Jubiläumsspiel

Hertha verliert und ärgert sich über fehlende Juve-Stars

Hertha BSC hat gegen Juventus Turin verloren - mehr schmerzt, dass die italienischen Stars zu Hause blieben. Auch Raffaels Abschied fiel aus

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Bundesliga-Absteiger Hertha BSC hat die Generalprobe für den Zweitliga-Start verloren, seine Ambitionen auf die sofortige Rückkehr ins Fußball-Oberhaus aber unterstrichen. Die neu zusammengestellte Berliner Mannschaft unterlag am Sonnabend in einem Freundschaftsspiel zum 120. Vereinsgeburtstag Juventus Turin zwar mit 0:2 (0:1).

32.588 Zuschauer im Olympiastadion und die Hertha-Verantwortlichen ärgerten sich aber besonders über die fehlenden Stars beim italienischen Meister, der entgegen der vertraglichen Vereinbarung alle acht Vize-Europameister von Gianluigi Buffon bis Andrea Pirlo zu Hause gelassen hatte.

Die mit vier Neuzugängen und zwei zurückgekehrten Leihspielern in der Startelf angetretenen Berliner demonstrierten beim letzten Test vor dem Saisonauftakt am kommenden Freitag gegen den SC Paderborn, was der neue Coach Jos Luhukay von seinem Team erwartet: Schnelle, direkte Spielzüge nach vorn.

„Wichtig war, dass alle verstehen, worauf ich fußballerisch Wert lege. Das ist schon eine Veränderung zu vorher“, meinte Luhukay.

Der für 1,6 Millionen Euro von Mainz gekommene Sami Allagui und Änis Ben-Hatira standen kurz vor einem Torerfolg. Marcel Ndjeng und Elias Kachunga trafen Latte und Pfosten.

Die Treffer für die effektiver spielenden Gäste, bei denen die ehemaligen Bundesliga-Profis Lucio und Arturo Vidal mitwirkten, erzielte Alessandro Matri (20. Minute) und Milos Krasic (90.).

„Ich werde alles daran setzen, zusammen mit allen Mitarbeitern Hertha wieder dorthin zu führen, wo der Verein hingehört“, unterstrich Chefcoach Luhukay nochmals das Saisonziel Wiederaufstieg.

Auch der Abgang von Spielmacher Raffael kann daran nichts ändern. Der Brasilianer sollte nach 163 Pflichtspielen und 39 Toren für Hertha am Sonnabend eigentlich im Stadion persönlich verabschiedet werden. Doch sein neuer Club Dynamo Kiew, der zehn Millionen Euro Ablöse bezahlen soll, bestand darauf, dass Raffael in Kiew trainiert.

Der Ex-Herthaner Patrick Ebert hat ebenfalls einen neuen Club gefunden. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler wechselt in die erste spanische Liga zu Real Valladolid. Ebert hatte in Berlin nach Auslaufen seines Vertrages kein neues Angebot mehr erhalten. Für Hertha bestritt der langjährige Publikumsliebling 109 Erstligapartien und zwölf Spiele in der 2. Liga.