Auf dem Jakobsweg

Ex-Hertha-Trainer Jürgen Röber macht den Hape Kerkeling

„Fast wie in den schottischen Highlands“ – Der 61-Jährige befindet sich gerade 250 Kilometer vor Santiago de Compostela. Er ist nicht das erste Mal auf dem Pilgerweg – und schläft an besonderen Orten.

Foto: Arno Burgi / dpa

Der ehemalige Hertha-Trainer Jürgen Röber wandert auf dem berühmten Pilgerweg ins spanische Santiago de Compostela. Anfang April startete der 61-Jährige seinen Marsch auf dem Jakobsweg in Irún und befindet sich derzeit rund 250 Kilometer vom Ziel entfernt.

Der Jakobsweg war durch das Buch „Ich bin dann mal weg“ des Entertainers Hape Kerkeling in Deutschland bekannt worden, der 2001 auf dem Pilgerweg unterwegs war. Nach ihm pilgerten unter anderem Showmaster Frank Elstner, Schauspieler Claude-Oliver Rudolph und Fußball-Weltmeister Wolfgang Overath nach Santiago de Compostela.

Für Jürgen Röber habe sich die anstrengende Wanderung gelohnt. „Ein unglaubliches Erlebnis – teilweise noch schneebedeckte Berge, die Strände und eine Landschaft fast wie in den schottischen Highlands“, schwärmte er.

„Denke über Sinn des Lebens nach“

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung von Röbers Reise berichtet. „Nach all den Jahren unter Dauerstrom habe ich das gebraucht, um mal herunterzukommen. Man läuft stundenlang rauf und runter und denkt über den Sinn des Lebens nach“, sagte er der „Bild“.

Im vergangenen Jahr lief der frühere Fußballtrainer bereits den bekannteren Jakobsweg über León. Als er auf der Rückfahrt am Atlantik vorbeifuhr, habe er sich vorgenommen, den 860 Kilometer langen nördlichen Weg auch noch zu gehen, erzählte Röber.

Häufig der einzige Wanderer

Ihm gefalle, dass man auf der Strecke Leute aus der ganzen Welt kennenlernen könne. Auf dem „Camino del Norte“ sei er häufig aber auch der einzige Wanderer gewesen.

Täglich laufe er 35 bis 40 Kilometer. „Mir bleibt nichts anderes übrig“, sagte Röber. Die Unterkünfte habe er schon gebucht. In den Pilgerherbergen wollte er auf keinen Fall übernachten. „Ich schlafe eh schon so schlecht.“

Röber war von 1996 bis 2002 Hertha-Trainer. 1997 führte er den Club in die Bundesliga, zwei Jahre später in die Champions League. Noch heute verfolgt er die Nachrichten über den Club: „Ich bin bestens informiert. Es freut mich, dass die Mannschaft die Kurve bekommen hat. Am Klassenerhalt habe ich keine Zweifel mehr“, sagte er der „Bild“.