Hertha BSC

Manager Preetz zieht bei Spielern die Zügel an

Kritik am Kader lässt Herthas Manager Michael Preetz nicht gelten. Draußen überlässt er Trainer Otto Rehhagel die Show, intern aber nimmt er die potenziellen Berliner Leistungsträger in die Pflicht.

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An den großen Stellschrauben gibt es nichts mehr zu drehen. Mit Otto Rehhagel hat Manager Michael Preetz den fünften Trainer in dieser Saison auf der Bank sitzen. Das Transferfenster hat sich zum 31. Januar geschlossen. Der Manager hat die für Juli geplante vorgezogen, ansonsten wird Hertha die Saison mit dem vorhandenen Kader zu Ende spielen. Trotz der seit vier Monaten anhaltenden Minusserie wehrt sich Preetz gegen Kritik am Kader. Er halte es für falsch, jetzt über die Qualität zu diskutieren. „Wir brauchen Leidenschaft, die müssen wir auf dem Platz zeigen.“ Ungeachtet der zuletzt massiven Kritik an seiner Arbeit, bleibt Preetz auch in der Krise seinem Stil treu. Der Manager stellt sich auf Pressekonferenzen, überlässt aber wie vorher Markus Babbel nun meist Rehhagel das Mikrofon.

Intern hingegen ist Preetz präsent. Am Sonntag stand er um 9 Uhr in der Kabine und führte erste Einzelgespräche. Bevor es ans Auslaufen ging, richtete Preetz einen eindringlichen Appell an die Mannschaft, die Situation anzunehmen und alle Kräfte auf den Kampf um den Klassenerhalt zu fokussieren. Bereits auf dem Flughafen in München hatte sich der Manager mit Rehhagel sowie den Cotrainern Rene Tretschok und Ante Covic im Edel-Bistro Käfer zurückgezogen. Das Quartett beriet über die verfahrene Situation. Und entschied, dem zu erwartenden Medien-Sturm nach außen mit einer Politik der ruhigen Hand zu begegnen. Intern werden die Zügel angezogen. Im kleinen Kreis werden potenzielle Leistungsträger in die Pflicht genommen: wie Raffael oder Ramos oder Ebert. Auch von Ben-Hatira und Torun muss mehr kommen.

‚Gute Leistungen brauchen Vertrauen' – obwohl die Preetz'sche Maxime von Ex-Trainer Babbel gründlich enttäuscht wurde, bleibt der Manager dabei. Es sind noch elf Runden zu spielen, 33 Punkte zu gewinnen. Preetz verweist auf sein Motto: „Ich bin ein Kämpfer.“

Identifikation, Einsatz, Verantwortung übernehmen – das lebt Preetz vor. So hofft er, die Reserven im Team zu mobilisieren, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sichern. Wohlwissend, dass zum Saisonende nicht nur über die Qualität der Mannschaft und damit ihrer Zukunft geurteilt wird. Sondern auch über die des Hertha-Managers.

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