Die Chance, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verknüpfen, ließen sich die Hertha-Profis nicht entgehen. Also saßen sie am Dienstagabend vor dem Fernseher, und schauten dem FC Bayern beim Zaubern zu. Passive Vorbereitung könnte man das nennen. Denn: Die Münchner sind am Sonnabend (18.30 Uhr) der nächste Gegner.
Darüber, ob den Berlinern während der bayrischen 6:1 (5:0)-Gala gegen den FC Porto auf der heimischen Couch das Herz ein wenig in die Hose rutschte, lässt sich nur spekulieren. Selbst wenn es so gewesen sein sollte – am darauffolgenden Vormittag war davon nichts mehr zu spüren.
„Ich habe nur die erste Halbzeit gesehen“, sagte Verteidiger Sebastian Langkamp mit einem schelmischen Lächeln, danach habe er sich noch mal das jüngste Bayern-Spiel gegen Mönchengladbach angeschaut. Das war als Scherz gemeint, zeigte aber auch: Von einem berauschenden Fußballabend des deutschen Rekordmeisters wollen sich die Herthaner nicht verrückt machen lassen. Zur Erinnerung: Gegen die Borussia hatten die Münchner vor einem Monat 0:2 verloren.
Auch die Bayern sind nicht vor Fehlern gefeit
Nein, auf Ehrfurchtsbekundungen hatten sie drei Tage vor dem Duell beim Branchenführer keine Lust bei Hertha. Erst recht nicht, weil Bayern – so Verfolger Wolfsburg am Sonntag in Mönchengladbach nicht gewinnt – schon die Meisterschaft feiern könnten. „Die Bayern“, sagte Langkamps Defensivkollege John Brooks, „sind auch nur Menschen.“
Kapitän Fabian Lustenberger schlug in dieselbe Kerbe. Der Glanzleistung im Rückspiel zum Trotz, habe das Viertelfinale in der Champions League doch auch gezeigt, dass selbst der vermeintlich übermächtige FC Bayern nicht vor Fehlern gefeit ist. So wie im Hinspiel in Portugal, das überraschend 1:3 verloren ging.
Bahnbrechende Erkenntnisse lieferte das TV-Studium übrigens nicht. Dass die Bayern „ganz gut kicken können“ (Langkamp), hatte sich auch schon vor Dienstagabend bis nach Berlin rumgesprochen. Eines nahm der Abwehrhüne dann aber doch mit: „Wir müssen einiges besser machen als Porto.“
JL





