Relegationsspiel

Düsseldorfs Trainer Meier mahnt zur Vorsicht gegen Hertha

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Daniel Stolpe
Herthas Schicksalsspiel in Düsseldorf

Herthas Schicksalsspiel in Düsseldorf

Öffentliches Training und dann das: Vor rund 80 Fans geraten Christian Lell und Änis Ben-Hatira nach einem Foul vom Abwehrspieler am Mittelfeldmann aneinander.

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Nach dem 2:1 im Hinspiel scheint für viele Düsseldorfer der Aufstieg bereits festzustehen. Das könnte Berlins Chance sein.

Also, der Teufel steckt im Detail. Wie sie es bei Fortuna und der Stadt Düsseldorf auch immer hin- und her wenden – ein kleines Puzzleteil passt am Ende nicht ins große Bild. Offiziell plant ja sowieso niemand nichts an Aufstiegsfeierlichkeiten. Doch dafür steht schon eine ganze Menge fest. Etwa, dass das Rathaus und der Burgplatz nicht in Frage kommen. Aus Sicherheitsgründen. Also rein in die Arena! Funktioniert aber auch nicht so recht. Der letzte Tag einer großen Messe samt Abbau sorgt schon für genug Chaos rund ums Fußballstadion. Und die Frage, ob denn „Die Toten Hosen“ es einrichten können, im 30. Jahr ihres Bestehens die Feierlichkeiten anlässlich der Rückkehr der Fortuna in die Bundesliga musikalisch angemessen zu begleiten, hat sich auch noch nicht abschließend klären lassen.

Die offizielle Sprachregelung lautet freilich: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! „Wir sind für viele schon aufgestiegen, doch wir werden nicht den Fehler machen, das selbst zu glauben“, warnt Routinier Jens Langeneke. „Wer jetzt denkt, dass es das war, der macht einen Riesenfehler“, sagte auch Kapitän Andreas Lambertz und kündigte an, notfalls jedem Kollegen „seitlich in die Knie zu grätschen“, der sich von dem Feierfieber am Rhein anstecken lässt.

Dazu sei ihm dringend das halbe Dutzend Mitspieler empfohlen, das im „Express“ vorab schon mal großflächig aus der eigenen Vergangenheit darüber Auskunft gab, wie schön so ein Aufstieg in die Bundesliga doch sein kann: Sascha Rösler (mit Ulm/1999, Aachen/2006, Mönchengladbach/2008) Thomas Bröker (Köln/2005), Johannes van den Bergh, Tobias Levels (beide Gladbach/2008) Christan Weber, und Adam Bodzek (beide Duisburg/2007).

Im Umfeld kann es ohnehin schon kaum noch jemand abwarten, endlich durchdrehen zu dürfen – denn Zweifel, dass der 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel nicht reichen würde, um nach 15 Jahren Abwesenheit endlich wieder erstklassig zu werden, hat so gut wie niemand mehr. Schon im Anschluss an den erfolgreichen „Kreuzzug ins Glück“ („Express“) in Berlin wurde das Flugzeug mit den Fortuna-Kickern an Bord nach der Landung mit Wasserfontänen empfangen – als wäre die zweite Deutsche Meisterschaft nach 1933 gewonnen worden.

Schließlich sind da Zahlen wie diese: Von 51 Zweitliga-Heimspielen unter Trainer Norbert Meier hat die Fortuna in den vergangenen drei Spielzeiten nur vier verloren. Gut, eine davon vergangene Saison gegen Hertha BSC; doch dann ist da ja noch dieser Wert: Geht Fortuna vor eigenen Fans 1:0 in Führung, hat das in 34 Fällen zum Sieg gereicht. Einzig und allein 1860 München hat einen Rückstand mal noch in einen Auswärtssieg gedreht.

Mit 51.000 Zuschauern ist die Düsseldorfer Arena längst ausverkauft. Er spüre „eine wahnsinnige Freude bei allen Menschen“, sagt Fortuna-Manager Wolf Werner. So bleibt allein Trainer Meier übrig als Mahner. Das Hinspiel-Ergebnis sei schön und gut „aber nicht einmal ansatzweise eine Entscheidung. Es ist schon so viel im Fußball passiert“. Auch von dem Trainings-Zoff zwischen den Herthanern Christian Lell und Änis Ben-Hatira lässt er sich nicht einlullen: „So etwas muss nicht negativ sein. Das ist nicht das erste Mal im Fußball vorgekommen und hat es auch bei uns schon gegeben.“