Sie keuchten ganz schön, die Spieler von Hertha BSC, als sie nach der ersten Trainingseinheit im Anschluss an den freien Sonntag wieder den Platz verließen. Was locker mit ein paar Aufwärmübungen angefangen hatte, endete mit einer zünftigen Laufeinheit. Etliche Runden ließ Trainer Jos Luhukay die Fußballprofis drehen. Aber einem wie Sami Allagui kann selbst das nicht die Laune verderben. Der Stürmer, der Hertha mit dem Treffer zum 2:2 gegen den SC Paderborn vor einem Fehlstart in die Zweite Liga bewahrte, lächelte bei fast jeder Runde, sogar am Schluss noch.

Vielleicht dachte er ja daran, dass der Dienstag für viele in der Mannschaft noch etwas härter werden würde. Zumindest im Vergleich zu dem, was ihn erwartet. Denn der Klub hat neben zwei Trainingseinheiten am Dienstag noch ein internes Testspiel gegen die eigene U23 angesetzt. Es kam ein bisschen überraschend, ebenso wie die zwei Einheiten am Mittwoch und der freie Donnerstag. Luhukay vertritt eben nicht nur eine offensive Spielphilosophie, sondern der Niederländer macht offenbar noch weitere Dinge anders als seine Vorgänger.

Das Spiel am Dienstag dient vor allem dazu, denjenigen eine Chance zu geben, die bislang noch keine hatten. „Es werden alle spielen, die Freitag nicht gespielt haben“, sagt Jos Luhukay, „ich bin der Meinung, auch sie brauchen Praxis und Rhythmus.“ Damit meint der Trainer auch die Profis, die weiterhin nicht in der Liga eingesetzt werden können. Torhüter Thomas Kraft und Außenverteidiger Levan Kobiashvili, die beide gesperrt sind, werden ebenso auflaufen.

Ben-Hatiras Sperre abgelaufen

Luhukay will gegen die Amateure sehen, ob und welche Veränderungen sich für das nächste Spiel am Sonntag beim FSV Frankfurt anbieten. In jedem Fall bekommt er eine weitere Auswahlmöglichkeit hinzu, die Sperre von Änis Ben-Hatira ist abgelaufen. Der Offensivspieler ist flexibel einsetzbar, in der Mitte als kreative Lösung etwa. Dort lief gegen Paderborn noch nicht alles rund. „Heute ist Montag, mal sehen, was Sonntag ist“, sagte der Trainer nur dazu, welche Rolle der 24-Jährige in seinen Plänen spielen könnte. Auch für die bislang verletzten Maik Franz und Nikita Rukavytsya, die voll mit der Mannschaft trainierten, bietet das Spiel eine Gelegenheit, sich wieder näher ans Team heranzukämpfen. Anschluss verlieren dürfte dagegen Fabian Lustenberger nicht, der Schweizer hatte gegen Paderborn einen Pressschlag abbekommen und konnte nur ohne Ball trainieren. „Morgen ist er vielleicht schon wieder dabei“, sagte Luhukay.

Ob sich auch bei der U23 einige empfehlen können, die zuletzt bei den Profis aussortiert worden sind, konnte Luhukay nicht sagen. Sebastian Neumann, Marco Djuricin und Fanol Perdedaj wurde vergangene Woche mitgeteilt, dass bei den Profis nicht mehr mit ihnen geplant wird. „Karsten Heine hat alle Freiheiten für seine Mannschaft“, so Jos Luhukay. Interessanter ist für ihn ohnehin zu sehen, wie sich etwa der späte Zugang Ben Sahar macht, wenn er länger spielen kann. Das Angebot gerade im Angriff ist ja groß, und Adrian Ramos, der eigentlich abgegeben werden soll, hat bei seinem Kurzeinsatz gegen Paderborn mit seiner Vorlage auch viel in eigener Sache getan.

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