Finanzspritze

Hertha steht vor 15-Millionen-Deal mit Investor

Ein Geldgeber aus der Flugbranche soll Herthas Eigenkapital um bis zu 15 Millionen Euro aufstocken. Die Zukunft sähe so etwas rosiger aus.

Foto: Amin Akhtar

Zwei Runden vor Saisonende ist noch offen, ob der Weg von Hertha BSC für 2012/13 in die erste oder die zweite Liga führt. Unabhängig vom sportlichen Ausgang arbeiten die Hertha-Verantwortlichen daran, den chronisch finanzschwachen Verein für die Zukunft besser aufzustellen. Seit vergangenem November stehen Präsident Werner Gegenbauer und Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller in Verhandlungen mit einem Investor.

Die Angelegenheit ist weit fortgeschritten. Nach Informationen von Morgenpost Online hat der Investor bereits eine Due-Diligence-Prüfung bei Hertha durchführen lassen. Sinngemäß übersetzt heißt es „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt“.

Geprüft wurden bei Hertha Stärken und Schwächen. Der Verein hat Wirtschaftsprüfern seine Bilanzen offengelegt, Auskunft gegeben über die Ressourcen, die strategische Positionierung, sowie rechtliche und finanzielle Risiken dargelegt. Dabei wird „gezielt nach Sachverhalten gesucht, die einem Investment entgegenstehen könnten“ (Online-Lexikon Wikipedia). Diese Vorgänge zwischen Investor und Hertha sind weitgehend abgeschlossen, offensichtlich mit einem positiven Ergebnis. Innerhalb der nächsten Wochen soll ein Vertrag unterschrieben werden.

Mit Zurückhaltung zu werten sind Informationen, bei dem Investor handele es sich um die Fluglinie Etihad Airways, eine Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate. Die „Bild“ berichtete, die Verbindung zu Hertha sei über Herthas Exklusivpartner Air Berlin zustande gekommen.

Etihad ist seit November 2011 der größte Aktionär bei Air Berlin und will in Europa wachsen. Die offizielle Linie von Hertha formulierte Mediendirektor Peter Bohmbach: „Diese Geschichte kommentieren wir nicht.“

Nach Morgenpost-Informationen indessen steht Hertha mit einem anderen Investor vor der Einigung. Mit Blick auf die anstehende Eröffnung des Großflughafens Berlin-Brandenburg Anfang Juni, einer Drehscheibe vor allem Richtung Osten, wäre ein Geldgeber aus der Flugbranche naheliegend.

Die Summe, um die es geht, liegt, je nach Quelle, zwischen zehn und 15 Millionen Euro. In jedem Fall soll der Betrag der Eigenkapital-Quote von Hertha zugutekommen – und nicht die Verbindlichkeit von derzeit 35 Millionen Euro erhöhen. Deshalb ist die Auflage von Genussscheinen möglich oder die Ausgabe von Vorzugsaktien für den Investor.

Nach den Turbulenzen und der heftigen Kritik, die es für Hertha in den vergangenen Monaten gehagelt hat, wäre es für Präsident Gegenbauer und die Geschäftsführung um Schiller und Manager Michael Preetz wichtig, einen Abschluss zu präsentieren.

So würden die Verantwortlichen nachweisen, dass sie in der Lage sind, die Zukunft von Hertha zu gewährleisten. Bekanntlich kandidiert Gegenbauer auf der Mitgliederversammlung am 29. Mai für eine weitere Periode als Präsident bis 2016.

Ist Hertha noch vor dem Abstieg zu retten? Diskutieren Sie mit im Hertha-Blog unter www.immerhertha.de