Hertha BSC

Luhukay muss Herthas Spielerkader spürbar verkleinern

Hertha will sofort in die Bundesliga zurück. Vor dem ersten Spiel gegen Paderborn muss der Trainer aber schwierige Entscheidungen treffen.

Foto: DAPD

Der Sonntag war frei. Letzte Gelegenheit für die Profis von Hertha BSC durchzuschnaufen. Ab Montag gilt alle Konzentration dem Zweitliga-Start am Freitag gegen den SC Paderborn (20.30 Uhr, Olympiastadion). Für Trainer Jos Luhukay und sein Team jedoch standen schwere Entscheidungen an. Nach dem 0:2 im letzten Test gegen Juventus Turin erklärte Luhukay die Vorbereitung für beendet. "Die Zeit der Experimente ist vorbei. Ich habe meine Elf im Kopf." Doch schwerwiegender als die Frage Startelf oder nicht dürfte für einige Profis sein, zu welchen Ergebnissen Luhukay beim Kader kommt. Der Trainer sagte unmissverständlich, der Tross von derzeit 32 Profis sei zu groß. "Es macht keinen Sinn, jeweils zehn Profis auf die Tribüne zu setzen. Das ist für die Spieler frustrierend und hemmt die Entwicklung der Mannschaft." Klar ist: Der Kader wird reduziert.

Ehe es um jene geht, die es betrifft, sei auf die positiven Entwicklungen hingewiesen. Vor 32.600 Zuschauern gegen Juventus Turin legte der Zweitligist einen couragierten Auftritt hin.

Turin zeigt Schwächen auf

Auch wenn der italienische Meister, entgegen der vertraglichen Vereinbarung, seine EM-Stars wie Buffon und Pirlo zu Hause gelassen hatte. "Das nehmen wir nicht einfach so hin", kündigte Hertha-Manager Michael Preetz juristische Schritte an. Gegen die dennoch stark besetzten Turiner zeigten die Berliner, was seit Wochen trainiert worden war. Hertha spielte offensiver und dominanter als zuletzt. Von den Neuen sind Peer Kluge, Marcel Ndjeng, Sami Allagui und Elias Kachunga gesetzt. Daneben fördert Trainer Luhukay Talente. Die Youngster Nico Schulz (19) und Marvin Knoll (21) hatten erfrischende, dynamische Szenen auf der linken Seite, im Abwehrzentrum hat sich John Brooks (19) den Platz neben Routinier Roman Hubnik erkämpft. Aber Juve zeigte Hertha gnadenlos die Risiken der Spielweise auf: Die Gäste fuhren lediglich vier, fünf Angriffe, alle gingen blitzschnell und führten zu den Treffern von Alessandro Matri (20.) und Milos Krasic (90.).

Doch nun wird Luhukay harte Entscheidungen treffen. Denn nicht für alle, die sich empfehlen wollten, ging die Rechnung auf. Von Manndecker Sebastian Neumann etwa, bei der deutschen U21-Nationalmannschaft ein Führungsspieler, war in den vergangenen Wochen wenig zu sehen. Im defensiven Mittelfeld gibt es für zwei Positionen sieben Bewerber: Kluge, Peter Niemeyer, Fabian Lustenberger, Ronny, Fanol Perdedaj, Fabian Holland und Hany Mukhtar - das sind mindestens zwei zu viel. Der 17-jährige Mukhtar hat einen guten Eindruck gemacht, er wird sich wohl zunächst bei Herthas Regionalliga-Team an den Sprung in den Männer-Bereich gewöhnen. Fragezeichen gibt es bei Holland und Perdedaj. Im Mittelfeld wird mutmaßlich Dorian Diring erklärt, dass er sich Sicherheit bei der U23 erwerben soll. Im Angriff ist die Situation bei Adrian Ramos unverändert: Er will weg, bisher gibt es jedoch kein Angebot.