viele Probleme bereitet haben, wie die Berliner.

Drei der letzten fünf Duelle hat Hertha für sich entschieden. Am Sonnabend (15.30 Uhr) könnten die Hauptstädter ihren dritten Sieg in Dortmund in Folge feiern.

Die grandiose Atmosphäre, das tolle Stadion, der große Gegner – man fahre mit guten Erinnerungen nach Dortmund, sagt Herthas Manager Michael Preetz. In der Aufstiegssaison 2011/12 brachte Hertha dem damaligen Deutschen Meister die erste Heimniederlage seit über einem Jahr bei, und das 2:1 in der vergangenen Spielzeit verkam zum furiosen Schlusspunkt einer bisweilen berauschenden Hinserie. Ein Moment, der sich bei Skjelbred tief eingebrannt hat. „Wir wissen einfach, dass wir in Dortmund gewinnen können“, sagte der Norweger.

Müdigkeit in den Köpfen

Allzu vielen Gedanken sollten sich die Hertha-Profis allerdings nicht machen. Meint zumindest Pal Dardai. Sein Team habe zwei enorm schwere Spiele hinter sich, sagt der Hertha-Trianer. Gegen den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach standen seine Schützlinge trotz kämpferischer Großtaten jeweils mit leeren Händen da. „So etwas“, meint der Ungar, „ist schwer zu verarbeiten“. Tatsächlich haftete den Berliner im Training ein gewisses Phlegma an. Selbst „Sunnyboy“ Skjelbred wirkte ungewohnt ernst.

Also griff Dardai in die Trickkiste. Die Trainingseinheit am Mittwochnachmittag wurde kurzerhand gestrichen, stattdessen unternahm die gesamte Mannschaft einen Trip in den Grunewald. Um „die mentale Müdigkeit aus den Köpfen“ zu bekommen, habe man gemeinsam Kaffee getrunken und sich unterhalten – am wenigsten über Fußball.

Seine eigenen Gedanken hat Dardai natürlich längst wieder auf das Spiel beim BVB gerichtet. Für die Berliner ist es die dritte Partie nacheinander gegen einen der sogenannten „Großen“, und es wurmt sie bei Hertha, dass sie sich für ihre couragierten Auftritte gegen Bayern und Gladbach nicht belohnt haben. Dass soll sich nun ändern.

Kaffeeklatsch im Grunewald

„Aller guten Dinge sind drei“, sagt Skjelbred, der aber auch weiß, dass Hertha aus den Fehlern der Vergangenheit lernen muss. In München fiel der spielentscheidende Gegentreffer zehn Minuten vor Schluss, gegen Gladbach fünf Zeigerumdrehungen später. „Wir müssen bis zum Ende zu 110 Prozent bereit sein“, fordert Skjrelbred.

Ein Erfolgserlebnis könnte Hertha gut gebrauchen. Drei Spiele vor Saisonende beträgt der Abstand auf Relegationsplatz 16 nur vier Punkte. Deswegen auf eine Sicherheitstaktik zu setzen, liegt Dardai jedoch fern. Dreimal das Risiko einzugehen, zu gewinnen, sei besser als dreimal unentschieden zu spielen, sagt er.

Dardai ist angriffslustig – daran haben die jüngsten beiden Pleiten nichts geändert: „Entscheidend ist, dass wir unsere Köpfe frei bekommen und etwas mehr Ballbesitz haben als zuletzt.“ Sollte das gelingen, hätte wohl nicht nur Per Skjelbred wieder mehr Grund zum Lachen.